Allgemeines
Die gesamte nördliche Alpenfront ist von dem Molassebecken bedeckt. Es erstreckt sich mit einer Länge von etwa 1.000 km über Teile Frankreichs, der Schweiz, Deutschlands und Österreichs. An seinem Westende am Genfersee ist es etwa 20 km breit, greift in östliche Richtung weit nach Norden aus und erreicht im bayerischen Alpenvorland seine größte Breite von fast 130 km. Weiter östlich nimmt die Breite in der Höhe von Amstetten auf etwa 10 km ab; von dort zieht es sich als schmaler Streifen bis etwa St. Pölten, weitet sich anschließend – in nordöstliche Richtung schwenkend – bis auf etwa 40 km Breite, und geht nördlich der Donau in die karpatische Vortiefe über.
Das Molassebecken besteht vor allem aus Sedimenten des einst hier befindlichen Meeres (Tethys) und Schottern, Grobsanden, und sonstigen Sedimenten aus der Verwitterung (Erosion) der nahen Alpen.
Die Schichtenfolge
Die Gesteine des Molassebeckens wurden im Oberen Eozän bis zum Oberen Miozän abgelagert. Sie werden aufgrund der vorherrschenden Ablagerungsbedingungen – marin oder terrestrisch – in vier Hauptgruppen unterteilt:
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Obere Süßwassermolasse (Abk. OSM oder auch tOS), Serravallium, Tortonium und Pontium, vor etwa 16 bis 5 Mio. Jahren
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Obere Meeresmolasse (OMM, tOM), Burdigalium und Langhium, vor etwa 22 bis 16 Mio. Jahren
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Untere Süßwassermolasse (USM, tUS), Chattium und Aquitanium, vor etwa 28 bis 22 Mio. Jahren
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Untere Meeresmolasse (UMM, tUM), Rupelium, vor etwa 34 bis 28 Mio. Jahren
Obere Süßwassermolasse
Gegen Ende des Untermiozäns vor ca. 18 Mio Jahren, zog sich das Meer endgültig aus Bayern zurück. Vorbei war die Zeit, in der man am „Kemptener Lido“ hätte baden können. In Tausenden von Wasserläufen, Altwässern und Seen lagerten sich mehr als 1200 m festländischer Sedimente ab, die als Obere Süßwassermolasse (OSM) bezeichnet werden. Die OSM besteht somit aus Kies, Sand und Feinsedimenten, welche oftmals als Konglomerate abgelagert sind. Sie unterscheidet sich dadurch deutlich von der Meeresmolasse, welche überwiegend lediglich aus Sanden und Feinsedimenten besteht (siehe GC6Z1V9 Obere Meeresmolasse am Ette). Diese jüngsten Molasseablagerungen sind im nördlichen und westlichen Allgäu verbreitet und bauen Berge wie Schwarzer Grat, Weichberg oder Hohen Peißenberg auf. Gesteine der OSM bilden aber auch den Sockel vieler langgestreckter, plateauförmiger Höhenrücken, die die Talsysteme von Riss, Iller, Günz, Mindel , Wertach und Lech begleiten. Im Gebiet der Faltenmolasse ist die OSM nur an den Südhängen von Auerberg und Hauchenberg zu finden. Sonst ist sie hier restlos abgetragen oder auch niemals abgelagert worden.
Im Süden ihres Verbreitungsgebietes besteht die OSM teilweise aus über 1200 m mächtigen Konglomerat-Mergel-Wechselfolgen.

Die Höhle
Die kleine Höhle sowie das gesamte Gebiet des Zwölfpfarrenwaldes liegen im sogenannten Nesselburg-Fächer und wurde einst durch den Ur-Lech geschüttet. In diesem Gebiet liegen die wohl nördlichsten und jüngsten Molassekonglomerate, die Ablagerungen dieses Flusssystems sein dürften. Sie bestehen zum überwiegenden Teil aus Flyschsandstein-Komponenten.
Die Höhle selbst liegt in einer steilen Schlucht, die durch einen kleinen Zufluss der Geltnach im Laufe der Jahrtausende in das Gestein geschnitten wurde. Sie ist über einen schmalen Pfad, auf dem etwas Trittsicherheit gefordert ist, zu erreichen. Die Höhle ist etwa 8 Meter tief und gut zu begehen. Eine Taschenlampe ist sinnvoll, bei Ausreichend Sonnenschein aber nicht unbedingt notwendig.

Deine Aufgaben
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Untersuche die Festigkeit des Konglomerats (Messer, Schraubenzieher). Lassen sich die Steine leicht oder schwer lösen und welche Größe haben diese (von bis)?
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Besteht die Höhle nur aus OSM oder kannst du noch anderes Gestein entdecken?
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Was verhindert am Höhleneingang die Molasse näher zu betrachten?
Hinweis
Wenn du den Bachlauf noch etwa 50 Meter bachaufwärts folgst, kannst du sehr schön ganze Wände aus OSM betrachten. Dies erfordert allerdings erhöhte Geländegängigkeit und ist nicht erforderlich um den Cache zu loggen. Ist aber sehenswert - wenn man so was mag.
Quellen: Wiki, Bau und Werden der Allgäuer Landschaft von Herbert Scholz
Fledermausschutzzeit
"Mit dem am 1. März 2010 novellierten Bundesnaturschutzgesetz (siehe BNatSchG, § 39, Abs. 6) ist es gesetzlich verboten (mit Ausnahmen), in der Kernzeit vom 1. Oktober bis 31. März Höhlen und andere unterirdischen Räume aufzusuchen, die als Winterquartier von Fledermäusen dienen. Eine örtliche Beschilderung weist auf diesen Sachverhalt hin oder ob eine darüber hinausgehende individuelle Regelung gilt."
Ich weiß zwar nicht, ob diese Höhle von Fledermäusen zum überwintern benutz wird (es gibt auch kein Hinweisschild) ich bitte aber auf alle Fälle um entsprechende Rücksichtnahme. Um die Fragen zu beantworten ist es aber ohnehin nicht notwendig die Höhle zu betreten.