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Memories Mystery Cache

This cache has been archived.

Mi-Team: Die Erinnerungen mit euch zu teilen, hat großen Spaß gemacht. Da die Dose aber immer wieder nass ist und die Cacher der Gegend den Cache schon geloggt haben, archivieren wir ihn nun. Vielen Dank für eure netten Logs …. Mi-Team

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Hidden : 10/6/2016
Difficulty:
4.5 out of 5
Terrain:
4 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:

Könnt Ihr Euch noch an typische Dinge aus der Kindheit erinnern? Da gibt es Gerüche, Geräusche, Abläufe, Familienerinnerungen…


Ich erinnere mich gerne an die Zeiten, als wir meine Großeltern in der damaligen DDR besuchten. Es war unheimlich, aufregend, skurril, aber eben auch schön, denn Oma und Opa sind ja was ganz Besonderes. Und besonders dann, wenn man sie nur einmal im Jahr zu Gesicht bekommt. Also wurde unser Opel Vectra bis zum Rand vollgepackt – ne, nicht mit Klamotten, um zu zeigen, was man als Wessi so trägt - mit Lebensmitteln. Bananen, Gurken, Tomaten, Kiwis, Äpfel, Mandarinen, Orangen… all das landete im Kofferraum, nachdem die Koffer drin waren. Da wir ja viel mit „rüber“ nehmen mussten, war es meinen Eltern immer ganz wichtig, ein Auto zu fahren, welches einen besonders großen Kofferraum hatte. Selbst die Räume unter den Vordersitzen, die eigentlich uns Kindern und den noch wachsenden Extremitäten zugestanden hätten, wurden vollgepackt mit Nudeln, Reis, Klössen und Schokoladen in Hülle und Fülle.

Sowas kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Aber damals war es einfach so: es gab da ja nix! Morgens um drei ging es dann los. Müde wurden wir Kinder ins Auto verfrachtet, um vor dem langen Stau über die Grenze gefahren zu sein. Sieben Stunden Fahrt lagen vor uns. Diese wurden meist mit Lesen, Walkmanhören (kennt den noch einer?! Da hinein kamen Kassetten! Ganz tolles Teil), Erzählen und Langweile verbracht. Sowas wie DVD am mobilen Fernseher gab es noch nicht. Irgendwann näherten wir uns der Grenze. Hier wurde es jedes Mal spannend. Der Walkman wurde in den kleinen Kinderrucksack gesteckt, denn Kindersachen kontrollierte meist niemand. Hätten wir dies nicht getan, wären wir das gute Stück an der Grenze schon los gewesen, hätte es sich doch auch um ein Spionagegerät handeln können. Grenze – ja, das war nicht immer lustig. Hier wurde alles kontrolliert und so mussten die Bananen, Orangen, Äpfel, Gurken, Tomaten, Nudeln, Schokoladen und natürlich die Koffer wieder ausgeladen werden. Letztere wurden professionell durchleuchtet wie man es heute am Flughafen noch macht. Manchmal wurden sogar meine Eltern in einer Kabine durchleuchtet. Sicher ist sicher. Ich weiß noch, dass wir einmal nach der Rückkehr in die BRD in die Werkstatt mussten, weil die Grenzbeamten unsere Hupe gründlichst inspiziert hatten und diese nur noch sporadisch ihren Dienst tat. Mensch, da hätten wir tatsächlich noch eine Tüte Vanillezucker unterbekommen! Was für eine Idee! Irgendwann, meist nach zwei Stunden der ausgiebigen Kontrolle, wurden wir zur Weiterfahrt aufgefordert. Aber Zacki. Rasch alles wieder rein in den großen Kofferraum und ab ging die Fahrt. Geschafft.

Grenze

Auf dem weiteren Weg war es ganz fantastisch, dass der Kofferraum kaum noch Luft als Füllung hatte, denn die Autobahnen der DDR bestanden aus aneinander gelegten Betonplatten und so wurde der Rest des Weges mit einem rhythmischen Pa-dong-pa-dong-pa-dong zurückgelegt. Irgendwann war es soweit: wir bogen in die Straße meiner Großeltern ein, an der Kirche in Lutherstadt–Wittenberg. Eine Straße ist vielleicht übertrieben. Es war eher sowas wie eine ausgewachsene Schotterpiste mit 30cm tiefen und 50cm breiten Löchern. Aber wenn die Stoßdämpfer bis hier gehalten hatten, würden sie es die letzten Meter auch noch schaffen! Beeindruckend, dass die fahrenden Pappkartons, ein typisches DDR-Produkt, auf das man im Schnitt bis zu zehn Jahre warten musste, dies ausgehalten haben!

Am Fenster stand schon meine Oma, ein weißes Tuch schwenkend! Schön! Der Geruch im Haus meiner Grosseltern ist nur noch selten reproduzierbar. Es roch nach Kohleöfen. Ein ganz spezieller Geruch. Zur Begrüßung gab es dann Omas Spezialkuchen. Der war toll! 2 Eier, 2 Tassen Zucker, 6 Tassen Mehl, 14gr Salz, 34gr Backpulver, 82ml Milch, 198gr Butter – fertig! Verziert wurde der Kuchen immer mit einer dicken Schokoschicht, wenn es denn Schokolade gegeben hatte. Man musste ja für alles immer anstehen. Dieses Mal hatten meine Großeltern tatsächlich die Minuten des Anstehens gezählt bis sie alles für unseren Besuch beisammen hatten: 478 Minuten! Wahnsinn. Es war so schön, meine Großeltern zu sehen! Stundenlang mussten wir Kinder von Schule, Freunden und Hobbys berichten und unsere Großeltern konnten nicht genug davon bekommen. Alle saßen in der guten Stube mit dem Kohleofen.

Nach nicht einmal einer Woche endete meist der Aufenthalt bei meinen Großeltern. Innerhalb dieser Tage mussten meine Eltern aber ihr Zwangsumtauschgeld auf den Kopf hauen. Nur wo? Es gab ja nix im Demokratischen Land; nur fantastisch hässliche Hausschuhe für alle. Noch heute ist es mir ein Rätsel, warum es die ollen Dinger einfach immer gab.

Wittenberg

An der Grenze mussten wir sie schließlich verstecken, denn Waren aus der DDR auszuführen, war nicht erlaubt. Nicht einmal hässliche. Wer die Zeiten der DDR nicht durch Verwandte „drüben“ erlebt hat, der kann nicht mal ansatzweise nachvollziehen, welche Gefühle und Gedanken meine Eltern an der Grenze hatten oder wie aufgeregt wir Kinder waren, wie unheimlich es war, wenn die Truppen am Fenster der Großeltern in den LKWs vorbeifuhren und wir manchmal bis zu sechzig Stück in einer Reihe zählten. Ein Stück Geschichte… und die Gerüche, Erinnerungen und Oma und Opa werden immer in unserem Kopf bleiben! Schön, dass sie die Wende noch erlebt haben!

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Additional Hints (Decrypt)

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)