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Dünameat Traditional Cache

Hidden : 6/21/2016
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:

Dünameat  -  oder: ohne Fleisch kein Preisch

Als wir auf Düna schon feste Häuser hatten und Goslarer Erz verhütteten, da haben die in Osterode noch auf den Bäumen gesessen und Bananen...smileyDüna aber heute zeichnet sich aus durch meat und milk.


In der Tat, Düna ist zunächst die - archäologisch - älteste belegte Siedlung am südwestlichen Harzrand!

Düna ist so bedeutend, dass hier ein Cache selbstredend her muss. Diese Dose ersetzt seit Juni 2016 die anderswo in der Dünaer "Innenstadt" gewesene Dose "Dünamit Geschichte" (und iungem Gemüse). Und neben dem neuen Cache gibt es auf Düna noch reichlich Frischfleischwink.

Zur Geschichte: Von Aufenthalten mittelsteinzeitlicher Jäger und Sammler und jungsteinzeitlicher Siedler zeugen Fun­de im Bereich südwestlich der Domäne. Im 1. Jh. v. Chr. beginnt die Besiedlung südlich der Domäne. Bedeutend ist die Verhüttung Iberger und Ler­bacher Ei­sen­erze. Bis zum 10. Jh. bestehen mehrere Ge­höfte, an denen seit ca. 300 aus Oberharzer Erzen Sil­ber und aus Rammelsberger Erzen Kupfer gewonnen wurde. Aus spätrömischer Zeit gibt es rö­mische Funde. Zerstörungen der Siedlung sind nachweisbar, ver­mutlich auch während Auseinandersetzungen der Sachsen und Thüringer.

Wohl schon zu Beginn des 10. Jh. beginnt die Errichtung ei­nes re­präsentativen Steingebäudes, wohl auf Reichsbesitz. Um dieses konzentriert sich die Siedlung, daneben besteht ein „Gewerbegebiet“, in dem Ober­harzer und Ram­melsberger Erze verhüttet werden, aber auch Messing hergestellt wird.

Im 10./11. Jh. brannte das Stein­gebäude, möglicherweise bei den Sachsenaufständen. Daraufhin wird dieses samt Drainagemaßnah­men neu errichtet und zu den ungeschützten Seiten hin mit Graben und Palisade umgeben. Weiterhin sind Sied­­lung und Metallgewinnung nachweisbar. Im 12. Jh. wird das Steinge­bäude um einen Küchen­anbau erweitert, die Be­festigung erneuert. Die bisher konzen­trierte Siedlung verteilt sich auf mehrere Sied­lungsstellen, an denen jeweils auch Me­tall verarbeitet wird.

Im 13. Jh. wird zumindest die Siedlung durch Brand zerstört. Die nun einsetzenden Urkunden erwähnen für 1286 eine Ka­pelle und in der Folgezeit verschiedene Besitzer, darunter die Grafen von Lauterberg. Im 14. Jh. fällt Düna bis zur Wiederbebauung im 16. Jh. wüst. Vom Kirchhof finden sich noch Spuren unter der heutigen Dorfstraße. Über Jahrhunderte war in Düna sodann ein Vorwerk des Herzberger Schlosses, das zeitweise der Amtsschreiber bewirtschaftete.

Bis 1934 war Düna noch staatliche Domäne, dann erwarb die Hannover­sche Siedlungsgesellschaft das Gut. Für Düna begann eine neue Ära. Die Ländereien wurden auf 22 junge Land­wirte aufgeteilt, die aus der weiteren Umgebung kamen. Die jungen Landwirte waren froh, aus der Arbeitslosigkeit  herauszukommen. Mit dem Richtfest der neuen Siedlungsbau­ten am 20. Mai 1935 feierten die neuen Siedler auf Düna im Schaf­stall der Domäne ihr erstes gemeinsames Fest.

Für die neue Dorfstraße mußte eines der größten und ältesten Guts­gebäude weichen: der Schafstall. Er stand gegenüber vom "Cache-Schuppen". Die Zuteilung der Hofstellen und Flächen erfolgte durch die Siedlungsgesellschaft. Nach dem Bau der Wohnhäuser errichteten die Siedler ein Spritzenhaus. Nach wenigen Jah­ren neigte sich der "schiefe Turm von Düna", die Fundamente versackten, denn man hat­te auf dem weitgehend verlandeten alten Dorfteich gebaut. Mit öf­fent­lichen Mitteln wurde ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Dafür muß­te der alte Backofen fallen, in dem die Dü­naer Siedlerfrauen samstags Butterkuchen gebacken hatten.

Noch lange vor der Auf­siedlung Düna’s zum frei­en Bauerndorf 1935 war die damals noch unbefestigte Straße vom Eiskeller nach Düna von mächtigen Eschen gesäumt. Auch bei den häufigen Schneeverwehungen konnte man so den Weg nicht verfehlen. Immer verzweifelter kämpfte 1944 die deutsche Wehrmacht, zu der auch etliche frischgebackene Dünaer Siedler bzw. ihre Söhne eingezogen waren. Viele kehr­ten nicht mehr heim. Alles wurde geopfert, mit und ohne strategischem Verstand, und so fiel die herrliche Eschen­reihe. Düna gehörte damals zu Hörden, und der Bürgermeister verklopp­te die schönen Bäume an eine Gewehrkolbenfabrik. Damit wurde der Endsieg auch nicht mehr errungen.

1947 entstand der Rezess und danach unter Übernahme kommuna­ler Aufgaben der Realverband Siedlergemeinschaft Düna, der maßgeb­lich an Aufbau und Pflege der dörflichen Infrastruktur Anteil hat: ei­gene Wasserversorgung, Friedhof, Wegebau, Waldbewirtschaftung u.a. In den 1960ern öffnete die ehemalige Gaststätte zur Jettenhöhle, sie war ein beliebtes Ausflugsziel gewesen. Heute wird eine Dorfkneipe oder besser noch: ein Hofcafé allseits vermisst. Bei dem attraktiven landschaftlichen Umfeld würde es sicherlich schwarze Zahlen schreiben!

Der Charakter des Dorfes hat sich dem Strukturwandel in der Landwirtschaft folgend geändert. Nur sehr wenige Höfe produzieren noch. Die meisten der 120 Menschen auf Düna sind in der Industrie oder im Handwerk tätig oder im Ruhestand.

Heute ist Düna Ausgangspunkt für Wanderungen durch das angrenzende Gipskarst­gebiet Hainholz und ein vielbesuchtes Exkursionsziel am überregionalen Karstwanderweg Südharz. Jahrzehntelange Bemühungen um die Erhaltung dieses einzig­artigen Naturkleinods waren erfolgreich und haben zur In­ves­tition von fast 7 Mio. DM Bundes-, Landes- und Kreismittel in die Landschaft um Düna geführt. Nutznießer dieser Maßnahmen der Landschaftspflege und Renaturierung waren die Landbewirtschafter auf Düna und in den Nach­bar­orten Hörden und Schwiegershausen.

Seit einigen Jahren pflegen rote Rinder der zuvor fast ausgestorbenen historischen Rinderrasse Harzer Rotes Höhenvieh das Naturschutzgebiet. In kleinen Gruppen oder besser: Familienverbänden sind die ca. 240 Rinder auf diversen nicht gedüngten und gespritzten Flächen verteilt, halten Gras und Gebüsch kurz und nutzen im Winter hier im Stall - auch ein Stück Naturschutz - das Kräuterheu der regelmäßig zu mähenden Harzer Bergwiesen.

Informationen über die Gipskarstlandschaft Hainholz-Beier­stein vermitteln die Erläuterungstafeln entlang der Wanderwege. Für detailliertere Angaben siehe im Internet unter www.karstwanderweg.de<

Der Eigentümer sieht die Cacher mit Wohlwollen, nicht aber solche, wo dann noch im Stalle herumgeistern.

Autor: Dipl.-Geol. F. Vladi
unter Verwendung von Textauszügen von Klaus Gehmlich (2000) und Dr. Lothar Klappauf.

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