*** Da die Dose des alten Caches wieder aufgetaucht ist, geht nun die "reloaded" Version mit leicht geänderten Koordinaten online. Mal schauen ob dieser länger hält ;-) ***
Industriebahn Tegel–Friedrichsfelde
An dieser Stelle führte die Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde entlang des Nordgrabens. Hier erinnert nurnoch das teils verwilderte, teils anderweitig genutzte Bahngelände und der viel vorhandene Bahnschotter an die Trasse.
Zum Cache:
Ein einfacher Tradi. Passt auf die Fenstermuggel auf.
Zur Geschichte (Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Industriebahn_Tegel–Friedrichsfelde):
Um das Berliner Umland für die Gewerbeansiedlung besser zu erschließen, plante der Landkreis Niederbarnim seit 1905 den Bau einer regelspurigen Kleinbahn im Norden und Osten Berlins. Das Kapital brachte der Kreis aus eigener Kraft auf.
Die Strecke wurde in drei Abschnitten in Betrieb genommen:
- 16. Dezember 1907: Friedrichsfelde–Blankenburg
- 17. August 1908: Blankenburg–Lübarser Weg
- 2. November 1908: Lübarser Weg–Tegel Hafen
Die Strecke diente ausschließlich dem Güterverkehr. Dabei war der Tegeler Hafen Verladestation für die Güter, die bis zu den insgesamt über 100 Betrieben entlang der Strecke transportiert wurden. Einzelne Unternehmen hatten hauseigene Anschlüsse, andere wiederum nahmen die Waren an den zehn Güterbahnhöfen entgegen. Aufgrund der Industriebahn siedelten sich weitere Betriebe an, dazu gehörten die Niles-Werke, die 1920 ihre Produktionsstätten von Oberschöneweide nach Weißensee verlegten.
Mit dem Groß-Berlin-Gesetz 1920 wurde ein Teil des Kreises Niederbarnim nach Berlin eingemeindet. Dadurch gehörte die Strecke komplett zu Berlin. Der Kreis hatte kein Interesse mehr an der Bahn und versuchte, seine Anteile an die Stadt Berlin zu verkaufen. Im Jahr 1925 übernahm die mehrheitlich im Besitz der Stadt Berlin befindliche Reinickendorf-Liebenwalde-Groß Schönebecker Eisenbahn-AG die Strecke und den Betrieb, ab 1927 umfirmiert in Niederbarnimer Eisenbahn. Bereits seit Streckeneröffnung bestand eine Verbindungskurve zu der von ihr betriebenen Heidekrautbahn. Die Verbindung nördlich des Bahnhofs Tegel mit der Kremmener Bahn existiert seit 1908.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Bahn an Bedeutung. Der Abschnitt Tegel Hafen–Lübars lag im französischen Sektor, der größere Teil der Strecke im sowjetischen Sektor. Die Sektorengrenze verlief unmittelbar westlich der Kreuzung mit der Heidekrautbahn. Ab 1. Januar 1950 bekam die Deutsche Reichsbahn die Betriebsrechte auf dem im sowjetischen Sektor liegenden Teil der Strecke. Im Jahr 1952 wurde der Verkehr über die Sektorengrenze eingestellt, die Strecke ging in diesem Bereich (einschließlich des Abzweigs zur Heidekrautbahn) außer Betrieb.
Mit Inbetriebnahme des neuen Wärmekraftwerkes am Rande des Märkischen Viertels wurden im Westteil Betonschwellen in Sandbettung verlegt und die Bahnübergänge modernisiert.
Mit Ausnahme der langen Kohlenzüge ins Märkische Viertel, die zwei- bis dreimal in der Woche verkehrten, fand sowohl in West- als auch Ost-Berlin nur noch spärlicher Güterverkehr statt. Es gab in den 1950er Jahren auf dem Güterbahnhof Berlin-Niederschönhausen sogar noch Reisegepäckabfertigung, 1965 wurde er geschlossen. Das nördliche Teil des Güterbahnhofs zwischen Wackenbergstraße und Buchholzer Straße wurde bis mindestens 1972 für Rangierarbeiten, zur Bedienung diverser Anschlussgleise genutzt. Nördlich der Buchholzer Straße befanden sich die Firmen Präzisionsschmiede Berlin und TRO Transformatorenwerk Oberschöneweide Betriebsteil Niederschönhausen, die auch eine eigene Rangierlok (Kleinlokomotive Kö oder V 15 (Baureihe 101)), untergestellt im betriebseigenen Lokschuppen, hatte. Zwischen der Buchholzer Straße und der Wackenbergstraße befand sich östlich ein Gleisanschluss zu einem Kasernengelände der kasernierten Volkspolizei und später der Grenztruppen der DDR und westlich ein Gleisanschluss zu einem Holzgroßhandel, welcher auch mehrere Drehscheiben auf dem Betriebsgelände besaß. Südlich der Wackenbergstraße wurde ein Stückgutlager bedient. Die Rangierarbeiten wurden vorrangig durch die V 60 (heutige Baureihe 346) durchgeführt. Die mehrgleisigen Bahnübergänge der Buchholzer Straße und der Wackenbergstraße waren unbeschrankt. Der noch weiter südlich befindliche Teil des Niederschönhauser Gleises, südlich der Blankenburger Straße, wurde vor 1965 demontiert.
Der Güterverkehr wurde schrittweise reduziert und die Strecke daraufhin etappenweise abgetragen. Zum 1. Januar 1973 wurden die Streckenabschnitte Weißensee–Hohenschönhausen und Buchholz–Niederschönhausen stillgelegt. In den 1980er Jahren war noch der Anschlussverkehr zur Stettiner Bahn bei Blankenburg von Weißensee und Heinersdorf in Betrieb. Die Güterladestellen Wittenau und Lübars wurden bereits im Herbst 1980 stillgelegt.
Mitte der 1970er Jahre standen in Tegel umfangreiche Straßenbaumaßnahmen an, um den Konfliktpunkt Straße/Schiene zu entschärfen. Der stetig wachsende Individualverkehr zwang zu dieser Maßnahme. Aufgrund dieser Straßenbaumaßnahmen konnte der Bahnhof Tegel-Hafen nicht mehr über die Nordwestkurve von 1908 erreicht werden. Als Ersatz für den Wegfall dieser Verbindung erhielt die ITF eine neue Direktanbindung (Nordostkurve) an den Bahnhof Tegel, die am 14. Dezember 1978 in Betrieb ging. Als Ersatz für den aufgegebenen Güterbahnhof Tegel-Hafen erhielt die ITF im Oktober 1980 die Ortsladeanlage Tegel-Nord an der verlängerten Buddestraße. Sie wurde kaum genutzt. Heute befinden sich mehrere Discounter auf dem Gelände der ehemaligen Ortsladeanlage.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden einzelne Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Zum 1. September 1998 war die Niederbarnimer Eisenbahn AG wieder alleiniger Eigentümer der Infrastruktur und den Betrieb führte DB Cargo.
In den 1990er Jahren waren zunächst noch der Anschluss vom Außenring nach Alt-Hohenschönhausen in Betrieb. Der westliche Teil von Tegel bis Quickborner Straße wurde für die Versorgung des Wärmekraftwerkes Märkisches Viertel genutzt, das noch bis 1994 mit Kohle versorgt wurde. Der letzte reguläre Gütertransport erfolgte 1997, 90 Jahre nach Eröffnung der Strecke.
Bis 1998 fanden auf dem westlichen Teil zwischen Bahnhof Tegel und Lübars noch einige Museums-Fahrten mit Dampfzügen der Berliner Eisenbahnfreunde statt. Die allerletzte Fahrt geschah im November 1998. Es wurde unter anderem ein Viertelzug der S-Bahn (275 701/2) zum ehemaligen Bahnhof Lübars überführt, um dort aufgestellt zu werden. Heute ist die Strecke bis auf Gleisreste an den Bahnübergängen Ziekowstraße, Rosentreterpromenade und Cyclopstraße und rund 300 Meter Gleis von der Quickborner Straße bis Lübars vollständig abgetragen.
Eine Reaktivierung der Strecke auf der gesamten Länge ist nicht mehr möglich, da die vorhandene Trasse mehrmals auf bebautes Gelände stößt. In Hohenschönhausen wären drei niveaugleiche Kreuzungen mit der Straßenbahn nötig, lediglich an der Rhinstraße ist eine Unterführung vorhanden. Nur einige kürzere Streckenabschnitte, die als letzte stillgelegt wurden, vor allem entlang der beiden Enden, könnten noch genutzt werden.