Die Gemeinde Kriens hat in Zusammenarbeit mit der Coop Schweiz als Grundstückbesitzerin, Losinger Marazzi AG als Arealentwicklerin und den Gremien von LuzernSüd einen Bebauungsplan für die Liegenschaft des alten Pilatusmarktes ausgearbeitet. Auf dieser Grundlage soll in einer späteren Phase das konkrete Bauprojekt weiterentwickelt werden, heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde Kriens von Dienstag
Rücksichtnahme auf «Bypass»
Das betroffene Grundstück liegt direkt an der Autobahn A2. Mit dem Gesamtprojekt «Bypass» wird aber für diese Autobahn seit einigen Jahren ein Grossprojekt entwickelt. Inzwischen ist klar, dass die Linienführung des «Bypass» das Areal des alten Pilatusmarkts nicht betreffen wird. Trotzdem sieht der von der Gemeinde ausgearbeitete Bebauungsplan vor, dass entlang der A2 ein Autobahnpark frei gehalten wird, der deutlich über die Nationalstrassenbaulinie ragt.
In den Baubereichen sollen neben Wohn- und Geschäftsräumen insbesondere ein zentraler Abholmarkt für das Gastgewerbe entstehen. Die bereits heute in Kriens ansässigen drei Unternehmen Prodega, Howeg (beide Tochterfirmen von Coop) und Growa sollen in einem Neubau optimierte Arbeitsbedingungen erhalten.
Der Krienser Gemeinderat ist laut Mitteilung der Meinung, dass der Bebauungsplan jetzt für den Genehmigungsprozess bereit ist. Auch aus Sicht der Kantonalen Behörden ist der Bebauungsplan mit den kantonalen Vorgaben vereinbar. Der Gemeinderat legt den Bebauungsplan deshalb jetzt dem Krienser Einwohnerrat vor. Nach einer ersten Lesung wird der Bebauungsplan öffentlich aufgelegt. Im Frühling 2016 ist dann eine zweite Lesung vorgesehen. Somitkönnte der Bebauungsplan bis Ende 2016 rechtskräftig werden – inklusive einer allfälligen Volksabstimmung im Falle eines Referendums.
Astra stimmt Bebauungsplan nicht zu.
Der Gemeinderat unterbreitet die Vorlage dem Parlament im Wissen um einen Zustimmungsvorbehalt, den das Bundesamt für Strassen (Astra) neu eingebracht hat. Entgegen einer ursprünglichen Zusage
aus dem Jahr 2013, das Grundstück könne ohne Auflagen aus dem Bypass-Projekt bebaut werden, kann das Astra aktuell den Baulinien des Bebauungsplans noch nicht zustimmen. Der Gemeinderat Kriens wertet dies als politische Zwängerei und führt sie zurück auf die kritische Stellungnahme der Gemeinde zu den Machbarkeitsstudien rund um den Lärmschutz sowie um Projektoptimierungsvorschläge für die Einhausung der Autobahn zwischen dem Sonnenberg-Südportal und dem Tunnel Schlund.
Quelle Luzerner Zeitung 25. August 2015