Schloss Steinau:
Das Schloss Steinau im hessischen Steinau an der Straße war eine Nebenresidenz der Herren und Grafen von Hanau. Es ist die früheste, größte und am besten erhaltene Schlossanlage der Frührenaissance in Hessen.
Die Anlage ging aus einer mittelalterlichen Burg hervor, von deren Aussehen aber nichts bekannt ist. Es könnte sich um eine Gründung der Abtei Fulda handeln. Zur Zeit schriftlicher Zeugnisse am Ende des 13. Jahrhunderts befindet sich die Burg zunächst in allodialem Besitz der Grafen von Rieneck. Mit der Heirat zwischen Ulrich I. von Hanau und Elisabeth von Rieneck gehen Stadt und Burg als Mitgift an die Herren von Hanau über. Das Schloss wurde in späterer Zeit, wie die Schlösser in Schwarzenfels und Windecken, als Witwensitz Hanauer Gräfinnen genutzt.
Von der mittelalterlichen Anlage sind noch Teile der Ringmauer und der Bergfried erhalten, ein mächtiger Turm mit quadratischem Grundriss und jetzt barocker Haube, der die Anlage überragt. Im mittelalterlichen Verteidigungssystem der Stadt Steinau schützte er die gefährdetste Seite nach Süden, während der Norden der Stadt von der damals unwegsamen Kinzigaue geschützt war.
Das Schloss Steinau ist eine fünfeckige Anlage, die sich wohl an frühen Festungen der italienischen Renaissance orientierte. Der Entwurf wird Graf Reinhard zu Solms, Vormund des Grafen Philipp III. von Hanau-Münzenberg, zugeschrieben. In der Ausführung war wohl ein Steinauer Werkmeister mit dem Namen Asmus führend.
Fünfeckig angelegt sind sowohl der immer trockene Burggraben mit seinen hohen Zwingermauern sowie die Kernanlage, von der allerdings der im 19. Jahrhundert abgerissene halbe Südflügel fehlt. Bis dahin bestand das Schloss aus einem geschlossenen, fünfeckigen Gebäudering. An vier der fünf Ecken des Zwingers befinden sich bastionsartig in den Graben vorspringende Wirtschaftsgebäude mit eingestellten Treppentürmen, an der fünften Ecke steht das Feldtor. An den beiden Torhäusern dort und in der Mitte der Nordseite war der Graben zur Stadt hin und nach außen mit Zugbrücken überspannt. Im fünfeckigen Hof befinden sich vier Treppentürme, die die Gebäude vertikal erschließen.
Die Anlage entstand in mehreren Bauabschnitten überwiegend im 16. Jahrhundert. Der letzte Ausbau war ein Verbindungsgebäude zwischen dem Schloss und dem bis dahin frei stehenden Nordtor zur Stadt im frühen 17. Jahrhundert.
Hier vor Ort ist zum Gedenken an die Hexenverfolgung im Mittelalter der Nachbau einer Taucheinrichtung zu sehen.
Damit die Suche einfacher wird, haben wir zu diesem Zwerg einen Hint herlassen.