Erinnerungen an Friedrich von Bodenstedt
Peine. Heute vor 120 Jahren starb der Peiner Dichter und Schriftsteller Friedrich von Bodenstedt. Seine bedeutenden Werke, wie „Die Lieder des Mirza Schaffy“, prägten das 19. Jahrhundert. Das war noch keinem Peiner vor ihm gelungen.
Historischer Marktplatz: Die Figur von Friedrich von Bodenstedt.
Quelle: ale
Wer über den historischen Peiner Marktplatz spaziert, begegnet dort einem bronzenen Mann, der auf einer Bank sitzt und ein Buch in seiner Hand hält - die andere Hand einladend erhoben. Dabei handelt es sich um den am 22. April 1819 in Peine geborenen Schriftsteller Friedrich von Bodenstedt. Das Denkmal steht im Schatten seines Geburtshauses, dem heutigen Altstadtcafé am Markt.
Schon früh zog es Friedrich Martin von Bodenstedt zur Literatur, dennoch absolvierte er auf Wunsch seines Vaters eine kaufmännische Ausbildung in Braunschweig. Die Sprache und Literatur gab er allerdings nie ganz auf und begann ein Studium der neuen und alten Philologie sowie der Geschichte und Philosophie.
Bodenstedt entwickelte eine Faszination gegenüber fremden Sprachen und Kulturen, er verfasste auf seinen zahlreichen Reisen detaillierte Schilderungen über die Länder und Leute, die ihm dabei begegneten. „Viele seiner Schriftstücke, haben daher einen großen zeitgeschichtlichen Wert“, weiß Stadtarchivar Michael Utecht.
Die Menge an Wissen und Erfahrungen, die Bodenstedt während der Jahre sammelte, gab er als Lehrer und später auch als Professor in München weiter. Im Jahr 1888 besuchte er zum letzten Mal seine Heimatstadt Peine, in der ihm 1889 das Peiner Ehrenbürgerrecht verliehen wurde. Am 18. April 1892 starb Bodenstedt in Wiesbaden. Neben dem Denkmal auf dem Historischen Marktplatz erinnert heute auch eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus, Am Markt 19, sowie der Name einer Schule an den Dichter. An diesen Orten ist er der berühmte Sohn der Stadt heute noch lebendig.