Über diesen Cache:
Ihr habt den staubigen Weg des Zeltplatzes verlassen und vor Euch tut sich linkerhand eine weite Wiese am Ufer auf. In der Regel ist hier kaum etwas los, sodass dieser malerisch grüne Platz Euch ganz allein zur Verfügung stehen könnte. Hier bieten sich mehrere Möglichkeiten zur Rast (nicht überdacht) und zum Baden (für die nächste Zeit die letzte Möglichkeit auf der Runde abgesehen von einer kleinen Badestelle am Langen See) oder Ihr nutzt die Uferwiese nur zum Relaxen und genießt ein wenig den Ausblick über den See.
Beim Blick auf den See fällt sofort eine nahe Insel auf: Lieps, die größere der beiden Inseln im See (der kleine Bruder Horst versteckt sich von hier aus gesehen hinter seiner großen Schwester), sie misst etwa 1500m in der Länge und bis zu 600m in der Breite. Die Insel wurde, wie der See und die gesamte Landschaft, während der letzten Vereisungsperiode vor fast 16.000 Jahren geschaffen, ihr Name entstammt dem slawischen Wort Lipa (Linde). Das Ufer und Teile der Insel sind heute bewaldet, viele seltene Vogelarten sind dort beheimatet. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Insel weitgehend gerodet und fortan als Pachtland landwirtschaftlich genutzt, bis der Hof auf der Insel 1956 von einem Blitz getroffen und vollständig zerstört wurde. Heute wird die Insel lediglich als Sommerweide für Rinder genutzt. Innerhalb einer großen verwilderten Streuobstwiese mit vielen verschiedenen Obstsorten (z.T. alter, heute kaum noch genutzter Kultursorten) findet man noch letzte Überreste des heute nicht mehr genau abgrenzbaren Hofes. Lieps ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel der lokalen und überregionalen Wasserratten. Es gibt keinerlei touristische Infrastruktur auf der Insel, wohl aber einige Geocaches. Eigentlich gehört Lieps hochamtlich territorial zu Bad Kleinen (und Horst zu Lübstorf, hochamtlich), müsste also genau genommen dort vorgestellt werden. Aber den besten Blick auf Lieps hat man einfach von den Stränden Flessenows aus...

Und was gibt es über Flessenow zu wissen, an dessen Ufer Ihr nun steht? Erstmals urkundlich erwähnt wurde Flessenow wie das bereits durchquerte Retgendorf 1241, damals noch Vlassenow. Der Name des Ortes stammt vermutlich aus dem Altslawischen, abgeleitet vom Wort vlaga (Feuchter Ort). Flessenow war vom 15. bis ins 20. Jahrhundert wie auch Retgendorf Teil eines mehrere Dörfer umfassenden Gutsbesitzes, Zeugnisse dieser Zeit sind die Lindenallee und das ehemalige Herrenhaus, beide in der Lindenstraße. Der letzte Gutsbesitzer wurde 1945 enteignet. Das Herrenhaus Flessenow, ein Neorenaissance-Bau, wurde danach bewohnt und beherbergte auch den Konsum des Dorfes, seit einigen Jahren steht es, in Privatbesitz befindlich, leer und verwittert. Die Gutsanlage wurde weitestgehend abgetragen. Etwas außerhalb, im Flessenower Forst, befand sich nach 1945 ein Quarantänelager, in dem Hunderte von Flüchtlingen lebten und unter Hunger und Krankheiten litten, der Flüchtlingsfriedhof steht heute unter Denkmalschutz. Auch das Herrenhaus wurde zeitweilig vom Quarantänelager genutzt und wurde "Weißes Haus" genannt, mehr dazu im Listing zu Aussenseerunde 18. Eine architektonische Besonderheit der Region sind die karelofinnischen Hütten, die 1945 von sowjetischen Soldaten erbaut wurden, und die später von den Flüchtlingen bewohnt wurden.
Zum Cache selbst: Gesucht wird ein kleines Glas am Südende der Wiese unweit des Wassers. Neben dem Logbuch enthält es einen Stift und einige Tauschutensilien. Verhaltet Euch unauffällig und genießt die Pause!
Über die Aussenseerunde:
Bei der Aussenseerunde handelt es sich um eine Wanderstrecke von etwa 40 km um den Schweriner Aussensee, den nördlichen Teil des Schweriner Sees, dem viertgrößten deutschen See. Die Runde ist geeignet für Fußgänger und Radfahrer, nur wenige Caches können problemlos mit dem Auto eingesammelt werden. Die Caches sind meist leicht zu finden und überwiegend wegnah versteckt. Erwartet keine aufwändigen Konstruktionen, schließlich geht es darum, der Cachergemeinde die eiszeitlich geprägte Gegend rund um den Aussensee und einige Sehenswürdigkeiten näher zu bringen. Unterwegs finden sich zahlreiche Möglichkeiten für weitere lohnenswerte kleine Abstecher.
weitere Infos und Hinweise zur Aussenseerunde im Listing von "Aussenseerunde 1 - Rampenhopse reloaded" (GC6MAEV)
About "Aussenseerunde":
"Aussenseerunde" is a walking route of about 40 km around the Outer Lake, the northern part of Lake Schwerin, the fourth largest lake in Germany. The route is suitable for pedestrians and cyclists, only a few caches can be easily collected by car. For further information about the "Aussenseerunde" please read the Listing of Part 1: "Aussenseerunde 1 - Rampenhopse reloaded" (GC6MAEV).