Vorab einige Fakten zum Thema!
Gekürzte Fassung aus der Wikipedia:
Chaussee
Chaussee ist die heute veraltete Bezeichnung für eine gut ausgebaute, mit fester Fahrbahndecke versehene Landstraße, die ingenieurmäßig geplant war und daher deutlich geradliniger verlief. Oder zeitgenössig „ein durch Kunst gemachter erhöheter Weg von Kieß oder zerschlagenen Steinen, wodurch sich ein solcher Weg von einem Damme unterscheidet, welcher mit Steinen gepflastert wird“.
Zeitgenössische erste Übertragungen des Worts waren Straßendamm und Hochweg, zum grob gleichbedeutenden englisch highway. Kunststraße hat sich dann jedoch etabliert, primär ist aber das französische Wort als Lehnwort in das Deutsche eingegangen.Neben der Fahrbahn befand sich der Sommerweg (für unbeschlagene Tiere) der unbefestigt oder nur leicht befestigt und im Winter nicht nutzbar war. Durch regelmäßige Baumbepflanzungen wurden die Vorteile einer Allee nutzbar gemacht, wie Schutz vor Sonne und Wind sowie bessere Orientierung. Zur weiteren Straßenausstattung gehörten auch eine kontinuierliche Stationierung (Meilensteine).
Für die Chaussee beispielsweise ist der Vorteil quantifiziert: die Postkutsche benötigte auf der alten Landstraße etwa die doppelte Zeit. Ein reitender Bote bewältigte die Strecke in nochmals in zwei Dritteln der Zeit. Wegen des stabileren Unterbaues und der glatteren Oberfläche konnte ein Pferdefuhrwerk die dreifache Last transportieren. Entlang der Chausseen wurden im Abstand von etwa ein bis eineinhalb Wegstunden, einer damaligen Meile, Chausseehäuser für die Chausseegeldeinnehmer errichtet.
Chausseehaus
Ein Chausseehaus war das Dienstgebäude des Chausseewärters, das er mit seiner Familie bewohnte. Gebaut wurden sie Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Außerortsstraßen zu Chausseen ausgebaut wurden. Der Chausseewärter beaufsichtigte einen Chausseeabschnitt und kassierte für den Landesherrn das Chausseegeld, die Maut. Manche Chausseehäuser waren auch Zollstationen.
In Preußen wurden ab 1796 Chausseehäuser für die Chausseegeldeinnehmer und Chausseewärter an den neu angelegten Kunststraßen (Chausseen) erbaut (Gilly und Schinkel). Die Chausseehäuser standen dicht an der Fahrbahn, möglichst mit Einblick in die Chaussee. Der davor angebrachte Schlagbaum wurde erst nach Zahlung des Wegegelds geöffnet.
Der Wegewärter war bei Steinstraßen für höchstens 1000 Ruten (3,766 km), bei Kiesstraßen für höchstens 500 Ruten zuständig, so dass zwischen den Chausseehäusern (Abstand: 1 Preußische Meile = 2000 Ruten = 7,532 km) gegebenenfalls Wegewärterhäuser für je zwei Wegewärter errichtet wurden.
Mit der französischen Besetzung in den Napoleonischen Kriegen kam der Chausseebau zum Erliegen und wurde erst 1814 fortgesetzt. 1834 lieferte die „Anweisung zum Bau und zur Unterhaltung der Kunststraßen“ Vorgaben für das Erscheinungsbild der Chausseehäuser.
Aus einer alten Quelle können Tarife für das in Preußen zu entrichtende Chausseegeld des Jahres 1840 angegeben werden:
Post- und Personenkutschen, Kaleschen, Kabriolets und alles Fuhrwerk, einschließlich Schlittenzum Fortschaffen von Personen, beladen oder unbeladen, für jedes Zugtier: für eine Strecke von 1 Meile 1 Silbergroschen (Sgr)für eine Strecke von 1 ½ Meilen 1 Silbergroschen (Sgr) und 6 Pfennige (Pf). Am 31. Dezember 1874 wurden in Preußen die staatlichen Chausseegebühren abgeschafft. Die Chausseehäuser verloren ihre Funktion und die Bewohner zogen meist aus.
Nun zum eigentlichen Cache:
Es erwartet euch ein Ausflug in die Vergangenheit, also wieder einmal eine Geschichtsreise!Sie führt uns zum Beginn des 19. Jahrhunderts, in die Zeit nach dem Sieg über Napoleon. Zu dieser Zeit wurde der Straßenbau der zuvor beschriebenen Kunststraßen und der so wichtigen Chausseehäuser im Königreich Preußen vorangetrieben.
Findet die Zeitzeugen die zu unserem heutigen Thema passen und an historischer Stelle noch stehen. Wir empfehlen zur Wegstreckenbewältigung neuere Verkehrsmittel. Vorzugsweise sind aufgrund der Cachelänge Fahrräder zu nutzen. An den Stationen vor Ort sucht die Lösungen zu A – F. Hinweise was an den Stationen gesucht wird, findet ihr in den Beschreibungen zu den Wegpunkten. Die Trailhead´s dienen zur Findung einer schönen Route (und ein wenig der Wegfindung).
So viel sei vorab schon mal verraten. Das Finale befindet sich an dem Ort, an dem bis 1945 das Chausseehaus zu Nichel stand. Dieses Chausseehaus ist auch auf dem Foto im Listing Hintergrund zu sehen.
Für den erfolgreichen Besuch am Chausseehaus zu Nichel könnt ihr gern dieses Banner auf eurem Profil einbinden:
<a href="http://coord.info/GC70H5D"><img src="https://img.geocaching.com/cache/large/b7ce4169-b7a6-4e48-aee0-3c9da607d531.png"></a>
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