AR-Team: Das Motel an der 49 ist geschlossen
Wo einst die bunte Leuchtschrift schien,
in giftigem, nervösem Grün,
und müde Trucker nachts um vier
noch tranken ein verfehltes Bier,
da herrscht jetzt Stille, öd und leer,
kein Schnitzel brutzelt abends mehr.
Das Motel an der Bundesstraße
verlor im Wettbewerb die Maße.
Die Rezeption, sonst hell besetzt
mit Kunstleder, das längst zerfetzt,
ist nun verrammelt, dicht und kalt,
der Teppichboden riecht nach Wald (und Asche).
Kein Schlüssel klappert am Empfang,
kein Fernseher dröhnt den Flur entlang,
wo billigstes Programm oft lief,
während der Gast im Mief entschlief.
Der Grund für dieses jähe Ende?
Die neue Zeit brachte die Wende!
Der Koch war mürrisch, oft betrunken,
die Sterne-Zahl war tief gesunken.
Das WLAN gab es nur als Scherz,
die Matratze brach dem Gast das Herz.
Wer hier schlief, tat es nicht aus Lust,
man checkte ein mit purem Frust.
Nun stehen dort zwei Krähen stumm
auf dem verwaisten Parkplatz rum.
Kein Vorhang wackelt, nichts passiert,
wo früher mancher wild logiert.
Die Bundesstraße zieht vorbei,
dem Rest der Welt ist’s einerlei:
Das Bett war hart, das Schnitzel zäh –
schade ist’s nicht. Ade, ade!