Skip to content

GeoSuhl VI: Blutende Erde EarthCache

Hidden : 11/3/2016
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


Für diesen Cache benötigst du

Blutende Erde

An diesen Koordinaten wirst du keinen Vulkan entdecken, ebenso wenig einen spektakulären Steinbruch, einen gigantischen Berg, eine geheimnisvolle Höhle oder einen romantischen Wasserfall. Trotzdem ist diese Stelle geologisch nicht minder interessant. Denn sie lässt Rückschlüsse auf hier befindliche Minerale und damit auch auf die Geschichte und den Beinamen der Stadt Suhl zu. Deshalb hab ich der blutenden Erde diesen Earthcache gewidmet. Viel Spaß.

Erzlagerstätten in Suhl

Unter dem Marktplatz von Suhl verläuft die geologische Grenze zwischen dem Thüringer Wald und seinem süwestlichen Vorland. Hier wird der dominierende Buntsandstein des Haseltales und seiner sanfthügeligen Berge von den schrofferen, aus widerstandsfähigen Porphyren und Porphyriten bestehenden Gip- feln des Gebirges getrennt. Die für das Erscheinungsbild der Stadt so charakteristischen Massive des Domberges, Döllberges, Ringberges, Eisenberges und Beerberges überragen den durch tiefgründige Verwitterung großflachig ausgeräumten Suhl-Zella-Mehliser Granitkessel um mehrere hundert Meter. Entlang der Randverwerfung des Thüringer Waldes konzentrieren sich die wichtigsten Erzlagerstätten. Im Suhler Gebiet sind insbesondere der Döllberg, auf dem du dich gerade befindest, und der Domberg-Bock-Höhenrücken zu nennen, an denen jeweils Hunderte von Grubenanlagen nachgewiesen werden konnten. Ihre Metallgehalte entstammen mineralreichen wässrigen Lösungen, die während der Hebungsvorgänge des entstehenden Gebirges in Störungssystemen zirkulierten. Auf offenen Klüften wurden die Erze schliefllich infolge Abkühlung und Druckabnahme ausgeschieden. Dominierend sind vielgestaltige Eisenerze, vor allem Hämatit (Roteisenerz), die in reinen Erzgängen oder gemeinsam mit Nichterzmineralen, beispielsweise Kalk- und Schwerspat oder Quarz, auskristallisierten. Mitunter ist den Eisen- und Manganerzen noch ihr ursprünglicher, wohl gelartiger Zustand anzusehen: Nierige, kugelige oder tropfsteinartige Bildungen erhielten von den Bergleuten die treffende Bezeichnung "Roter, Brauner oder Schwarzer Glaskopf."

Historie

Die Geschichte des Bergbaus in Suhl ist eine Geschichte des Eisens. Archäologische Funde deuten auf einen vor mindestens 2000 Jahren begonnenen bergmännischen Abbau von Hämatit zur Eisengewinnung im Bereich des Döllbergs hin. Heimatforscher vermuten in diesem Gebiet sogar die älteste Ansiedlung der Region, sozusagen das Ur-Suhl. Bei dieser Annahme stützen sie sich auch auf die Bedeutung des keltischen „Sol“ für Stein/Fels und die in direkter Nachbarschaft der Roten Erde gelegene, „Steinige Bahn“ genannte Ansammlung verkieselter Zechsteinblöcke. Auch zu diesem Thema gibt es unweit von hier einen Earthcache. Für diese Flur ist aus dem 16. Jahrhundert auch die Bezeichnung „uff dem Sole“ überliefert. Möglicherweise leitet sich der Name Suhl sogar von dieser Bezeichnung ab.

Hämatit
Hämatit, auch Blutstein, Eisenglanz, Specularit, Iserin, Roteisenstein, Roteisenerz oder Rötel genannt, ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide mit einem Stoffmengenverhältnis Metall:Sauerstoff = 2:3. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Fe2O3 und entwickelt verschiedenste Kristallformen, aber auch massige, traubige und radialstrahlige Aggregate in grauer, schwarzer oder rotbrauner Farbe. Dünne Hämatit-Blättchen sind rötlich durchscheinend.

Hämatit läuft nach einiger Zeit bunt an und wird durch Verwitterung rot. Die Strichfarbe ist meist ein charakteristisches blutrot - von ihr und vom blutrot gefärbten Schleifwasser beim Bearbeiten leitet sich der Name des Minerals ab. Das Mineral kann geringe Gehalte von Magnesium, Mangan und Titan aufweisen.

Bei Verwitterung zeigt der Hämatit eine rotbraune Farbe. Die Farbe erinnert nicht nur an Korrosion (Rost), es ist tatsächlich Korrosion. Der Hämatit rostet tatsächlich auf Grund seines sehr hohen Eisenanteiles. Aufgrund seiner Farbeigenschaften wird Hämatit bis heute als Farbpigment verwendet. So wurde Hämatit-Pulver bereits vor 40.000 Jahren für die Höhlenmalerei verwendet, bei den Indianern als das "Blut lebender Steine" verehrt, und sogar das Selbstbildnis Leonardo da Vincis wurde mit Farben auf Hämatit Basis gemalt.

Das in Suhl gewonnene Hämatit war für die damalige Eisenindustrie besonders geeignet, da es bereits in den primitiven damaligen Öfen gut schmelzbar war. Zudem konnte in Suhl Hämatit gewonnen werden, welches frei von Schwefel- und Phosphormineralien war und somit die Produktion sehr reinen Eisens ermöglichte. Die Erze konnten deswegen zur Gewinnung weichen Eisens für die Büchsenrohrschmiede verwendet werden. Dieses Eisen wurde schließlich zur Basis der bekannten Suhler Waffenschmiede. Selbst heute, da sowohl der Suhler Bergbau als auch die hiesige Waffenproduktion eingestellt bzw. eingeschränkt wurden, führt die Stadt aus Traditionsgründen den Titel Waffenstadt Suhl. Darin zeigt sich, welche Bedeutung der einstmals hier im Umfeld der Roten Erde begonnene Bergbau für die Entwicklung und das Selbstverständnis der Stadt Suhl hatte.
Aufgaben
Um diesen Cache zu loggen, beantworte mir folgende Fragen:
  1. Warum war schon im Mittelalter der hier in Suhl vorkommende Hämatit für die Waffenschmiede ganz besonders gut geeignet?

  2. Das Experiment: Suche im Umkreis der Koordinaten eine Stelle ohne Vegetationsdecke und schaufle ein kleines Loch. (Keine Grube – einige Zentimeter im Durchmesser reichen. Bitte schließe das Loch nach Ende deines Experiments wieder.) Dort hinein schüttest du den Inhalt deiner Wasserflasche. Die Erde muss ausreichend nass sein. Während und kurz nach ergiebigen Regenfällen kannst du die Fragen auch so beantworten.

    a) Beschreibe die Erde in diesem Zustand. (Farbe, Haptik, äußere Erscheinung)

    b) Was sind die Gründe dafür, dass die Erde hier genau so aussieht?


  3. Nimm etwas Erde und male etwas Schönes :-) auf deinen Handrücken. Achtung bitte Kontakt mit Kleidung vermeiden!!! Beschreibe deine Erfahrung. Ließ sich das "Bild" mit dem "Material" gut erstellen und wieder entfernen? Ihr könnt mir gerne euer Kunstwerk schicken oder dem Log beifügen.

Optional: Knipse ein Bild von dir oder deinem GPS-Gerät und füge es deinem Log bei. Dies ist freiwillig und stellt keine Logbedingung da.
Schicke mir deine Lösung über mein Profil. Nachdem du mir deine Antworten gesendet hast, darfst du sofort loggen. Ich melde mich bei dir, wenn etwas nicht stimmen sollte.

Viel Spaß wünscht earthbatt


Quellen:
  • Stadtverwaltung Suhl, Umwelt- und Bauaufsichtsamt
  • Flyer "Suhl und der Bergbau", Stadtverwaltung Suhl
  • http://www.chemie.de/lexikon/Hämatit.html
  • https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/03/Roteisenerze_von_Suhl.jpg

Additional Hints (No hints available.)