Der Name Dschingis Khan bedeutet auf mongolisch Weltherrscher und tatsächlich war Temüdschin, wie Dschingis Khan eigentlich hieß, Herrscher über ein riesiges Reich.
Die Mongolei war im Mittelalter von verschiedenen Stämmen und Völkern bewohnt, die als Nomaden nicht sesshaft lebten. Sie zogen mit ihren Tieren von einem Weideplatz zum nächsten und schliefen in runden Zelten aus Filz, den Jurten.
1155 wurde Temüdschin als Sohn eines Stammesfürsten geboren. Damals war es üblich, dass Jungen sich schon früh im Reiten und Bogenschießen übten. Als sein Vater von Feinden vergiftet wurde und starb, zerbrach der Stammesverband. Mit 20 Jahren beschloss Temüdschin, das Volk der Mongolen zu vereinen und zu beherrschen. 1206 erreichte er sein Ziel: auf einer Versammlung wurde er zum Dschingis Khan, zum Herrscher aller mongolischen Stämme ernannt. Sein Reich bestand aus etwa 2 Millionen Menschen, die aus 30 verschiedenen Stämmen kamen. Sein Heer war 100 000 Mann stark. 1211 überfiel Dschingis Khan China und begann, Asien zu erobern. Die Mongolen hatten eine Erfindung gemacht, die ihnen beim Kampf zugute kam: den Steigbügel. Dadurch konnten sie ihre Pferde mit den Beinen lenken und hatten beide Hände zum Waffengebrauch frei.
Im Alter von 64 Jahren zog Dschingis Khan in seinen letzten Feldzug. Er stürzte vom Pferd, verletzte sich schwer und starb. Seine Begräbnisstätte ist bis heute unbekannt. Bei seinem Tod war sein Reich eines der größten, das jemals unter der Herrschaft eines einzigen Mannes existierte. Es erstreckte sich von Korea bis Polen, von China bis Persien und umfasste in etwa die heutigen Länder Irak, Iran, Afghanistan, Pakistan, China, Mongolei, Korea und einen Teil Russlands.