sind in der Regel Dorfbewohner - ohne solidarische Dorfgemeinschaft wäre mancher noch ärmer dran. Naturgewalten und die wetterbedingte Kargheit der Erträge setzte den Bauern sehr zu. Auch gegenüber Fuchs, Bär und Wolf, die ihre Haustierzucht (Schweine, Schafe, Ziegen und Hühner) bedrohten, standen sie an vorderster Front.
Die Hauptsorge des Bauern galt natürlich in erster Linie dem Leben und Überleben seiner Familie, aber in der Regel hatte er auch Grundherren, die ihre Rechte auf seine Arbeitskraft und seine Produkte einforderten.
Das Hauptnahrungsmittel war Getreide. Aber die Ergiebigkeit der Böden war dürftig, der Ertrag des Saatguts lag durchschnittlich etwa bei 4:1.
Nicht alle Bauern verfügten über Zug- und Arbeitstiere (meist zu Paaren eingespannte Ochsen) die den schweren Pflug spannen konnten. Deswegen mussten sie diese von anderen leihen. Wer über eines oder mehrere Paare von Ochsen oder Zugpferden verfügte hatte in der bäuerlichen Dorfgemeinschaft eine herausragende Stellung.
In Deutschland setzte sich seit dem frühen Mittelalter die Dreifelderwirtschaft durch: Im einen Jahr wurde im Herbst Winterweizen oder Roggengesät, im nächsten dann Frühjahrsgetreide, Erbsen, Linsen oder Bohnen und im dritten Jahr war das Feld Brache und der Boden konnte sich regenerieren.
Geerntet wurde mit kleinen Sicheln, gedrescht mit Holzflegeln. Zum Mahlen musste der Bauer sein Getreide in der Regel in die Mühle des Grundherren bringen – und die entsprechenden Abgaben dafür leisten.
Lebensmitteltransporte über größere Strecken gab es kaum, die Gesellschaft musste von dem leben, was die Bauern erwirtschafteten. Trotzdem waren sie wenig geachtet. „Die Masse des Volkes ist arm im Geist und lebt wie die rohen Tiere“ (Wilhelm von Auvergne).
Das Wachsen der Reichsstadt Rottweil und die Zimmerner Herrschaft führten zu einem großen Bedarf an landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Das kam den Bauern zugute. Schweinefleisch, Milch und Käse, frisches und getrocknetes Obst, Pilze und Beeren und waren auf den Märkten begehrt.
Die Kinder mussten früh mitarbeiten beim Vieh hüten und bei vielerlei Hilfsdiensten. Töchter arbeiteten in der Burg oder den Haushalten der Reichsstadt, Söhne sollten bei Handwerkern in die Lehre gehen.
Du begegnest einem Bauern, der auf der Burg seinen Marktstand aufbauen will. Auf seinem Ochsenkarren sind in großen Lettern magische Zahlen eingebrannt: 138°, 470 m . Auf deine Bitte hin nimmt er dich ein Stück mit: Zunächst geht es gen Süden, vorbei am …berger, wo (scheinbar) mit den Produkten der Bauern gehandelt wird. Die Ochsen werden langsamer, sie müssen kräftig ziehen. Am höchsten Punkt angelangt, wendet ihr euch gen Osten, bis es geradeaus nicht mehr weiter geht. Du steigst ab. Hier muss es doch sein!
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