Vor 250-240 Millionen Jahren, zur Zechsteinzeit, wurden in einem großen Meer die Zechsteinablagerungen gebildet, die heute als Grundgestein unserer Karstlandschaft auftreten: Wasserlösliche Gipse, Anhydrite und Salze sind verantwortlich für die Entstehung einer einmaligen Karstlandschaft. Höhlen, Erdfälle, Dolinen und Bachschwinden sind typische Erscheinungen.
Hier geht es um die Bachschwinden:

Definition:
Ein Ponor (aus dem Südslawischen) – auch als Schluckloch, sinkhole (engl.), Schwalgloch (im Westfälischen), Schwinde, Bachschwinde, katavothra (neugriechisch: καταβόθρα) oder Gully bekannt – ist eine Öffnung in der Geländeoberfläche, an der ein fließendes oder stehendes Gewässer abfließt und unterirdisch weiterfließt. Der Ponor ist eine typische, in vielen Regionen der Erde auftretendeKarsterscheinung, und tritt daher häufig in Regionen auf, deren Untergrund aus Kalkstein besteht.
Je nach Verhältnis zwischen der Querschnittsfläche der Öffnung oder dem Volumen des sich anschließenden unterirdischen Höhlensystems (Durchflusskapazität) einerseits und der Zuflussmenge des entsprechenden Gewässers andererseits unterscheidet man im deutschen Sprachraum Schwinden und Schlinger.
Schwinde (man sagt auch Flussschwinde, Bachschwinde oder Wasserschwinde) bezeichnet hierbei jenen Fall, in dem die Zuflussmenge klein genug ist, um die Öffnung und das sich anschließende Höhlensystem passieren zu können, ohne dass das Wasser an der Geländeoberfläche angestaut wird und dort zumindest teilweise normal abfließen kann. Dies äußert sich darin, dass ein Bach in einer solchen Öffnung, im wahrsten Sinne des Wortes, einfach verschwindet.

Der Standort befindet sich in der Karstlandschaft. Das Gipsgestein ist hier nur durch Fließboden verhüllt. Nach Süden gelangt der Gips vollständig unter Buntsandsteinboden. An beiden gegenüberliegenden Bergflankentritt der Gips in kleinen Steinbruchwänden zutage.
Am Standort hat sich ein gelegentlich wasserführender Bachlauf in die Talsedimente eingeschnitten und endet in einer Bachschwinde. Diese verändert sich ständig. In der unmittelbaren Umgebung befinden sich ältere Bachschwinden. Hinter den Schwundlöchern zeigen sich kleine Höhlen, die aber bis zur Decke mit Schlamm verfüllt sind. Ein Eindringen endet nach wenigen Metern. Wo das Wasser bleibt ist unbekannt.