Tutzing soll ja die schönste Stadt der Welt sein, wird gemunkelt. Wer aus Tutzing kommt, kann das natürlich uneingeschränkt bestätigen. Da ändern auch die ein zwei kleinen Haken an der Sache nichts. Wer mehr über Tutzing erfahren möchte, dem sei die Webseite der Gemeinde empfohlen (www.tutzing.de). Hier bekommt man alle Informationen, die man braucht.
Nur die bisher erstaunliche Leere bzgl. Geocaches hat mich schockiert. Hier muss man doch was tun können. So habe ich einen weihnachtlichen Heimatbesuch mal nicht damit verbracht, selbst nach Doserln zu suchen, sondern habe mich aufgemacht, die schönsten, originellsten, bemerkenswertesten, bekanntesten und wichtigsten Stellen in Tutzing mit Doserl zu versehen. Ich hoffe, bei meinen nächsten Besuchen hier, kann ich die Runde entsprechend erweitern.
Natürlich gibt es hierzu auch einen Bonus. Dazu gibt es bei jdem Doserl eine Zusatzaufgabe zur Berechnung der Koordinaten für den Bonus.
Der Cache
Tutzing ist ja bekannt für seine extrem hohe Dichte an prominenten Einwohnern. Die gegenständliche Villa gehörte dabei einem mit eher zweifelhaftem Ruf: Erbaut wurde sie im Jahre 1922 für Erich Ludendorff, deutscher General und Politiker. Im Ersten Weltkrieg hatte er als Erster Generalquartiermeister und Stellvertreter Paul von Hindenburgs, des Chefs der dritten Obersten Heeresleitung (OHL), bestimmenden Einfluss auf die deutsche Kriegführung und Politik. Er verantwortete die gescheiterte Deutsche Frühjahrsoffensive 1918 und war einer der Väter der Dolchstoßlegende. Zur Zeit der Weimarer Republik betätigte er sich in der völkischen Bewegung, nahm 1920 am Kapp-Putsch und 1923 am Hitlerputsch teil, war Reichstagsabgeordneter der Deutschvölkischen Freiheitspartei und Mitbegründer des Tannenbergbunds.
Besonders skurril wurde Ludendorff und seine Frau Mathilde, nach seinen Misserfolgen in der Politik ab ca. 1923. Das Scheitern seiner parteipolitischen Karriere erklärte er verschwörungstheoretisch mit dem „Wirken überstaatlicher Mächte“. Damit waren der Jesuitenorden, die „Rom-Kirche“, die Freimaurerei, die kommunistische Internationale, das Umfeld um den tibetischen Dalai Lama (als dessen Beauftragten er 1937 Josef Stalin verdächtigte) und vor allem das Weltjudentum gemeint, die sich, so wähnte Ludendorff, zusammengetan hätten, um Deutschland zu demütigen und zu knechten. Ihr Ziel sei letztlich die Weltherrschaft. Zu diesem Zweck hätten sie unter anderem schon 1914 das Attentat von Sarajevo inszeniert, die russische Revolution, den Kriegseintritt der USA, die Novemberrevolution und den Versailler Vertrag.
Erich Ludendorff ist noch vor Beginn des 2. Weltkrieges im Jahr 1937 gestorben und liegt am Friedhof in der Boeckelerstraße begraben (s.a. TutzingCB 12 – Friedhof II)
Die Villa ist bis heute in Privatbesitz – namentlich des Bundes für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V. Nach Einschätzung des bayerischen Verfassungsschutzes handelt es sich dabei um eine rechtsextreme Glaubensgemeinschaft. Der um Erleuchtung ringende Verein sieht seine Aufgabe darin, "die Erkenntnisse der Philosophin Mathilde Ludendorff zu pflegen und weltanschaulich suchenden Menschen zu übermitteln", heißt es auf seiner Homepage. Er steht nach wie vor unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, wie ein Sprecher des bayerischen Dienstes sagt, und werde als "rechtsextrem, antidemokratisch und antipluralistisch" eingestuft.
Zwei riesige Buchen flankieren die Eingangstür. Die Ludendorff-Eiche, die 1935 zum 70. Geburtstag des einstigen Reichstagsabgeordneten der Deutschvölkischen Freiheitspartei gepflanzt worden war, steht immer noch. Und das große, 1922 erbaute und 1932 erweiterte Haus mit weitläufigem Garten, dichten Hecken, Bäumen und geziegelter Mauer ringsum birgt laut Denkmalamt Schätze wie zwei große fünfarmige Leuchter aus Silber, angeblich ein Geschenk des Sultans von Istanbul. In der Villa lebt noch die 90-jährige, ehemalige Haushälterin von Mathilde Ludendorff.
Bei der Dose handelt es sich um eine Filmdose. Es befindet sich kein Stift vor Ort, also: byop! Achtet beim Heben und wiederverstecken bitte darauf, es so wieder zu verstecken, dass man es nicht schon von Weitem sehen kann.
Der Bonus:
Bei diesem Doserl gibt es keine Bonuszahl. Macht aber nichts.