Kurz zum Geo-Naturpark Frau-Holle-Land
Der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land zählt zu den schönsten Naturlandschaften Deutschlands und ist der drittgrößte Naturpark in Hessen. Seine Fläche umfasst neben dem Meißner und dem Kaufunger Wald auch die Söhre, große Teile des Werratales mitsamt der „Hessischen Schweiz“ und den Ringgau. Er grenzt direkt an das "Grüne Band", das entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze verläuft. Am 06.02.2017 brachten die Städte Hessisch Lichtenau, Großalmerode, Sontra sowie die Gemeinden Herleshausen und Nentershausen weitere Flächen ein.
Im Januar 2017 beschloss die Verbandsversammlung des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald die Umbenennung in:
Geo-Naturpark Frau-Holle-Land
mit dem Zusatz
Werratal.Meißner.Kaufunger Wald
Dieser neue Name wird seit April 2017 umgesetzt.
Geographische Lage des Höllentales
Die hohen Felswände des Bilstein und des Iberg säumen im engen „Höllental“ das Flüsschen Berka auf einer Gesamtlänge vom etwa 10 km durch eine pflanzenreiche und bergige Landschaft zwischen Berkatal-Frankershausen und Eschwege-Albungen im östlichen Meissnervorland. Das Tal bildet den südöstlichen Abschluss des Soodener Berglandes.
Die Entstehung des Höllentales
Vor mehr als 270 Millionen Jahren war das gefaltete Grundgebirge, bestehend aus Diabas, Schiefer und Grauwacke, die Erdoberfläche. Durch Erosion (Erdabtragung durch klimatische Einflüsse) setzte sich in den Mulden und Tälern das Rot- oder Weißliegende ab. Später senkte sich der Mitteleuropäische Raum von England bis nach Polen, und im Süden bis an das Erzgebirge, weit unter den Meeresspiegel ab. Dadurch bildete sich in Mitteleuropa das so genannte Zechsteinmeer. Auf dem Boden dieses flachen Binnenmeeres setzten sich übereinander die folgenden Schichten ab:
Der Kupferschiefer, der Zechsteinkalk und das Werraanhydrit. Nach der Ablagerung dieser Schichten kam es zu starken Bewegungsvorgängen in den oberen Erdschichten, evtl. verursacht durch die Anhebung des zuvor abgesunkenen Mitteleuropäischen Gebietes. Dabei kam es zur Bildung von weit durchschlägigen Rissen im Gebirgskörper. Dadurch verschoben sich große Gebirgsschollen gegeneinander und bildeten großtektonische Verwürfe. Später bildete sich durch Erosion die heutige Form der Erdoberfläche (Höllental, Bilstein, Iberg usw.).
Sehr hartes Diabasgestein und Grauwacke bildeten dort einen Felsriegel, den das Wasser allmählich zerschnitten hat – das Höllental entstand.
Was ist Diabas?

Diabasbrocken aus dem Harz
Wie bei vielen Steinen und Mineralien üblich, ist der Name des Gesteins Diabas auf die Entstehung zurückzuführen. Diabas ist griechischen Ursprungs und wird mit "durch etwas hindurchgehen" übersetzt.
Entstehung und Verbreitung von Diabas
Diabase zählen zu den sogenannten Metabasalten, die aus dem Paläozoikum stammen.
Das metamorphe Gestein kann sowohl extrusiv als auch intrusiv entstanden sein, ist dabei eng an Vulkanismus gebunden.
Ausgangspunkt der Bildung von Diabas sind auf dem Meeresgrund verfestigte Sedimente bestehend aus Abtragungsschutt anderer Gesteine. Durch Schwächezonen in der Erdkruste auf dringende, bis zu 1.200°C heiße Lava basaltischer Zusammensetzung aus dem Erdmantel breitet sich in den Sedimenten aus (siehe Bedeutung des Namens Diabas!). Dabei kühlt die Gesteinsschmelze ab und bildet die ersten gesteinsbildenden Kristalle aus.
Weitere Kristalle entstehen infolge der fortschreitenden Erkaltung der Lava und reagieren mitunter mit Wasser und Sedimenten.
Unterschieden werden intrusive – gebildet aus Sedimenten – und extrusive – entstanden am Meeresgrund im Meerwasser – Diabase.
Hinsichtlich der Beschaffenheit sind intrusive Diabase weniger porös und grobkörnig, enthalten teilweise auch Adern bestehend aus Calcit, Quarz oder Chlorit, während extrusive Diabase feinkörniger und porenreicher sind. Teilweise sind die Poren mit Hämatit, Chlorit und Zeolithen gefüllt. Gebirgsbildende Prozesse sind letztlich verantwortlich, dass Diabase an die Erdoberfläche gelangen.
Bedeutende Vorkommen von Diabas befinden sich unter anderem in Schweden; Harz, Fichtelgebirge, Mittelhessen, Rheinisches Schiefergebirge, Dillenburg, Vogtland, Saalburg/Deutschland; Salzburg/Österreich; Ardennen/Frankreich; England; New Jersey/USA; Inseln Skye, Rum, Mull, Arran/Schottland; Irland; Tasmanien/Australien; Finnland; Curacao; Venezuela; Indien; Türkei und Südafrika.
Z u r B e a c h t u n g:
Dieser Earth Cache zeigt eine erdgeschichtliche Sehenswürdigkeit der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und der Entstehung des Lebens vermitteln. Sie dienen aber auch als Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten.
Bitte verhaltet euch entsprechend umsichtig und schont die Natur. Es ist nicht erforderlich und nicht erlaubt solche Naturräume zu beschädigen (Steine schlagen, Pflanzen zu entnehmen etc.).
Die geologische Formation ist frei zugänglich, doch Vorsicht! Bitte seid auch auf eure eigene Sicherheit bedacht und verhaltet euch entsprechend.
Parkt euer Cachemobil bei der ausgewiesenen Parkmöglichkeit des Wanderparkplatzes und geht von dort zu Fuß weiter.
Diverse, verschieden große Aufschlüsse aus Diabasgestein tangieren den Premiumwanderweg P 2 im Höllental. Eines dieser geologischen Schaufenster betrachtet nun genauer und löst folgende Aufgaben:
Aufgabe 1:
Mit welcher Mächtigkeit tritt der Aufschluss zu Tage? Schätzt bitte Breite und Höhe in Metern.
Aufgabe 2:
Betrachtet den Aufschluss an der rechten Seite der Felswand und beschreibt kurz, wie sich das Gestein darstellt (Oberflächenstruktur, Farbe, Festigkeit)?
Aufgabe 3:
Geht nun weiter zur linken Seite der Felswand und fasst kurz zusammen, welche Unterschiede zur rechten Seite der Felswand zu erkennen sind.
Aufgabe 4:
Schau Dir den Aufschluss an. Ist der Diabas aufgrund Deiner Eindrücke wohl eher intrusiv oder extrusiv entstanden? Woran machst Du Deine These fest?
Aufgabe 5:
Gegenüber der Felswand liegt ein großer Diabasbrocken am Uferrain zum Flüsschen Berka. Wie ist er eurer Meinung nach dort hingelangt?
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Herbalwitch1965
Fotos: eigene, bearbeitete Aufnahmen; Wikipedia
Quellen: Wikipedia; Steine und Mineralien.de; H. Wilske, Flensburg; Zweckverband Geo-Naturpark Frau-Holle-Land