Vom Wolf (aus: Der Kreis Fallingbostel 1935)

Die letzte denkwürdige und erfolgreiche Wolfsjagd fand bei uns im Bleckgehege statt.
Am 17. September 1843 wurde der Wolf dort erlegt, wo der König von Hannover bei Dreikronen zum Andenken den Wolfsstein setzen ließ. Der Wolf hatte böse gehaust, unter anderem zwischen Riethagen und Helberg 23 Schafe zerissen.
Den ersten Schuß brachte dem Wolf, der dadurch seine Bewegungsfreiheit einbüßte, der Revierjäger Buckn aus Stellichte bei. Der Revierförster und Gogräfe „Ruschenbusch“ hatte zwar die Jagd vorbildlich geleitet und dafür 50 Taler Prämie bekommen, bei der ganzen Jagd hat er jedoch keinen Schuß abgegeben. Bei dem Schuß des Kellerwirtes Precht (5. Schuß) stürzte der Wolf zusammen. Alle anderen Berichte darüber sind Märchen.
Hierzu auch folgender Beitrag aus einem Buch dessen Titel und Herkunft ich leider nicht mehr nachvollziehen kann. Dieser ist wahrscheinlich eher zu datieren als der vorhergehende Bericht.
"Der letzte Wolf bei Walsrode"
Im freiherrlichen Schlosse zu Kettenburg befindet sich eine fein ausgeführte Zeichnung, die den Jagdvorgang beim erlegen des letzten Wolfes im Amte Fallingbostel darstellt. Unsere Abbildung ist eine verkleinerte Wiedergabe jener Zeichnung. Letztere ist angefertigt von dem noch heute in der Walsroder Gegend volkstümlichen Förster und Leutnant a.D. Ruschenbusch, der 1877 in Walsrode im 91. Lebensjahre starb. Im Hotel Krumwieh zur Stadt Hannover in Walsrode ist sein Bild zu sehen. Das auf Ruschenbuschs Zeichnung abgebildete Jagdgelände befindet sich nordwestlich von Walsrode, westlich von „Dreikronen“. Da die Erklärung auf unserem Bilde nicht lesbar ist, sei sie hier wiederholt:

A bezeichnet die Stelle wo der Wolf in das Bleckgehäge getrabt ist.
B die Schützenlinie
C die Stellung der Treiber
D die Stelle wo er durchbrechen wollte als das Treiben noch nicht angegangen war, aber von den dort aufgestellten Treibern wieder zurückgejagt wurde
E wo er aus dem Bleckgehäge getrieben wurde und sich der Schützenlinie näherte, alsdann aber verwundet und unter fortwährendem Schießen wieder bis zu F zurückflüchtete
F wo er endlich verendete und wo jetzt ein Denkmal errichtet worden ist
Auf dem Denkstein (Der Stein wurde während einer Flurbereinigung einige Meter nach Osten, an den Rand der Straße, versetzt.), der heute noch zu sehen ist, steht das Datum 17. Sept. 1822, als Tag dieser letzten Wolfsjagd verzeichnet. Die Zeichnung trägt das Datum „Monat August 1844“, und die Unterschrift: P.C. Ruschenbusch Leut. Diese Schriften sind so fein gezeichnet, daß sie mit dem bloßen Auge kaum lesbar sind. Ruschenbusch war damals 58 Jahre alt. Wahrscheinlich ist die Zeichnung anläßlich der Denksteinerrichtung angefertigt.
Jedenfalls war das Auftauchen eines Wolfes um jene Zeit für Jäger und sonstige Bevölkerung eine Sensation. (17)69 hat man den letzten bei Schneverdingen gesehen und (17)80 den letzten bei Sottrum.
Dem aufmerksamen Leser wird hier natürlich nicht entgangen sein, daß die Daten der beiden Berichte etwas voneinander abweichen. Was nun letztendlich die korrekte Jahreszahl und den Verlauf der Jagd angeht, wird es für uns wohl für immer im Dunkel bleiben.
Viel Spaß beim Suchen
wünscht Euch:
Löwe67