Infolge massiver Verschiebungen von Gesteinsmassen, bei der Entstehung der Alpen vor ca. 15 Mio. Jahren wurden Gesteinschichten so verschoben, dann durch Erosionsprozesse abgetragen, dass u.a. die den Buntsandstein deckende Muschelkalkschicht stark verringert wurde. Im beschriebenen Landschaftsgebiet kommt es teilweise zu Undichtigkeiten der vorhandenen schützenden Lehmschicht (Röt) zwischen unterem Muschelkalk und Buntsandstein, so dass das unterhalb gespeicherte Kohlendioxid als kohlensäurehaltiges Wasser aber auch gasförmig in die Atmosphäre austritt. Diese natürlichen Kohlensäurequellen bezeichnet man auch als Mofetten.

Besonders hier im Neckartal nahe dem Ort Börstingen wird dieses Starzacher Naturschauspiel sichtbar. Das Bild zeigt eine der etlichen verschiedenen Austrittstellen.
Schon früh war die beschriebene Location etwas Sonderbares, so dass es viele Überlieferungen gibt. So fand man verendete Kleintiere, welche infolge des austretenden, schwerer als Luft am Boden „liegende“, Kohlendioxidgas verendeten. Man klagte über Schwindelgefühle bei längerem Aufenthalt an den Austrittsstellen. Vorsicht ist angeraten.
Die heutigen geologischen Untersuchungen erklären das Phänomen des hier austretenden stark kohlensäuregestättigten Wasser bzw. Kohlendioxid, wie folgt:
Der Quellaustritt befindet sich geologisch im „unteren Muschelkalk“. Die eigentliche „Lagerung“ wird in den Schichten des unteren und mittleren Bundsandsteins erfolgen. Hier sammelt sich das aus einer Magnakammer (Vulkanismus) der unteren Erdkruste emporsteigende Kohlendioxid. Es hat sich eine Reservoir an Kohlendioxid gebildet. Lehmartige Schichten verhindern, dass das Kohlendioxid direkt austritt. Die Tiefe und Größe der Magnakammer ist derzeit noch nicht erschlossen.
Nachfolgende Grafik zeigt den geologischen Schnitt, wie man sich die Einlagerung des Kohlendioxid vorstellt.

Man geht davon aus, dass der Gasaustritt noch Jahrtausende anhält obwohl der „Schwäbische Vulkan“ schon lange nicht mehr aktiv ist.
Infolge Ansteigen des Gasdruck im ausgebildeten Reservoir werden die Ton- und Siltschichten (Röt) teilweise durchbrochen, so dass ein sichtbarer Austritt an die Atmosphäre erfolgen kann.
Ursprüngliches zu Kohlensäure gebundene Kohlendioxid wird infolge Druckabfall durch Entspannung auf dem Weg ins Freie abgespalten bzw. zusätzlich freigesetzt. Das hierbei ebenfalls austretende kohlensäurehaltige „Sauerwasser“ wurde schon früh als Mineralwasser geschätzt.
Auf dem langen Weg zur Oberfläche findet eine Mineralisierung des Wasser durch die durchflossenen Gesteinsschichten statt. Speziell bei diesen "Quellen" lässt sich ein erhöhter Eisengehalt feststellen. Ein Teil des im mitgerissenen Wasser gelösten Eisen geht beim atmosphärischen Kontakt in unlösliche Eisenverbindungen über, welche sich oberflächlich abscheiden.
Das austretende bzw. technisch leicht zugängliche Kohlendioxid war vor Jahren in seiner Quantität so signifikant, dass sich 1895 eine regelrechte Kohlensäureindustrie (Rud. Buse) ansiedelte. Das gasförmige Kohlendioxid wurde gezielt gefördert, gefasst, gereinigt und verdichtet. Als komprimiertes Gas erfolgte der Verkauf. Gleichzeitig wurde aus dem Kohlendioxid „Trockeneis“ gewonnen.
Die Industrie bot vielen Einheimischen Arbeit.
Zur heutigen Zeit liegen die Betriebskosten dieser Kohlendioxidgewinnung verglichen zu anderen chemischen Gewinnungsverfahren höher, so dass die ansässige industrielle Gewinnung 1994 eingestellt wurde. Ausschlaggebend waren auch kostenträchtige, behördliche Umweltschutzauflagen.
Durch die Universität Tübingen wurden umfangreiche wissenschaftliche Beobachtungen und Messungen vor Ort durchgeführt. Bitte diesen Bereich und evtl. platzierte Messplätze nicht begehen.
Interessierten empfehle ich einen Besuch des Börstinger Heimatmuseum „KulturTankstelle“ (direkt an der Ortsdurchgangstrasse unterhalb der Kirche).
Hier findet man detaillierte Schautafeln (Universität Tübingen), welche eingehend die geologischen Verhältnisse sowie die Produktion der „Kohlensäure“ erklären.
Öffnungszeit: März bis Oktober sonntags von 14 – 18 Uhr, sonst nach Absprache. Kein Eintrittsobolus festgelegt.
Logbedingung:
Bitte schreibe eine email via MessageCenter mit der Beantwortung folgender Fragen:
Gehe zu den Koordinaten des Listing N 48° 26.554 / E 008° 49.070:
1. Schaue Dich um und beurteile die hier feststellbaren Bodenverhältnisse in Bezug auf den gesamten Taleinschnitt. Bringe Deine Feststellung in einen geologischen Bezug und beschreibe kurz, mit Deinen Worten, die hier vorliegenden Geländeverhältnisse und die Möglichkeit, dass gerade hier vulkanisches Kohlendioxid austreten kann.
2. Beschreibe diese Austrittstelle in der Beschaffenheit des Boden. Worauf würdest Du die gut sichtbare Verfärbung des Lehm um die Ausgasungsstelle zurückführen. Vergleiche diese Austrittstelle mit den umliegenden Austrittstellen. Was ist Deiner Meinung für die eindeutige Verfärbung verantwortlich? Wie ist die Farbe, welche gerade hier auftritt?
3. Erkläre was dafür verantwortlich ist, dass in diesem Landschaftsgebiet Kohlendioxid vulkanischen Ursprungs austritt. Was macht dies hier möglich, wieso ist gerade hier die Muschelkalkschicht stark vermindert.
4. Wie hoch schätzt Du ausserdem die aus dem Schlamm stoßweise austretende Fontäne des mitgerissenen Wasser an den angegebenen Koordinaten?
Wenn Du willst erstelle eine Skizze, aus welcher sichtbar wird, wie Du Dir die geologische Einlagerung des vulkanischen Kohlendioxid vorstellst und hänge diese Deinem Log an. Dies ist freiwillig.
Wenn Du willst füge Deinem Log ein Bild an den angegebenen Koordinaten bei. Dies ist ebenfalls freiwillig.
Du kannst unter Einhaltung der vorgenannten Logbedingungen sofort loggen. Sollte die an mich gesandte email unzureichend die Logbedingung erfüllen melde ich mich.
Anmerkung:
Das Gelände um die Kohlensäurequellen ist teilweise stark matschig, achtet auf entsprechende Kleidung. Augen auf! Haltet Euch nicht zu lange in diesem Quellgebiet auf und lasst Eure Kleintiere ausserhalb des Quellgebiet.
Literaturnachweis/Informationsquellen: Wikipedia, Schautafeln im Museum