Paula Wilken wurde am 13.03.1910 in Ascheberg geboren. Sie verlor ihren Vater sehr früh auf tragische Weise. Ihre Mutter, an der sie zeitlebens mit großer Liebe hing, musste ihre acht Kinder in schwerer Zeit alleine durchbringen.
Im Jahre 1933 zog Paula Wilken zusammen mit ihrem Ehemann Josef nach Kinderhaus, damals bereits Teil der Großstadt Münster, aber dennoch überschaubar und noch dörflich klein. Die Straßen waren 1933 noch nicht gepflastert und die Heimatdichterin und -schriftstellerin sprach später davon, es habe ausgesehen "wie in Masuren".
In Kinderhaus schrieb sie plattdeutsche Theaterstücke, Gedichte, Erzählungen. In den Jahren 1948 bis 1953 wurden im Saal der früheren Gaststätte Keuthage an der Grevener Straße (Heute befinden sich in dem Gebäude die Kita "Die Glühwürmchen" und Kita "Grünhaus") sechs abendfüllende Vierakter von Paula Wilken aufgeführt. In dieser Zeit rief sie auch den Plattdeutschen Abend ins Leben. Das führte im Jahre 1951 zusammen mit Dr. Gustav Merten, der auch aus 'Askebierk' (Ascheberg) stammte, zur Gründung des Plattdütsken Krink Mönster; dem sie lange Jahre im Vorstand angehörte.
Unermüdlich engagierte sie sich für die plattdeutsche Sprache. Sie schrieb immer neue Gedichte, neue Lieder und reiste rezitierend durch das Münsterland. Überall fand sie spontan viele Freunde.
Mit ihrem Lied von der Kaffeemühle sang sie sich in die Herzen aller Liebhaber der plattdeutschen Mundart. Die hier besungene Kaffeemühle kann man übrigens in einer Vitrine im Kinderhauser Heimatmuseum (in der Nähe der Startkoordinaten) bewundern. 1987 wurde Paula Wilken das Bundesverdienstkreuz verliehen, eine von vielen Ehrungen, die sie erhielt.
Am 26. September 1988 endete ihr erfülltes Leben. Geblieben ist die Erinnerung an eine lebensweise plattdeutsche Dichterin, an eine großartige Frau und deren fröhliches Lebensmotto: Sing met mi un lach met mi!
Kaffeelied
So'n Kôppken Trost, vallera
Jerre Mensk het siene Leidenschaft,
jerre het so sien Plasseer.
Maria drinkt gähn Appelsaft,
un Anton en Glas Beer.
De Krösus döht't in Sekt un Wien,
fö Jans, doa kannt en Schnäpsken sien.
Op all dat Tügs ick fleit,
wenn män mien Muehlken geiht!
Kehrreim:
Son Köppken Trost, vallera
un dann män Prost, vallera,
dat höllt famost, vallera,
us üöwer Water.
Son Räcketäck, vallera,
met'n lück Gebäck, vallera,
ja ja de schmäckt, vallera,
so bie't Gequater.
Et gaf es maol ne leige Tiet,
doa stonn mien Müehlken still.
De Kaffee kost't en Küenigriek,
dat Pund ne halwe Mill,
wat was dat ümmers en Tamtam,
wenn es son Sonderaufruf kamm.
Wat hefft wi us dann freit,
un wat heff wi't Müehlken dreiht!
Kehrreim
Nu sit't de Ladens pintevull,
von all de brune Pracht.
Män blos de Pries sind ratz te dull
gaoht üöwer usse Macht.
Wi armen Lüü betahlt us schwatt,
daobie haoll wi kien Braut in't Schapp.
Män Böhnkes múett de sien,
nao ähr es wat von Schwien.
Kehrreim
(Quellen: Kinderhaus auf einen Griff, Broschüre der Werbegemeinschaft Kinderhaus u.a., 2002 und "Sunn un Riägen" von Paula Wilken)
Hier findet ihr Kaffeemühlenlied "So'n Köppken trost vallera" als Instumentalversion:
Das Kaffeemühenlied auf YouTube
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Der Multi führt euch über die Paula-Wilken-Stiege, die 1989 nach der Dichterin benannt wurde. Parken könnt ihr fast direkt am Startpunkt. Sucht an den Startkoordinaten nach einem Hinweis auf Paula, dort findet ihr die Informationen, die euch zur zweiten Station führen. Der Multi besteht aus zwei Stationen und dem Final und ist ohne Problem in einem Viertelstündchen machbar. Bitte versucht, vor allem am Final, möglichst unaufällig vorzugehen, hier ist immer mit hohem Muggelaufkommen zu rechnen.
Und für die Bannersammler unter euch gibt es ein buntes Bildchen für euer Profil:

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