Der Saykogel (auch Seikogel) ist ein idealer Berg für alle, die den Gletschern so nah wie möglich sein wollen, ohne sie betreten zu müssen. Er ragt wie eine schwarze Felsinsel aus den Gletscherströmen und bietet wunderbare Ausblicke auf zahlreiche Dreitausender.
Der Gipfel ist ohne Gletscherberührung von der Martin-Busch-Hütte (2500 m) oder vom Hochjochhospiz (2412 m) aus zu erreichen. Oft wird auch die Gipfelüberschreitung gewählt. Achtung: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind absolut notwendig!
Wegbeschreibung Hochjochhospiz – Saykogel – Martin-Busch-Hütte:
Dauer ca. 6 Std, Aufstieg: 1040 m, Abstieg: 950 m
Vom Hochjochhospiz steigt man zunächst 100 Höhenmeter hinunter zum Bach, überquert ihn auf einer Hängebrücke und steigt am anderen Ufer auf steiler Zickzack-Spur wieder hinauf zu einer Geländeschwelle. Nun geht es recht flach am Bach entlang weiter, bis sich die Routen zum Saykogel und zur Bellavista-Hütte trennen. Wir zweigen nach links ab (beschildert) und überqueren den Bach auf einer Brücke. Zunächst geht es wieder relativ flach am Bach entlang taleinwärts. Hier sind einige Geröllfelder zu passieren. Allmählich zieht die Route etwas nach halblinks hinauf und man muss über viele Höhenmeter einen geröllübersäten Moränenrücken hinauf steigen. Nach einer kleinen Senke erreicht man die ersten, flachen Ausläufer des Westgrats, der oberhalb der Gletscherflächen über Geröll und Blockwerk steil nach oben zieht (Markierungen beachten). Über einen ausgesetzten ca. 400 m langen Grad gelangt man an den eigentlichen Gipfelstock des Saykogels: Gehgelände und Kraxelei im Grad I wechseln sich bis zum Gipfel ständig ab. Hier ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit absolute Voraussetzung. Der Aufstieg am Grat ist ausgesetzt und kann bei Vereisung tückisch sein.
Kurz vor dem Gipfel weicht der Steig in die rechte Flanke aus und führt geradeaus hinüber zur breiten Flanke, über die der Abstiegsweg verläuft. Kurz zuvor sollte man aber, möchte man Cache und Gipfel erreichen, links abbiegen und die letzten Meter auf der Steigspur hinaufsteigen. Ca. 60 m vor (westlich) dem leider kreuzlosen Gipfel findet man den Cache unter einem großen Felsen. (Spoilerbild beachten!)
Der Abstieg zur Martin-Busch-Hütte ist deutlich einfacher und führt zunächst in leichter Kraxelei die SO-Flanke hinunter; danach wartet ein langer, einfacher, aber etwas mühsamer Blockwerkhang. Es dauert, bis das Blockwerk weniger wird und man oberhalb der schon lange sichtbaren Martin-Busch-Hütte Wiesengelände und einen richtigen Weg antrifft. Die Entfernung sollte man nicht unterschätzen. Das letzte Stück führt auf gutem Weg zur Martin-Busch-Hütte.
Tipp: aufgrund der ausgesetzten Gipfelpassagen im Aufstieg empfehle ich die Saykogel-Überschreitung in der hier angegebenen Richtung durchzuführen.
Zur T-Wertung: Von der Martin-Busch-Hütte würde ich den Weg mit T4 bewerten, vom Hochjochhospiz bei guten Wegverhältnissen mit T4,5. Oft ist der Grad jedoch vereist oder es liegt noch etwas Schnee, dann wird es schnell ein T5. Ich entscheide mich deshalb für die Mitte und wähle T4,5.
