Das Männlein im Stollen
Auf einer Wanderung durch dem Höllental begegnete ich vor kurzem ein kleines Männlein. Er war ganz in schwarz angezogen und trug einen Axt bei sich. Als er mich bemerkte, ran er davon und ging immer schneller den Weg hoch, aber ich versuchte trotzdem ihn zu folgen… In einer Kurve war er aber plötzlich verschwunden.
Wo könnte er sich versteckt haben?
Hoffentlich kannst du mir dabei helfen, das Männlein zu finden! Solltest du ihn finden, schreibt bitte in deinem Log, wie es ihm geht – denn, ich wollte ihn ja gar nichts böses tun...
Zu Hause habe ich aber noch ein bisschen recherchiert und möchte, bevor du dich auf der Suche machst, dass du das hier noch mal liest:
In einigen Stollen des Schwazer Bergwerks lassen sich zuweilen kleine Männlein sehen. Sie sind gekleidet wie die Knappen und tragen lange Bärte. Sie sind gutmütig und schaden nur dem, der sie neckt. Oft halfen sie den Knappen, die sich vor ihnen nicht fürchteten, bei schwerer Arbeit, sie scheuten aber, angeredet zu werden. Wenn sie einem bei der Arbeit geholfen hatten, mußte man zu ihnen sagen: "Vergelt's dir Gott!" Vergaß das ein Knappe, begegnete ihm ein Unglück.
Einmal hatten zwei böse Knappen den Befehl, in die Falkengrube, einen der gefährlichsten Stollen, einzufahren. Sie taten es und bald erschienen zwei graue Männlein. Die Knappen neckten die Männlein und sprachen zu ihnen: "Ihr Dinger, bringt uns etwas zum Essen und Trinken, das ist gescheiter, als müßig dastehen!" Auf diese Worte verschwanden die Männlein plötzlich. Der Schacht stürzte ein und begrub die Knappen. Seitdem hat man vor den Männlein keine kleine Scheu.
Quelle: Schwazer Bergwerkssagen, mitgeteilt von Alois Prantauer, in: Tiroler Heimatblätter, 9. Jahrgang, 1931, Heft 2, Februar 1931, S. 62.
Viel Spaß beim Suchen!
Euer digiphono