„Wieviele Seufzer, wieviele Schreie, wieviele Flüche, wieviel Verzweiflung in diesem Walde bei Flößberg! Welch entmenschte Menschen!“, so der in DDR-Zeiten erschienene „Führer für Heimatfreunde durch den Kreis Geithain“.
Doch was für Arbeiten mussten die zumeist polnischen und ungarischen Juden im Flößberger Wald durchführen, dass sich die Seufzer und Flüche bis zur Trostlosigkeit des Suizids steigerten? Zum einen durchliefen die Insassen des Flößberger Außenlagers bis zu ihrer Ankunft im Lager mehrere andere Konzentrationslager. Die Arbeit, die aus diesen vorherigen Konzentrationslagern noch in den Knochen der Insassen steckte, setze ihnen erheblich zu. Weiterhin schrieb die „Leipziger Volkszeitung“, nachdem das Grab in Flößberg 2011 erneut von Neonazis mit Hassparolen geschändet wurde, über die Arbeitsverhältnisse:
„... etwa 2.350 Meter Eisenbahngleisen und der Errichtung von etwa zehn Häftlingsbaracken, mehreren Baracken für die Bewacher, Unterkünfte für Bautrupps deutscher Firmen und den eigentlichen Produktionsbaracken eine -gemessen an der kurzen Zeit -dermaßen hohe Arbeitsleistung abgefordert, dass es zu gewaltigen Opfern unter den Gefangenen kam“
Das Verlegen und Instandsetzen der Eisenbahnschienen, die Beförderung der Waggons per Hand, das lebensgefährliche Befüllen und Handtieren an den Panzerfäusten unter stetiger Eile und der anfängliche Bau von Baracken, bedeuteten den Arbeitstod für viele der Insassen.
Wenn man sich die Lebensbedingungen in diesem KZ-Außenlager von Buchenwald betrachte, sollte man auch die Jahreszeit nicht vergessen, den Kriegswinter, die spärliche Häftlingsbekleidung und die Nahrung von der im Cache DIE VERPFLEGUNG berichtet wird.
Bis zur Umgestaltung des Friedhofes und der Installation einer Informationstafel erinnerte nichts, erzählte nichts im „Großen Fürstenholz“ über die Schufterei, den Hunger und die Verzweiflung der jungen Männer.
Bertolt Brecht sagte: „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“ Solange man den Opfern dieser schrecklichen Zeit auch in Flößberg keinen Namen gibt, solange verschweigt man meiner Generation die lokalhistorische Wahrheit. Glücklicherweise gibt es am Friedhof nach der Epoche der DDR-Erinnerungspolitik wieder Einzelgräber mit dem Verweis auf jüdische Opfer. Auch sind alle Namen der bekannten Opfer des Außenlagers heute in den Friedhofsarealen in Borna und Flößberg ersichtlich.
Eine kleine Fußnote zu der Serie im Flößberger Wald. Ich als Owner und langjähriger Geocacher weiß, dass die Dosen und ihre Verstecke keine weltbewegenden oder besonderen sind. Die Route wurde entwickelt um mit Jugendgruppen und Schulklassen, die das erste mal Geocaching betreiben, die Geschichte des KZ-Außenlagers in einer etwas unkonventionellen, also nicht-klassischen Frontal-Führung, zu entdecken. Daher sind die Verstecke nicht zu schwierig und nicht zu abwechslungsreich gestaltet. Dies bitte ich nachzusehen. Für die komplette Runde benötigt man rund 2 ruhige Stunden.