Landhauskolonie Rehbrücke
Mit der Entwicklung Berlins zu einer Industrie- und Beamtengroßstadt wurde die nähere Umgebung für Erholungszwecke zunehmend attraktiver. Der kleine Mann pachtete sich einen Schrebergarten am Stadtrand, der bessergestellte Bürger versuchte in der weiteren Umgebung ein Grundstück mit Landhaus zu erwerben. Geschäftstüchtige Grundstücksmakler erkannten sehr schnell ihre Chance und kauften von den Landwirten der umliegenden Dörfer Flächen auf, um sie als Baugrundstücke weiter zu veräußern. Auf diese Weise entstanden Landhauskolonien rund um Berlin. Die direkte Bahnverbindung zwischen Charlottenburg und den Haltepunkt Rehbrücke bot sich für ein solches Projekt geradezu an. Damit begann eine rasante Entwicklung des alten Bauerndorfes Bergholz zur Doppelgemeinde Bergholz-Rehbrücke.

Die Entwicklung der Kolonie Rehbrücke ist eng mit dem Namen Brinkmann verbunden. Der Initiator Wilhelm Brinkmann starb bereits 1905. Danach ging das Unternehmen an seinen Sohn Martin über, der die Bautätigkeit im Ort bis zum 2. Weltkrieg wesentlich beeinflusste. Obwohl in Rehbrücke oft nach individuellen Wünschen gebaut wurde und zum Teil recht eigenwillige Architekturen entstanden sind, erkennt man diese Bebauungsphase an den zahlreichen Gebäuden mit den aus gebrochenen Flächen bestehenden Mansardendächern. Von Ausnahmen abgesehen sind das keine Komforthäuser. Sie waren oft nicht winterfest, da sie als Zweitwohnung nur in der warmen Jahreszeit genutzt wurden. Daneben entstanden aber auch repräsentative Bauten wie beispielsweise 1908/09 das Feierabendheim für Bilde und 1910 das Ensemble am Eingang der Straße „In den Geeren“, von dem leider ein Gebäude im Krieg zerstört wurde.
Quelle: Jubiläumsschrift von Detlef Lexow
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