Dieser Cache liegt zwar genau am Rand der Schweinemastanlage, welche auch schon zu DDR-Zeiten ebenso wie das naheliegende Milchgut Schenkenberg existierte, doch darüber ließ sich erstaunlicherweise nicht viel im Internet finden. Viel interessanter jedoch die folgende Geschichte über den mehr als 750 Jahre alten Ort, welche sicherlich selbst viele Einwohner dieses 225 Seelendorf (Stand 2016) nicht kennen. Zitiert von Wikipedia:
Eine Sage erzählt über ein kleines Mädchen, dass von dem Schenkwirt der Gaststube vom damaligen noch eigenständigen Dorf Kahlhausen aufgenommen wurde. Heute gibt es das Dorf Kahlhausen nicht mehr, denn es ist nun ein Teil von Rödgen, aber ein Straßenname erinnert daran.
Die Findlingin von Kahlhausen
Vor mehr als 200 Jahren gab es bei uns ein Mädchen, das gar keinen Namen hatte, nicht einmal einen Familiennamen. Das kam, wie uns ein Kirchenbuch erzählt, so: " Den 19. Februar 1777 früh ward ein neu geborenes Mägdelein zu Kahlhausen in der Schenke – haußen im Fenster – in einer Schachtel frisch und gesund gefunden. Eine junge Mutter hatte es wohl ausgesetzt. Damals war es ja ein Makel, als Unverheiratete ein Kind zur Welt zu bringen. In den Augen der Einwohner war sie unmoralisch, was ihr oder ihr Leben lang nachgetragen wurde. Kahlhausen war früher ein selbständiges Dorf, später kam es zu Rödgen bei Delitzsch. Obwohl es nur aus wenigen Häusern bestand, hatte es eine Schenke. Diese hatte nicht nur eine Gaststube, sondern im Obergeschoss auch einen niedlichen Saal.
Das Haus, eines der ältesten im Ort, steht heute noch und beherbergt zwei Familien. Hier herrschte vor 200 Jahren ein ständiges Kommen und Gehen, führte doch die "Salzstraße" von Halle nach dem Osten in unmittelbarer Nähe vorbei. Deshalb wurde das Neugeborene wohl auch hier ausgesetzt. Nur gut, dass es auch damals schon mitleidige Menschen gab. Dazu gehörte auch Johann Christoph Thebis, Nachbar, Einwohner und Schenkwirt zu Kahlhausen. Er nahm das Kind zu sich und ließ es am nächsten Tag in der Kirche zu Schenkenberg auf den Namen Johanna Rosina taufen. Drei Taufzeugen standen Gefatter. Um dem Kind aber auch einen Zunamen zu geben, wurde es Findlingin getauft. Schade, dass es diesen poetischen Namen bei der Hochzeit verloren hat. Aber so erzählen auch Namen Heimatgeschichte.
(Quelle: LVZ Nordsächsische Rundschau aus den Jahren 1990 bis 1995)