Niederbobritzsch ist ein Ortsteil der fünf Gemeinden von Bobritzsch-Hilbersdorf im Landkreis Mittelsachsen. Die Gemeinde Niederbobritzsch wurde am 1. März 1994 ein Ortsteil der Gemeinde Bobritzsch, die am 1. Januar 2012 mit Hilbersdorf zur Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf fusionierte.
Das sich beiderseits der Bobritzsch, auf einer Länge von über sechs Kilometer zwischen Naundorf und Oberbobritzsch, hinziehende Dorf liegt etwa sieben Kilometer östlich der Kreisstadt Freiberg. Im Ort mündet der Sohrbach in die Bobritzsch. Der Ort besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Dresden-Chemnitz–Werdau und ist zudem an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs angeschlossen. Der Name des als Waldhufendorf angelegten Ortes ist von dem Fluss abgeleitet, an dem es sich erstreckt und bedeutet Biberbach (altsorbisch Bobica). Als Bobirtsch wird der Ort 1280 erstmals erwähnt. Weitere Ortsnamenformen sind 1293 Boberiz, 1361 inferior Bobricz, 1438 Neydern Boberizsch und 1539 Niderbobritsch. Das Amtsdorf wurde 1378 vom castrum Freiberg, 1445 von der Pflege Freiberg und 1548 bis 1853 vom kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Freiberg verwaltet.
Weitere landesherrliche Verwaltungsbezirke waren danach 1856 das Gerichtsamt Freiberg und nach Trennung von Justiz und Verwaltung 1875 die Amtshauptmannschaft Freiberg.
Neben der Landwirtschaft waren der Bergbau und das Hüttenwesen wichtige Erwerbsquellen der Einwohner. Hauptsächlich westlich des Ortes auf dem „hinteren Rammelsberg“ wurde Silber-, Kupfer- und Zinnbergbau betrieben. Der im 16. Jahrhundert bebaute Drei-Königs-Spat wurde um 1780 als Friedrich-Erbstolln weitergeführt. In der Schmiedegasse ist das Mundloch des Stollens noch zu sehen. Die zwei Häuser Juchhöh Nr. 3 und Nr. 4 waren einst das Gebetshaus und Huthaus. Der Stollen führt direkt unter dem Haus Juchhöh Nr. 4 in zirka 70 Meter Tiefe entlang. Einige 100 Meter oberhalb befindet sich ein unterirdischer Bergsee in etwa 40 Meter Tiefe. Die Bobritzsch war reich an Forellen und Aalen. Hier wurden einst sieben Mahl-, fünf Öl- und zwei Schneidemühlen betrieben. Nördlich des Dorfes am westlichen Bobritzschhang befindet sich ein auflässiger Steinbruch im Naundorf-Niederbobritzscher Granit, der Schotter lieferte. Die Bahnstrecke Dresden-Chemnitz–Werdau in Verbindung mit dem 200 Meter langen Viadukt über das Bobritzschtal wurde hier 1862 fertiggestellt. In der Nähe des Haltepunkts nördlich der Bahnlinie befindet sich ein vom Sohrbach gespeistes Freibad. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Niederbobritzsch im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde und 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging. Am 1. März 1994 schlossen sich die Gemeinden Oberbobritzsch mit Sohra, Niederbobritzsch und Naundorf zur Gemeinde Bobritzsch zusammen.
Zum 1. Januar 2012 schlossen sich wiederum die Gemeinden Bobritzsch und Hilbersdorf zur Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf zusammen, wodurch Niederbobritzsch ein Ortsteil dieser neuen Gemeinde wurde.