Einflussreich wurden auch Riegls Konzepte in Sachen Denkmalschutz. Ähnlich Georg Dehio in Deutschland plädierte Riegl gegen die im 19. Jahrhundert verbreitete „Perfektionierung“ und den purifizierenden Weiterbau historischer Bauwerke (etwa gotischer Dome). Zum Unterschied von Dehios eher national geprägter Denkmalsicht vertrat Riegl aber einen supranational und universalistisch geprägten Denkmalbegriff, dessen Kern der Alterswert darstellt. (Riegls ideelles Wertesystem unterschied Gegenwartswerte und Erinnerungswerte. Zu den Gegenwartswerten zählte er den Gebrauchswert und den relativen Kunstwert, zu den Erinnerungswerten den historischen Wert und den von ihm besonders hervorgehobenen Alterswert.) Riegl wandte sich unter anderem im Falle des Diokletianspalastes in Split gegen eine Herausschälung des antiken Monuments und die Beseitigung der späteren ebenfalls schon historisch gewordenen Zubauten.
Riegl war Universitätsprofessor an der Universität Wien. 1904 bis 1905 war Riegl Generalkonservator der Zentralkommission für die Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale, dem heutigen Bundesdenkmalamt. Seine mehrjährige Bemühungen um ein österreichisches Denkmalschutzgesetz waren wenig erfolgreich, wiewohl er den Bedenken privater Denkmalbesitzer (Adel, Kirche) gegenüber den drohenden finanziellen Belastungen weitgehend entgegenzukommen bereit war.
In der neueren Forschung wird die Bedeutung von Alois Riegl für die Entstehung der modernen Bildwissenschaften besonders von Lambert Wiesing herausgestellt.[1]
Im Jahr 1954 wurde in Wien Floridsdorf (21. Bezirk) die Rieglgasse nach ihm benannt.
Oswald Redlich wurde als Sohn eines aus Franken eingewanderten Malers geboren, seine Mutter war eine Tiroler Bauerntochter. Er studierte Geschichte und Geographie in Innsbruck und am Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien. Dort legte er 1881 die Abschlussprüfung ab und wurde anschließend an der Universität Innsbruck promoviert. Zu seinen Hochschullehrern zählten Julius Ficker und Theodor von Sickel. 1881 bis 1892 arbeitete Redlich als Archivar in Innsbruck, wo er sich 1887 habilitierte.
1893 kehrte er an das Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien zurück, wo er zunächst als außerordentlicher und ab 1897 als ordentlicher Professor bis zu seiner Emeritierung 1934 tätig war. 1911/12 war Redlich Rektor der Wiener Universität. 1899 wurde er korrespondierendes, 1900 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die er ab 1915 als Vizepräsident und von 1919 bis 1938 als Präsident leitete. Die Bayerische Akademie der Wissenschaften ernannte ihn 1909 zum korrespondierenden Mitglied.[1] Seit 1927 war er auch korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.[2] 1926 bis 1929 war er zudem Vorstand des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung und von 1918 bis 1942 Obmann der Historischen Kommission. In der Zeit des Austrofaschismus war Redlich Mitglied des Staatsrates.