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Schallbri 10 Traditional Cache

Hidden : 4/20/2017
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


Schallbri 10

Auf dem Weg von Zimmern zum Waidachshof stehen rechts und links des Weges ca. 150m oberhalb der alten Pumpstation der Waidachshofer Wasserversorgung im Gewann „Ziehbrunnen“ zwei auf den ersten Blick unscheinbare viereckige stark bemooste Sandsteine.
Sie ragen etwa 60 – 70 cm aus der Erde und erinnern bei etwas genauerem Studium an längst vergangene Zeiten.
Die Steine haben oben eine Kantenlänge von etwa 30 – 35 cm und auf der Wegseite steht in Schreibschrift eingehauen „Nr. 10 bzw. 11“  und „Weggrenze“. Die alten Steine wären bis dahin gewöhnliche Grenzsteine bzw. Wegweiser, doch die weiteren Angaben machen den interessierten neugierig. Betrachten wir den Stein Nr. 11 etwas genauer, stellen wir fest, dass auf der rechten Seite in Schreibschrift von Schallberg 627 Ruth. und auf der linken Seite von Zimmern 166 Ruth. eingehauen ist.
Die Ruthe war eines der vielen Maße, die es in den über 300 Ländern und Ländchen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nach dem Westfälischen Frieden von 1648 und auch im vom Wiener Kongress von 1814/15 geschaffenen Deutschen Bund gab, und hatte in den einzelnen Ländern und Gegenden verschiedene Längen. Das heute allgemein gültige metrische System wurde durch Gesetz am 24 November 1869 beschlossen und trat am 1. Januar 1872 in Kraft.

Im 1806 aus der Vereinigung vieler ehemaliger weltlicher und geistlicher Herrschaften mit altbadischem Gebiet entstandenen Großherzogtum Baden maß ab 1830 bis 1871 die Ruthe 3m. Vorher war die altbadische Ruthe 4,8855m lang.
Doch zurück zu den Wegsteinen an den früheren Gemarkungsgrenzen zwischen Adelsheim, Zimmern, Waidachshof und Schallberg.

Das Dorf Schallberg, im Volksmund „Schallbri“ genannt, einst zwischen Zimmern und Seckach gelegen, übertrug der Edle Albert von Allfeld im Jahre 1288 mit allen Rechten dem Kloster Seligenthal.

Es waren nicht nur kriegerische Auseinandersetzungen, die öfters im Lande Brand und Verwüstung zurückließen, sondern auch der schreckliche Seuchen wie der „Schwarze Tod“. Er vernichtete noch vor Ausgang des 15. Jahrhunderts ganze Ortschaften wie auch Schallberg, die menschenleer, dem Verfall preisgegeben ganz verschwanden. Die Gemarkung Schallbergs blieb als Klosterbesitz allerdings noch viele Jahre erhalten und wurde später als „Schallberger Genossenschaft“ weitergeführt. Im Jahr 1872 schließlich, wurde die ehemalige Schallberger Gemarkung an die benachbarten Orte Seckach, Schlierstadt, Zimmern und Waidachshof verteilt.

Außer dem Grenzstein zwischen Zimmern und dem Waidachshof erinnert heute nur noch der Flurname „Schallberg“ und eine gleichnamige Straßenbezeichnung im Jugenddorf Klinge an die gegenüber an der Seckach gelegene abgegangene Ortschaft.

(Text auszugsweise aus dem Heimatheft Seckach Nr. 26)

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