Der Gemeindeförster von Bogel wurde am 28. November 1919 von Wilddieben im
Kasdorfer Wald ermordet. Hier ein Bericht von dem damaligen Geschehen aus der
alten Bogeler Schulchronik, niedergeschrieben von Lehrer Hain:
„Am 28. November morgens zwischen 9 u. 10 Uhr wurde Herr Förster Frohwein von
hier im Casdorfer Wald von Wilderen erschossen. Zwei Casdorfer Arbeiter, die in der
Nähe Mist spreiteten, sahen den Förster in den Wald eintreten, nach kurzer Zeit
hörten sie einen Schuss und Hilferufe. Da wohl die Furcht die beiden an einem
Eindringen in den Wald zurückhielt, lief die eine Person nach Casdorf und holte
Leute herbei. Als dieselben aber erschienen, fanden sie nach längerer Zeit den
Förster im Blute liegend, die Unmenschen hatten die Leiche noch von dem Traktor
eine ganze Strecke in das dichteste Gebüsch fortgeschleppt. Am anderen Morgen
früh wurde der Polizeiwachmeister Lempert aus Braubach mit seinem Polizeihund
gerufen, der infolge der vorhandenen Blutspuren reichlich Witterung hatte. Am Tatort
hatte man den Förster mit Bauch-, Brust- und Halsschuss vorgefunden. Das Gesicht
wies außerdem noch Spuren des Nahkampfes auf. Der Polizeihund verfolgte die
Spur bis zum Molsberger Hof, wo man den N.N. (Name aus redaktionellen Gründen
nicht genannt) im Bette liegend vorfand und ihn als dem mutmaßlichen Täter
verhaftete.
Er wurde auf einen Wagen geladen und unter starker Bewachung nach hier
gebracht; er wurde an die Leiche geführt und musste diese anschauen. Die
aufgeregten Besucher Bogels suchten den Verhafteten zu lynchen, was nur durch
den starken Schutz der Polizeibeamten verhindert wurde. Dagegen wurde der
verhaftete N.N. bei seiner Ankunft in Nastätten, trotz Abwehr der Polizeibeamten mit
Knüppel derart verprügelt, dass er sich auf den Wagenboden legen musste, um
einigermaßen den Hieben zu entgehen. Trotz mehrer starker Belastungsbeweise
blieb aber der Verhaftete bei seiner Vernehmung in Nastätten bei der Leugnung der
Tat.
Frohwein war ein ruhiger und stiller Mann, ein treuer und gewissenhafter Beamter,
ein liebender und fürsorgender Familienvater und war bei allen beliebt. Er hinterlässt
Frau und 4 unmündige Kinder. Nicht allein die Bewohner Bogels, auch die der
ganzen Gegend nehmen innigen Anteil an dem Schweren Geschick, das die Familie
betroffen hat.
Am 22. und 23.Oktober 1920 fand vor dem Schwurgericht in Wiesbaden die
Gerichtsverhandlung gegen den mutmaßlichen Mörder des erschossenen Förster
Frohwein von hier statt. Der N.N. vom Molsberger Hof wurde für schuldig erklärt und
zu 15 Jahre Zuchthaus und Tragung der Kosten verurteilt.
Der mutmaßliche Mörder des Herrn Förster Frohwein, der 1920 von dem
Schwurgericht in Wiesbaden zu 15 Jahre Zuchthaus verurteilt worden war, täuscht
Irrsinnigkeit vor und kam deshalb in die Irrenanstalt zu Herborn (Dillkreis). Von hier
entfloh er im Sommer 1923 und hielt sich wieder längere Zeit in dem Molsberger Hof
auf. Als ihn die Polizei verhaften wollte und zu entfliehen versuchte, wurde er einfach
erschossen und erntete somit die gerechte Strafe seines Verbrechens
Für alle die sich erfolgreich ins Logbuch eintragen konnten gibt es ein Banner für das Profil:

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