Etwas Geschichte
Der Ort, an dem heute die Pfarrkirche steht, wurde im frühen Mittelalter Baselgin genannt. Die älteste erhaltene Erwähnung des Namens St. Silvester datiert auf das Jahre 1148 und bezeichnet eine Kapelle, die Papst Silvester I. geweiht war. Diese Kapelle war weitherum in der Gegend bekannt, weshalb der Name St. Silvester später auch die ganze Umgebung der geweihten Stätte bezeichnete. Der heilige Silvester wird als Patron für den Schutz der Tiere und ihres Futters angerufen. Noch heute ist es in der Gemeinde üblich, am Patronstag Opferfigürchen (Fraueli, Mannli, Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen, Schweine und Hühner) auf den Opfertisch zu legen. Der heilige Silvester wird als Fürbitter gebeten, er möge Gottes Schutz für Mensch und Tier, Haus und Hof erwirken.
Von 1630 bis 1859 gehörte St. Silvester zur Pfarrei Giffers, seither bildet es eine eigene Pfarrei. 1630 wurde St. Silvester ein Schrot von Giffers, der sogenannte Muschels-Schrot. Das heutige Dorf St. Silvester wurde bis in die 1960er Jahre als Zur Schür benannt. Ein eigentliches Dorf mit Namen St. Silvester gab es bis da nicht.
Brauchtum
Das Fest des Namenspatrons wird am Silvestertag mit einem feierlichen Hochamt in der Kirche gefeiert. Zu diesem Anlass erhält der Pfarrer einen grossen Käselaib und einen Schinken. Diese Gaben werden traditionellerweise von den Pächtern des Spitalvorsasses (hinter St. Silvester auf der Gemeinde Plasselb) und des Spitalgantrisches (im Muscherenschlund) gespendet. Die Tradition geht auf ein Gelübde zurück, das anlässlich einer Viehseuche ausgesprochen wurde. Dieses Lobamt wird nachweislich schon seit mindestens 1680 abgehalten.