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Geocaching meets Geschichte - Kurt Schlosser

Wer als Dresdner den Namen Kurt Schlosser hört, verbindet damit sicherlich den Bergsteiger und/oder den Bergsteigerchor. Nur wenige wissen, dass Kurt Schlosser Teil des Widerstands in der NS-Zeit war und dafür hingerichtet wurde. Dieser Kurz-Multi führt euch zum eigens für ihn gelegten "Stolperstein".
Projektbeschreibung:
Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in 1099 Orten Deutschlands und in zwanzig Ländern Europas.
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist', zitiert Gunter Demnig den Talmud. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.
Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines STOLPERSTEINS übernehmen.
Wenn ihr euch noch eingehender mit dem Thema beschäftigen wollt, solltet ihr euch den Mystery Dresdner Stolpersteine von ubique anschauen.
Kurt Schlosser:
Kurt Schlosser wurde am 18. Oktober 1900 geboren. Er war Tischler sowie aktiver Gewerkschafter und Kletterer. Er engagierte sich bei der Vereinigung "Die Naturfreunde – Vereinigte Kletterabteilung Sachsen“ (VKA) und leitete zwischen 1927 und 1933 die Gesangsabteilung des Touristenvereins der VKA.
Während seiner Ausbildung zum Möbeltischler verlor er seinen rechten Unterarm. Trotzdem bildete er mit jungen Arbeitersportlern eine Klettergruppe und war außerdem Mitglied des Holzarbeiterverbandes. Zwischen 1919 und 1923 war er als Polierer, Beizer und Anschläger in den Deutschen Werkstätten Hellerau tätig und dort auch Mitglied des Betriebsrates. 1923 trat er der KPD bei. Er gehörte der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO) in den Deutschen Werkstätten an. 1930 wurde er als kommunistischer Betriebsrat gemaßregelt und aus dem Holzarbeiterverband ausgeschlossen. Vor dem Arbeitsgericht erkämpfte er seine Weiterbeschäftigung im Betrieb. 1931 gründete er in der Leipziger Straße 72 in Dresden die „Werkstatt für moderne Raumkunst“, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen.
Ab 1933 geht er mit der VKA und dem Chor in die Illegalität und organisiert den Widerstand in Dresdner Großbetrieben. Immer wieder wurde er verhaftet und stand unter ständiger Beobachtung. Wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ wird er am 3. Dezember 1943 erneut verhaftet und am 30. Juni 1944 unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch den „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt. Seine letzten Worte an seine Mitangeklagten: „... und vergesst die Arbeit nicht“. Am 16. August 1944 wurde er im Hof des Landgerichts am Münchner Platz in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
An Kurt Schlosser erinnert u.a. ein Gedenkstein vor den Deutschen Werkstätten Hellerau. Seit 10. September 1949 trägt der Bergsteigerchor den Namen „Kurt Schlosser“.
Zum Cache:
Ihr befindet auch an der Ecke Oschatzer Straße/ Leipziger Straße.
Lauft nun auf dem Gehweg aufmerksam Richtung Südosten bis zur Kreuzung Leipziger Straße/ Moritzburger Straße. Unterwegs findet ihr den Stolperstein für Kurt Schlosser.
Löst nun folgende Aufgaben zur Berechnung des Finals:
1. Buchstabenwert des sechsten Buchstaben des zweiten Inhaftierungsgrundes = A
2. iterative Quersumme aller Ziffern des Inhaftierungsdatums = B
3. Anzahl Ziffern der dritten Zeile = C
4. Anzahl der Ziffer zwei in Zeile acht = D
5. Nummer der Zeile der Partei plus zwei = E
6. iterative Quersumme aller Ziffern des Hinrichtungsdatums minus eins = F
Peilt nun vom Stolperstein zum Finalversteck: ABC Meter in DEF Grad
Ihr werdet vor Ort merken, dass es prinzipiell sehr muggelig ist. Macht euch aber nicht verrückt! Greift einfach zu und tut so, als wäre es total selbstverständlich. Wenn euch jemand anspricht, erzählt ruhig was ihr da treibt. ;)
Wir empfehlen euch auch die bisherigen Projektcaches der Serie:
Viel Spaß wünschen euch

Quellen:
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/binary/GSK2H5WPXJUELIDFUEW624OLI5JQEDAE/full/1.jpg [12.09.2016]
Brendler, Klaus: Kurt Schlosser: Bergsteiger im Widerstand. Neustadt Zeitung vom 23.8.2014. http://www.dresdner-stadtteilzeitungen.de/kurt-schlosser-bergsteiger-im-widerstand/ [12.09.2016]
Kraushaar, Luise et al. (1970): Deutsche Widerstandskämpfer. Berlin: Dietz Verlag, Bd. 2, S. 159 ff.
Sächsischer Bergsteigerchor „Kurt Schlosser“ Dresden e.V. http://www.bergsteigerchor.de/de/index.phtml [12.09.2016]
Wikipedia-Eintrag „Kurt Schlosser“ [12.09.2016]