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Zunächst ein kleiner Einblick in die Geschichte des Viertels:
Friedrichshagen war früher ein Kolonistendorf, in dem hauptsächlich Handwerker wohnten, die neben der Baumwollspinnerei auch von der Seidenraupenzucht lebten. Noch heute findet man dort einige Maulbeerbäume entlang der Bölschestraße, die einst als Nahrungsquelle für die Seidenraupen dienten. Im 19. Jahrhundert erlebte Friedrichshagen aufgrund des neu gebauten Bahnhofs der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Gegend entwickelte sich zu einem Villenviertel, das durch seine grüne Lage gleichzeitig beliebtes Ausflugsziel wurde. Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler siedelten sich dort an, um aus der Natur ihre Kreativität zu schöpfen. 1920 wurde die Gemeinde in die Stadt Berlin eingemeindet, zugehörig zum Bezirk Köpenick.
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Um die Wegpunkte zu finden, müsst ihr euch jeweils die einzelnen Textabschnitte durchlesen, anhand derer ihr erschließen könnt, wo ihr genau hinmüsst. Die Koordinaten der Stationen geben nur den ungefähren Bereich an. Zusätzlich ist an jedem Wegpunkt eine Aufgabe zu erfüllen, deren Lösungen euch am Ende zum Final führen werden. Schreibt euch deshalb die Lösungen auf und setzt die Zahlen am Ende in die Formel des Finals ein, um die Finalkoordination zu erhalten.
Erstinhalt: Logbuch, Bleistift (bitte alles drin lassen)
Textabschnitt zu Station 1:
»Du kriegst mich nicht!«
»Werden wir ja sehen.«
Michelle hoppelte über die Rasenfläche, die sich zur linken Seite des Weges erstreckte. Rechts begrenzte der Müggelsee den Pfad. Mit Leichtigkeit hätte Naila ihre Schwester einholen können, doch sie wollte ihr den Spaß gönnen, weshalb sie nur in gebremsten Bewegungen hinterhersetzte und die Tigerin in ihr nicht an die Oberfläche drängen ließ. Bei einer Statue, die ein Mädchen mit ihrer kleinen Schwester abbildete, blieb Michelle stehen, duckte sich hinter das Gestein. Naila erreichte die Skulptur kurz nach ihr, schwang sich in einem mühelosen Sprung darüber und packte ihre Schwester. Michelle quietschte, bis sie sich geschlagen gab, woraufhin sie beide kichernd auf dem Steinpodest der Statue niedersanken.
Textabschnitt zu Station 2:
Der Nebel war drückender als angenommen. Unangenehm drängten die winzigen Wasserpartikel unter ihre Kleidung. Außerdem war es kühl, vielleicht wenige Grade über Null. Naila zog den Hals ein, um ihren Nacken vor der Feuchtigkeit zu schützen. Als sie das Wohngebiet hinter sich ließ, wusste sie genau, wohin sie musste. Freddie war am Verbannungstag mit ihr über diesen verborgenen Eingang in die Schattenwelt gelangt. Zielstrebig führten Nailas Schritte sie zum Friedrichshagener Friedhof. Das Tor zum Zömeterium zwischen dem gewaltigen Steinbogen des Haupteingangs war auf einer Seite geöffnet. Ein Blick auf ihre Uhr verriet ihr, dass es kurz vor neun war. Inzwischen war die Sonne vollständig am Horizont emporgeklettert, wenn auch hinter einer nahezu undurchdringlichen Nebelschicht versteckt. Die Helligkeit blieb mäßig, kündigte einen kurzen Novembertag an, der sich wunderbar in Nailas Gesamtstimmung einfügte – eine schlechte Angewohnheit des Herbstes, die der folgende Winter nur noch toppen würde.
Textabschnitt zu Station 3:
Daraufhin verließ sie die Wohnung und machte sich auf den Weg nach Hause. Die Sonne schien, warm und hell, und ließ sie ein paar Mal blinzeln, bevor ihre Augen sich an die Helligkeit gewöhnt hatten. Kein Wölkchen trübte das grenzenlose Blau des Himmels. Autos fuhren betriebsam die Straße entlang, Menschen spazierten vergnügt über die Bürgersteige, um das schöne Wetter auszunutzen. Kinder lachten und rannten freudig kreischend an ihr vorbei, als sie die Bölschestraße entlangschlenderte, während die Glocken der Christophorus Kirche zur vollen Stunde läuteten. Alles war geschäftig, aber nicht gehetzt, ein eindeutiges Zeichen, dass Sonntag war. An keinem anderen Wochentag herrschte solch ausgelassene Lebensfreude in Berlin-Friedrichshagen, ansteckend wie eine Krankheit, die man jedoch nicht wieder loswerden wollte.
Wenn es so etwas gibt wie eine gute Krankheit, dann ist das ToloT-Sein vielleicht auch nur so etwas, ging Naila durch den Kopf, während sie ein Café passierte, in dem die Leute sich angeregt beim Frühstück oder Brunch unterhielten.
Textabschnitt zu Station 4:
Seine braunen Augen erfassten Damian, der inzwischen den S-Bahnhof Friedrichshagen erreicht hatte. Das Hervorschnellen der gespaltenen Zunge entging ihm nicht, ebenso wenig wie das wütende Zusammenkneifen der Augen, deren Pupillen lediglich schmale Schlitze auf giftgrünem Grund bildeten. Zweifellos war er durch Nailas zurückweisende Reaktion auf das Liebesgeständnis außer sich. Als der schwarze Adler sich auf dem Übergang der Gleise über die Bölschestraße niederließ, entdeckte er einen Jugendlichen, vielleicht um die achtzehn, der an der Mauer lehnte und versuchte, mit der schwächlichen Flamme seines Feuerzeugs eine Zigarette zu entzünden. Er hatte ein großes Gepäckstück dabei, als wäre er auf der Durchreise. Ungutes ahnend, sah der schwarze Adler zu, wie der Kerl sich von der Wand abdrückte, als dieser Damian erblickte. Seinen Koffer ließ der Jugendliche mit einem Blick zurück stehen.
Textabschnitt zu Station 5:
Naila erreichte den Waldrand, dort, wo die Schöneicher Landstraße scharf ins Gehölz schnitt, und blieb abrupt stehen. Ihr Atem klang hektisch und bildete in der feuchtkühlen Nachtluft eine Dunstwolke. Die Scheinwerfer eines nahenden Autos blendeten sie, woraufhin sie schützend die Augen zusammenkniff. Nachdem der Wagen vorübergerauscht war, blickte sie ihm nach. Schließlich seufzte sie und bewegte sich in dieselbe Richtung, gen Wohngebiet.
Ihr Plan war gescheitert. Das nächtliche Unternehmen hatte nicht zum erwünschten Ergebnis geführt. Nicht einmal ansatzweise hatten sich die vielen Fragen geklärt, die pausenlos in ihrem Verstand herumgeisterten. Frustriert schlenderte sie die Straße entlang, bis die ersten Laternenlichter den Asphalt benetzten, bevor sich Wohnhäuser anschlossen. Ein leichter Nieselregen hatte eingesetzt, was ihre Laune weiter in den Keller trat. Was konnte sie noch tun, um herauszufinden, was es mit dieser Macht und dem verzerrten Wesen auf sich hatte? Warum sie das Zielobjekt war?
Textabschnitt zum Final:
Sie überquerte die glitzernde Straße, darauf bedacht, nicht auszurutschen. Hier im Wohngebiet, im Randbezirk von Berlin, fuhren selten Autos. Meist gehörten sie einem Bewohner der Einfamilienhäuser, die sich eins neben dem anderen, Grundstück für Grundstück, aufreihten. Hinter vielen Fenstern brannte Licht. Als Naila vorbeiging, sah sie, dass in den Gebäuden Leben herrschte, Geschäftigkeit. Außerhalb war davon jedoch nichts zu spüren. Nur Stille und leergefegte Straßen, auf die sich niemand bei der Eiseskälte wagte. Niemand außer Naila.
Sie verfluchte sich beinahe selbst für ihr unüberlegtes Vorhaben, das sie nun zur Strafe in einen Eisklumpen verwandelte. Zu Tiefkühlkost wurde sie allmählich verarbeitet, so fühlte es sich an. Gleich würde das Bofrostauto vorbeikommen und sie einsammeln. Sie hob ihre durchgefrorenen Arme, um die dicke Wollmütze noch tiefer ins Gesicht zu ziehen, als sie plötzlich Schritte hinter sich vernahm, knirschend auf dem gefrosteten Boden.
Textquelle: Scales, Liv: ToloT – Gacokis Erbe (2015), Verlagshaus el Gato, Hamburg
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Die Koordinaten des Finals ergeben sich aus: N 52° (2*D+A).F(B/A-11) E 013° A(C-1).(D+1)(A+C-D)
Hinweise:
- Multiplikation nur bei *
- Kontrollziffer: A+B+C+D+F=206