Das Markgräflerland, wegen seines milden Klimas auch die „Toskana Deutschlands“ genannt, ist ein fruchtbarer Landstrich am Rande des Oberrheintals. Es gehört zum sogenannten „Altsiedelland“, das bereits im frühesten Mittelalter, also in der Merowingerzeit, Menschen (es waren überwiegend Alemannen) angezogen und dazu eingeladen hat, sich hier niederzulassen. Dabei geben die heutigen Ortsnamen oft noch Hinweise, wann und von wem die Dörfer gegründet wurden. Dies gilt unter anderem für die Orte, deren Namen auf „-ingen“ endet, denn sie gehen auf Gründungen einzelner Anführer zurück und entstanden meistens im 5. und 6. Jahrhundert. So bedeutet „Buggingen“ so viel wie „die Leute des Buggo“, und beim etwas weiter im Norden gelegenen Dottingen haben sich ursprünglich „die Leute des Dotto“ niedergelassen. Dabei könnte sich folgendes abgespielt haben...
Buggo führte seine Sippe durch die fruchtbare Ebene des Rheintals, von der aus sich immer wieder schmale, liebliche Täler in Richtung der hohen, schneebedeckten Bergen des Schwarzwalds zogen. Die kleine Gruppe folgte einem dieser Tälchen, in dem ein klarer Bach dazu einlud, sich niederzulassen. Die Leute des Buggo erbauten Hütten, legten Äcker an und pferchten ihre kleine Tierherde aus Ziegen, Schafen und Rindern ein. Mit der Zeit gesellten sich weitere Familien zu ihnen, und mit der Zeit wurde aus der kleinen Siedlung der Ort Buggingen. Doch auch andere Sippen wurden durch die herrlich einladende, flachhügelige Landschaft mit den fruchtbaren Lössböden angezogen und fanden hier ihr Zuhause – und zwar zwischen Buggos Siedlung und dem Fuße des Schwarzalds. Es waren Menschen, die den Anführern Britzo, Datto und Zunzo folgten und auf deren Niederlassungen heute die heute die Dörfer Dattingen, Zunzingen sowie das unmittelbar am Schwarzwald angeschmiegte Britzingen hinweisen.
Die Anführer dieser benachbarten Siedlungen waren sich nicht immer freundlich gesinnt. Eines Tages wurde Buggo auf der Jagd nach einem Reh, die ihn nahe zu den Dörfern der Nachbarn führte, von den Anderen aufgespürt und vertrieben. Auf der hastigen Flucht nach Hause musste er sich ein Versteck für das Wertvollste suchen, was er hatte. Er liebte die majestätischen Bäume um sein Dorf und fand in ihrer Nähe schnell eine geeignete Stelle, der er seinen Schatz anvertrauen konnte. Und dort liegt er noch heute...