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Der wichtigste römische Gutshof hinter Augusta Raurica (Quelle: Archäologie Baselland)
Die grosse römische Villa von Munzach wurde 1950 entdeckt, als man die so genannte «Munzachquelle» neu fassen wollte. Dabei stiess man auf römische Säulentrümmer und Ziegelreste: Spuren eines Heiligtums. Der damalige Primarlehrer Theodor Strübin liess darauf seine Schulklasse über die umliegenden Äcker gehen und überall da, wo ein Ziegelstück am Boden lag, einen Fetzen Zeitungspapier hinlegen. Von der Anhöhe des nahen Hasenbühls aus konnte man danach an einer bestimmten Stelle eine deutliche Konzentration von Papierschnipseln beobachten: dort steckte das Herrenhaus im Boden. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde in Munzach immer wieder gegraben. Heute gehört die Römervilla zu den am besten bekannten der ganzen Schweiz und zu den grössten im Hinterland von Augusta Raurica, nur eine gute Wegstunde (5 km) von der Koloniestadt entfernt.
Eine römische Villa besteht aus mehreren Teilen, die zusammen gehören. An der besten Wohnlage befindet sich das grosse «Herrenhaus», die Wohnung der Gutsbesitzer. Sie bestand im Falle von Munzach aus mehreren Räumen, die zum Teil eine Bodenheizung besassen. Auch Küche und beheizbares Bad gehörten dazu. Zum Innenhof hin lag ein prächtiger, gedeckter Säulengang (Portikus), der mit Mosaikfussböden aus schwarzen und weissen Steinchen belegt war. Im Innenhof plätscherte ein kleiner Brunnen, auf dem wohl die berühmte bronzene Brunnenfigur eines Delphins thronte. In einigen Zimmern lagen Mosaiken, die noch kunstvoller gesetzt waren als diejenigen im Säulengang, zum Teil mit winzigen bunten Würfelchen aus verschiedenfarbigen Steinen. Auch Wandmalereien und marmorne Wandverkleidungen sind bezeugt.
Das Herrenhaus war normalerweise durch eine Mauer oder eine Hecke vom übrigen Teil der Villa abgetrennt. Dort standen das Haus des Gutsaufsehers und die viel kleineren, schlichteren Häuschen der Arbeiter, Scheunen, Ställe und Werkstätten. Nahe beim Herrenhaus konnten in Munzach die Fundamente riesiger Lagerhallen ausgegraben werden. Man fand sogar noch die Bodenmulden, in denen die kugeligen Ölamphoren aufgestellt worden waren. In Munzach scheint man ausserdem ein Gebäude entdeckt zu haben, in dem Sklaven eingesperrt werden konnten. Das geschah aber sicher nur zur Bestrafung. Normalerweise konnten sich Sklaven genauso frei bewegen und arbeiten wie die anderen Villenbewohner. All diese Gebäude reihten sich entlang einer Hofmauer, die das gesamte Villengelände umfasste. Mitten durch den grossen Innenhof führte wohl eine Strasse, die sehr wahrscheinlich auf ein prächtiges Hoftor zu führte, das man bisher aber noch nicht finden konnte. Auch der Rösernbach wurde durch das Villengelände geleitet, wo er Felder und Gärten bewässerte und vermutlich auch eine Mühle antrieb.
Insgesamt war die Anlage von Munzach gut 350 Meter lang und ungefähr 160 Meter breit. Natürlich war damals nicht jede römische Villa so gross und so prunkvoll ausgestattet wie sie. Der ungewöhnliche Reichtum der Gutsbesitzer von Munzach zeigte sich auch in wertvollen Funden wie Gläsern oder versilbertem Metallgeschirr. Wahrscheinlich spielte die Familie der Gutsbesitzer eine wichtige Rolle in der Region. Als reiche Leute besassen sie vermutlich auch ein schönes Stadthaus im nahen Augusta Raurica.
Nach den Funden zu schliessen wurde die Villa von Munzach am Anfang des 1. Jahrhunderts nach Christus gegründet, vielleicht über einem älteren, keltischen Gehöft. In der Folge baute man sie laufend aus. Die prunkvollen Mosaikböden entstanden wohl erst um 200–250 nach Christus. Die Krisen des Römischen Reiches des späteren 3. und 4. Jahrhunderts bekam Munzach offenbar auch zu spüren. In dieser Zeit scheint kaum mehr etwas gebaut worden zu sein; Funde sind spärlich. Ganz am Ende war die Anlage damit jedoch nicht: Im frühen Mittelalter entstand auf seinem Gelände ein Dorf, das noch bis ins 13. Jahrhundert existierte und den römischen Namen Munciacum (Munzach) bis heute bewahrte. Etwa 400 m oberhalb des Gutshofes wurde um 800 n. Chr. zudem eine eigentliche Gewerbesiedlung gegründet.
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Munzach Wikipedia Munzachgesellschaft Volksstimme
F:
La Villa Romaine la plus importante près d'Augusta Raurica (Source: Archéologie Bâle Campagne)
La grande Villa de Munzach a été découverte en 1950 lors de la rénovation du captage de la source Munzach. A cette occasion on a trouvé des débris de colonnes romaines et des débris de tuiles. Dans les années suivantes les fouilles ont eu lieu petit à petit. La Villa Romaine de Munzach, éloignée pas plus de 5 km de la ville coloniale d’Augusta Raurica, est une des plus grandes Villas Romaines en Suisse.
Le site de Munzach s’étalait sur une longueur d’environ 350 m et une largeur de 160 m. La richesse extraordinaire des propriétaires de Munzach s’est révélée dans les trouvailles précieuses comme de la verrerie et vaisselle en métal argenté. Comme gens nobles il est probable qu’ils possédaient également une maison de ville à Augusta Raurica.
A juger par les trouvailles, la Villa de Munzach a été fondée au début du premier siècle après Jésus-Christ, peut-être sur le lieu d’une ferme celtique. Par la suite elle a été agrandie constamment. Les somptueuses mosaïques au sol ont été rajoutées entre les années 200 et 250 après Jésus-Christ seulement. Les crises de l’Empire Romaine du fin du 3e et 4e ciècle ont dû être dures pour la Villa de Munzach, mais ce n’était pas sa fin. En début du Moyen Âge un village sous le nom de Munciacum (Munzach) se formait sur les lieux. Il existait encore jusqu’au 13e siècle et son nom romain est toujours en usage pour ce quartier.
E:
The most important Roman Villa in the neighbourhood of Augusta Raurica (Source: Archaeology of Basel-Country)
The large Villa of Munzach has been discovered when in 1950 the capture of the Munzach source was renewed. At that occasion parts of roman columns and pieces of roof tiles were found. In the years after, archaeological excavations have begun. The roman Villa of Munzach is only about 3 miles away from the colonial town „Augusta Raurica“ and is one of the largest and most important in Switzerland.
The site of Munzach was approx. 820 feet long and 520 feet wide. The extraordinary wealth of its owners can be estimated by the valuable objects found, such as glassware and silver plated metal dishes. As wealthy people they probably owned a townhouse in Augusta Raurica as well.
The assessment of the objects found reveiled that the Villa of Munzach was founded in the first century post Christ, maybe on a former celtic farm site. It has constantly been enlarged. The magnificent floor mosaics have been added in between the years 200 and 250 post Christ only. The crisis of the Roman Empire in the late 3rd and 4th century has had an impact on the Villa Munzach as well, but it was not its end. At the beginning of the Medieval Period a village by the name of Munciacum (Munzach) has been built on the site. It existed until the 13th century and its roman name is still in use today for his area.