6. Eine kleine Waldmusik
Eines Tages wurde der Magicus von einem älteren Herrn besucht, der sich als Gärtner eines Königs zu erkennen gab. Dieser klagte dem Magicus sein Leid, dass die Tochter des Königs sich unbedingt einen echten Baum wünschte, der ein Lied spielen oder singen könnte. Nur sei dem Gärtner keinerlei Pflanze bekannt, die so etwas könne und nun bat er den Magicus, ihm irgendeine Pflanze zu verzaubern, dass diese musikalisch sei.
Der Magicus erklärte seinem Besucher, dass er dies nicht mehr könne, da er seine magische Kraft verloren habe und auch trotz intensiven Bemühens nicht wiedererlangt hätte. Traurig schaute der Gärtner zu Boden und schüttelte den Kopf. „Schade, Ihr ward meine letzte Hoffnung. Wer weiß, was mich nun erwartet, da ich mit leeren Händen zurückkomme?“.
Aufmunternd fragte der Magicus den Gärtner, ob dieser es nicht mit einer List versuchen könnte, in dem er zum Beispiel Windspiele in einen Baum hängte oder er einen jungen Baum pflanzte und erzählte, dieser müsse erst 10 Jahre wachsen, bevor er singen könne. Das würde dem Gärtner doch zumindest noch etwas Zeit verschaffen.
Daraufhin hellte sich das Gesicht des Gärtners auf und er fragte den Magicus, ob dieser nicht einmal am Hof eines Adeligen gearbeitet hätte. Und als der Magicus dies bestätigte, hakte der Gärtner nach: „Und habt Ihr da nicht auch Noten gesehen?“. Und als der Magicus auch dem nicht widersprach, bat der Gärtner ihn, doch einfach ein paar Noten auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Dieses Blatt wollte er dann mit einem Baum zusammen einpflanzen.
Der Magicus war etwas verwirrt, tat dem Gärtner aber dem Gefallen, jedoch mit dem deutlichen Hinweis, dass er eigentlich gar keine Ahnung von Musik habe. Und er machte zur Bedingung, dass auch der Gärtner ein paar Noten dazugab. Sodann schrieb der Magicus die Noten für eine Singstimme und der Gärtner die Noten für eine Flöte:

Als der Gärtner sich verabschiedete, schaute der Magicus ihm noch lange hinterher und wünschte ihm in Gedanken alles Gute und ein langes Leben. Zudem schollt er sich selbst dafür, dass er niemals in seinem Leben den Zauber der Musik erlernt hatte.

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