An den Koordinaten, liegt vor dir das eingezäunte Gelände der ehemaligen Klärbecken der Brikettfabrik Hubertus. Direkt dahinter beginnt der Hang der Coloniahalde. Hier sollen die Mitarbeiter der beiden Bergbauunternehmen derart aneinander geraten sein, dass Arbeiter der Gewerkschaft* Colonia, die Wärterbude an den Klärbecken zerstörten. Vorangegangen war ein langer Streit zwischen den Bergbauunternehmen über Abbau- und Abraumkipprechte.
(*Gewerkschaft = Kapitelgesellschaft gemäß Bergrecht, ähnlich Aktiengesellschaft)
Also erzählen wir die Geschichte mal von vorne:
Am 7. Okt. 1911 wurden die vier Bergwerke, Grundstücke und Gebäude der Gewerkschaft "Friedrichsglück zu Lobenstein" zwangsversteigert. Den Zuschlag erhielt der Kölner Kaufmann Bergerhoff der die Bergwerke unter dem Namen "Colonia" vereinigte. Im Jahr 1919 wurde das Abbaufeld durch Ankauf der Gruben der Gewerkschaft Regina auf insgesamt 75 ha erweitert.
Ein Jahr später wechselte die 1000-teilige Gewerkschaft Colonia den Besitzer. 901 Anteilsscheine kaufte das "Stahlwerk Becker AG" in Willich bei Krefeld, 99 gingen an die "Industrielle Bankgesellschaft mbH".
Durch die nach dem Ersten Weltkrieg zu erbringenden Reperationsleistungen hatte das Stahlwerk erhebliche Schwierigkeiten mit der Brennstoffversorgung und sollte andererseits auch Stahl liefern. Durch diesen Umstand ging die Gewerkschaft Colonia besonders rücksichtslos beim Auffahren der Grube vor. Bereits im Juni 1920 wurde Kohle gefördert. Mit 426 Arbeiter, 3 Löffelbagger und 2 Eimerbagger wurden monatlich 40.000 t Kohle gefördert, die ausschließlich an das Stahlwerk geliefert wurde. Der zwischen dem Ort (Alt-)Balkhausen, der Eisenbahnstrecke und den Nachbargruben eingezwängte Tagebau hatte kaum Bewegungsfreiheit. Schon bald reichte die Grube bis an die Häuser des Ortes heran, an denen Bergschäden entstanden, die das Berbauunternehmen nicht regulieren wollte. Mit den Nachbarunternehmen stritt man über Abbau- und Kipprechte. Um das Problem Abraumverkippung zu lösen wurde das Deckgebirge in Brüggen südlich der Heerstraße am Villehang aufgeschüttet. So entstand die "Coloniahalde" an dessen Fuße die oben genannte Geschichte geschah und du nun nach einem Cache suchst.
Nun noch das Ende der Geschichte:
Im Jahr 1923 wurde die Gewerkschaft Colonia vom Stahlwerk losgelöst, das jedoch infolge des Ruhrkampfes stillgelegt und am 17. Oktober 1929 geschlossen wurde. Damit hatte die Grube Colonia ihren einzigen Abnehmer verloren. Die Grube Fürstenberg die im Besitz der Amsterdamer Firma "Naamlooze Verbond Algemeene Bruinkool Companie" war übernahm Colonia und entschädigte die Bevölkerung. Erst 1936 konnte der Tagebau, nachdem man mit den Nachbargruben Hubertus und Louise einen Vertrag über das Verkippen von Abraum geschlossen hatte, wieder in Betrieb gehen. Doch 1940 wurde der Abbau eingestellt und das Feld Colonia ging an die Roddergrube, die das Restloch als Klärteich für ihre Grube Berrenrath-West nutzte.
Und nun zum Cache:
Wir hoffen unser Ausflug in die Bergbaugeschichte war etwas spannend. Genauso "spannend" soll der Cache sein. Bleibt auf dem Weg und betretet kein verbotenes Gelände.
Bitte die"Dose"gut aber nur handfest schließen!
Viel Spaß beim Suchen wünscht:
Team
Prinzenrolle 4