Entstehung
Vor etwa 70 bis 100 Millionen Jahren war das Gebiet von der englischen Südküste bis nach Osteuropa von einem Meer bedeckt, indem es schon vielfältiges Leben gab. Seeigel, Ammoniten, Muscheln und Krustentiere waren hier heimisch. Nach ihrem Absterben sanken diese Schalentiere auf den Meeresboden, wo sich ihre organischen Bestandteile auflösten.
Die Entstehung von Feuersteinknollen ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich sorgen kieselsäurehaltige Lösungen während der Gesteinsbildung (Diagenese) für eine Verdrängung von Karbonaten. Relikte von Schalen und Skeletten von Kieselschwämmen und Kieselalgen (Diatomeen) in Feuerstein belegen den organischen Ursprung. Die Dehydrierung der Kieselsäure erfolgte von innen nach außen, wodurch die Feuersteinknollen eine zwiebelartige Struktur erhielten. Die äußeren Schichten können im geringen Maße Wasser aufnehmen, wodurch eine Verwitterung der Oberfläche begünstigt wird. Deutlich erkennbar ist oft die poröse helle Außenschicht, die so genannte Rinde, die oft mit Kalkanhaftungen verwechselt wird. Hauptbestandteil der Feuersteine ist Chalcedon und kristallographisch sind sie vergleichbar mit Opal, Jaspis, Achat und Quarz.
Verbreitung in Europa
Feuersteinvorkommen finden sich in zahlreichen jura- und kreidezeitlichen Ablagerungen in Europa. Meist liegen die Knollen einer Größe von bis zu 30 cm Durchmesser eingebettet in Kreide-Ablagerungen. An manchen Fundorten hat sich Feuerstein auch in Form von flächigen Ablagerungen in einer Dicke bis zu 20 cm abgeschieden.
Physikalische Eigenschaften
Feuerstein zeichnet sich durch seine amorphe isotrope Struktur aus. Wenn ein großer Druck schlagartig oder ansteigend auf einen Punkt des Feuersteins ausgeübt wird, wird die kinetische Energie vom Gestein aufgenommen und breitet sich konzentrisch kegelförmig vom Schlagpunkt ausgehend im Gestein aus. Bei ausreichend hoher Schlagenergie wird das Gestein durch die sich ausbreitenden Schlagwellen gespalten. Die hierbei entstehende Bruchfront hat meist eine muschelige Form, wie sie auch an zerbrochenem Glas beobachtet werden kann. Im Bereich einer Bruchstelle weist der Feuerstein u. a. Schlagwellen auf, die Wallnerlinien. Sie entstehen vor allem bei intentionell abgespaltenen Teilen des Steins, die als Abschläge bezeichnet werden.
Verwendung
Aufgrund der großen Härte, einer in hohem Maße berechenbaren Spaltbarkeit und der ungemein scharfen Schlagkanten war der Feuerstein in der Steinzeit ein wichtiges Rohmaterial, um schneidende Werkzeuge und Waffen herzustellen. Ein steinzeitliches Feuerzeug bestand aus einem Feuerstein, leichtbrennbarem Pulver (Zunder) und Pyrit, aus dem Funken herausgeschlagen wurden. Der Steinzeitmensch Ötzi hatte ein solches Feuerzeug bei sich. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert diente Feuerstein in Steinschlosswaffen als Zündhilfe. Er schlug mit hoher Geschwindigkeit auf ein Schlageisen, die dabei entstehenden Funken entzündeten das Schwarzpulver. Darauf lässt sich auch die synonyme Bezeichnung "Silex" zurückführen. Feuersteinknollen mit einem natürlich entstandenen Loch, so genannte Hühnergötter, fanden besonders als Talismane Verwendung. Heute spielt der Feuerstein als Rohstoff eine untergeordnete Rolle. Im Straßenbau wird er in zermahlener Form dem Asphalt zugemischt, um die reflektierenden Eigenschaften von Straßenbelägen zu verbessern. Fein gemahlen dient er als Schleifmittel.
Hühnergötter
Als Hühnergott wird ein Stein mit einem natürlich entstandenen, durchgehenden Loch bezeichnet. Steine dieser Art sind meist Feuersteinknollen mit herausgewitterten Kreideeinlagerungen. Der „echte“ Hühnergott hat ein Loch von etwa 5 bis 8 mm Durchmesser, in der Regel Überbleibsel eines einst eingelagerten fossilen Seelilienstängels. Hühnergötter kommen an der Ost- sowie Nordseeküste (beispielsweise an den Stränden der Nordfriesischen Inseln) und in eiszeitlichen Geröllen des Binnenlandes vor und sind unter Urlaubern als vermeintliche Glücksbringer ein beliebtes Souvenir. Andernorts in Deutschland sind solche Bildungen eher selten zu finden.
Sie gelten als Glückssteine und sollen Unheil vertreiben oder auch die Legefreudigkeit von Hennen steigern. Daher erhielten sie auch ihren Namen, da die Steine den Hühnern in den Stall gelegt wurden.
Die Aufgaben für diesen EarthCache
1. Feuersteine gibt es in vielen verschiedenen Farben. Welche kommt hier an diesem Strandabschnitt am häufigsten vor? Welcher Stoff ist der Grund für diese spezielle Färbung?
2. Suche einen Feuerstein, der eine offene Bruchstelle hat. ACHTUNG: Wenn du einen Stein selbst zerschlägst, kann es zu scharfen Splittern kommen! Beschreibe die Eigenschaften des Kerns, bzw. der Bruchstelle. Worauf ist diese spezielle Anordnung zurückzuführen?
3. Fotobeweis. Seit Juni 2019 ist ein Fotonachweis wieder zugelassen. Logbedingung ist ein Foto von dir, deinem GPS oder einem persönlichen Gegenstand an diesem Strandabschnitt!
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Quellen
http://www.chemieunterricht.de/dc2/pyrit/inhalt1.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerstein#H.C3.A4rtung
Infografik mit freundlicher Genehmigung des Geologisches Museums Raben Steinfeld Daniela Scharffenberg und Reinhard Braasch
http://www.wissenschaftsgrafik-scharffenberg.de/index.html
