Gemeinde Raddestorf

EINWOHNER: ca. 2000; GRÖSSE: ~ 42 qkm; mit den Ortsteilen Raddestorf, Harrienstedt, Huddestorf, Jenhorst, Kleinenheerse.
NAME: In einer Urkunde von 1039 als Ratesdorpe erwähnt, ist es eine Ableitung von dem alten Personennamen Ratbrecht (ahd. beraht ≡ glänzend, berühmt) = Ratgeber.
GESCHICHTE: Im Mittelalter hat das Dorf offensichtlich einen größeren Bekanntheitsgrad gehabt, was an zahlreichen urkundlichen Erwähnungen abzulesen ist. Sicherlich spielte dabei die günstige geographische Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Verkehrsadern eine Rolle. Die Hauptstraße von Minden nach Bremen erfüllt heute noch diese Funktion. Die früher sehr wichtige Querverbindung von Hannover nach Osnabrück verläuft jetzt allerdings anders und hat an überregionaler Bedeutung verloren.
Die Nähe zur Weser im alten Urstromtal dürfte auch Auswirkungen auf Handelswege oder frühe Besiedelungen gehabt haben. So hat man bei Grabungen an diversen Stellen Pfeilspitzen, Tonscherben oder Becher aus unterschiedlichen Epochen gefunden. Der bedeutendste Fund stammt aus dem Jahr 1888, wo im Ortsteil Dierstorf drei römische Silberbarren entdeckt wurden. Kirchlich gehörte Raddestorf zu Nendorf, besaß aber seit 1663 eine eigene Kapelle. Vor deren Abbruch im Jahre 1929 wurde 1926 die heutige Lutherkirche eingeweiht. Schmuckstück darin ist eine über 500 Jahre alte Holzkanzel, die ursprünglich in Nendorf gestanden hat und Ende des 18. Jahrhunderts zusammen mit einem Flügelaltar, der leider in Notzeiten verheizt wurde, in die Raddestorfer Kapelle gekommen ist.
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