Der Berg-Ahorn
(Acer pseudoplatanus )
Es gibt wohl nur wenige Nadel- und keine anderen heimischen Laubbaumarten, die mit zunehmender Höhenlage immer schöner und strotzender in Erscheinung treten. Der Berg-Ahorn macht geradezu den Eindruck, als würde es ihm bei Kälte besonders gut gehen. Ob das stimmt, klären wir gleich. Und auch warum seine Borke im Alter ein Traum ist. Diese Baumart lässt einen staunen und zeigt uns, dass man auch ohne viel Schminke schön sein kann.
Was es sonst noch Interessantes an diesem Baum gibt, erfahren Sie im Folgenden. Und Sie erinnern sich vielleicht noch, dass im Jahr 1995 der Spitz-Ahorn zum Baum des Jahres gekürt wurde? Nun hat es sein Bruder auf das Siegertreppchen geschafft. Und der tritt dezenter auf als der Spitz-Ahorn.
Der Berg-Ahorn blüht nämlich viel später und unauffälliger als der Spitz-Ahorn.
Seine 5-zähligen Blüten, in endständigen verzweigten Rispen-Blütenständen,erscheinen erst Ende April bis Anfang Mai zusammen mit bzw. kurz nach den Blättern. Deshalb fallen sie längst nicht so auf wie beim Spitz-Ahorn, der schon Anfang April oder Ende März vor dem Blattaustrieb blüht.
Erst mit etwa 30 Jahren beginnt der Berg-Ahorn zu blühen, dann aber fast jedes Jahr und reichlich. Die Blüten sind zwittrig, oft werden aber in der Krone bei einzelnen Blüten mal die männlichen und mal die weiblichen Anlagen der Einzelblüten unterdrückt, so dass sie fast eingeschlechtig sein können. Sie haben je 5 gelb-grüne Kelch- und Kronblätter und werden von Insekten, z.B. Bienen bestäubt, die den Nektar vom scheibenförmigen Blütenboden aufnehmen. Von den ursprünglich 10 Staubblättern sind immer 2 ausgefallen, so dass es nun noch 8 sind.
Die Früchte des Berg-Ahorns sind kleine Nüsschen. Sie haben einen langen Flügel, der die Fallgeschwindigkeit verringert, so dass sie beim Fallen ins Trudeln geraten (aaa) und dabei vom Wind verfrachtet werden, bis zu 125 m vom Mutterbaum.
Erinnern Sie sich an Ihre Kinderzeit: wer von uns hat nicht Ahornsamen in die Luft geworfen und beobachtet, wie sie hubschrauberartig wieder niederfallen…
Auf vereistem Schnee im Gebirge können die Früchte bei stärkerem Wind sogar 1 km weit rutschen. Die Flügelnüsschen sind am Baum immer zu zweit miteinander verbunden und bilden dabei einen spitzen bis rechten Winkel zueinander (sieht wie ein "Berg" aus).
Übrigens ist dies ein Unterscheidungsmerkmal: Beim Spitz-Ahorn ist der Winkel flacher. Vor oder beim Herabfallen trennen sich dann die beiden
Flügelnüsschen (daher die Bezeichnung bbb) – und auch daran erinnern Sie sich: Die Fruchthülle ist leicht klebrig, man kann sie öffnen und sich die Flügelnüsschen auf die Nase kleben – das haben Sie als Kind doch auch getan, oder? Und sehen Sie sich dann mal die Keimung im April an: Zuerst dringt die Keimlingswurzel in den Boden ein, bis sie verankert ist – dann hebt der Keimling den Fruchtflügel etwas hoch, bis dieser abfällt, und anschließend entfalten sich die beiden Keimblätter. Bei der Fülle von Keimlingen, oft 100 und mehr pro Quadratmeter, kann man die verschiedenen Stadien sehr schön nebeneinander ansehen – vorausgesetzt, Sie gehen mal in die Hocke auf dem Waldboden.
Die gegenständigen Blätter sehen – wie es sich für einen Ahorn gehört – aus wie "am Stiel ausgestreckte ccc". Aber sie unterscheiden sich deutlich vom Spitz-Ahorn: denn sie sind zwar beim Berg-Ahorn ebenfalls 5-fach gelappt, die Blattlappen sind jedoch nicht zugespitzt, sondern stumpfer, die Blätter nicht glatt, sondern runzelig. Der Blattstiel enthält keinen Milchsaft, wie er beim Spitz-Ahorn durch Ankneifen des Blattstieles austritt. Zudem hat der Berg-Ahorn nicht eine so bunte Herbstfärbung wie der Spitz-Ahorn – dafür kann sie in höheren Lagen zu einem Feuerwerk von Gelbtönen werden. Dieses Spektakel hat seinen Höhepunkt alljährlich in einem Hochtal im Naturschutzgebiet ddd, und zwar dem "Großen Ahornboden" kurz hinter der deutsch-österreichischen Grenze bei Mittenwald. Dort stehen nämlich Hunderte uralter, großkroniger Berg-Ahorne auf den Wiesen eines langen Talgrundes, und wenn sich dann im Oktober diese ganze Ahorngesellschaft gelb färbt, die Herbstsonne darauf scheint und dahinter die beidseitig gewaltige Bergkulisse mächtig wirkt, dann möchte man dort nie mehr weg. Das hat dieses Hochtal weltberühmt gemacht.
In mittleren Osten Nordamerikas gibt es verschiedene Ahornarten, die maßgeblich an der prächtigen rot-orangen Herbstfärbung der dortigen Wälder beteiligt sind, bekannt unter dem Begriff 'eee'. Dabei wurde dieser Begriff dort ursprünglich aus einem ganz anderen Grund geprägt: Die Ureinwohner, die "Indianer", nutzten die schönen Herbsttage, um ihre Wintervorräte aufzustocken, wenn die Wälder bunt wurden.
An Schattenzweigen kann man oft sehr ungleich große Blätter beobachten: die nach unten gerichteten sind viel länger gestielt und größer als die am Spross gegenüber nach oben gerichteten. So versuchen die Blätter außen mehr Licht zu erreichen. Die Blätter des Berg-Ahorns werden aufgrund günstiger Inhaltsstoffe sehr schnell zersetzt, wenn sie im Herbst vom Baum gefallen sind.
Die Knospen des Berg-Ahorns sind grün und vom Spross abstehend, die des Spitz-Ahorns braun und anliegend.
Der Baum kann eine sehr schön geformte runde bis eiförmige Krone entwickeln, was aber natürlich nur im Freistand klappt. Als Höchstalter erreicht er 500 Jahre, Stammdurchmesser von über einem Meter sind keine Seltenheit, im Freistand kann er zu wahren Riesen werden. Der dickste mir persönlich bekannte Berg-Ahorn steht am Erzgebirgsrand nahe Freiberg,
mit 1,43 m Durchmesser (= 5,40 m Umfang) in Brusthöhe. Kennen Sie einen dickeren? Dann melden Sie es bitte an www.baum-des-jahres.de, wir sind gespannt auf die Champions der 16 Bundesländer!
Im Mittelgebirge/Gebirge und Norden gibt es noch wunderschöne alte Bergahorn-Alleen. Denn der Berg-Ahorn ist eine der bestgeeigneten Alleebaumarten, wenn das Klima nicht zu trocken ist. Besonders begeistert mich eine solche reine Bergahorn-Allee von über 3 km Länge mit 104 Altbäumen fast ohne Unterbrechung auf einer Straßenseite zwischen fff und Lauenberg am Solling nahe Göttingen. Kennen Sie vielleicht noch eine längere reine Bergahorn-Allee?
In der Jugend können 1-2 m lange Jahrestriebe zu schnellem Höhenwachstum führen, das dann bald wieder nachlässt. Für die Förster ist der Berg-Ahorn ein Musterknabe: wenn seinem Wipfeltrieb nichts geschieht, wächst er schnurstracks "in den Himmel". Mit 40 m erreicht der Baum seine maximale Höhe. Und für die Verjüngung sorgt er selbst, ohne dass der
Förster etwas unternehmen muss.
Wussten Sie schon, was das ggg im Wald ist? Es bezeichnet sehr treffend die Situation, dass junge Ahorne im tiefen Schatten auf mehr Licht warten und dann im Wachstum stagnieren, wenn sie etwa 1-2 m groß sind. Die Bezeichnung Oskar-Syndrom wurde dafür verwendet, da es ja das Schicksal von Oskar in der "Blechtrommel" von Günther Grass ist, dass der Junge nicht mehr weiterwächst.
Nun müssen wir aber endlich auf die Rinde dieser Baumart eingehen, ein absolutes Highlight. Dafür benötigen Sie irgendwann demnächst einmal 10 Minuten Zeit, wenn Sie das richtig erleben wollen (geht zu jeder Jahreszeit). Alte Berg-Ahorne entwickeln nämlich eine schuppenförmige Borke, die ein phantastisches Formen- und Farbenspiel von gelb bis dunkelbraun und grün zeigt. Daher der Beiname "hhh", soll heißen: sieht aus wie eine Platane, die ja auch wegen ihrer farbenfrohen Schuppenborke in der Stadt sehr beliebt ist. Die ältesten Schuppen sind dunkel, und wenn sie schließlich abfallen, kommen ganz helle Bereiche zum Vorschein.
Noch aufregender wird es, wenn sich auf der alten Ahornrinde in höheren Lagen oder feuchten Tälern Flechten und Moose ansiedeln, sog. "Aufsitzerpflanzen" oder Epiphyten. Sie nutzen den Baum als Unterlage, um besser ans Licht zu kommen (auf dem Boden zwischen den Kräutern hätten sie keine Chance). Für den Baum macht das keinen Schaden, da sie nur auf der Borke sitzen und nicht in sie eindringen. Die Borke des Berg-Ahorns ist dafür wegen ihres günstigen pH-Wertes besonders geeignet, und so kann man alte Ahorne sogar als "Bioindikator" für die Luftqualität nutzen: Wenn sich auf der Rinde empfindliche Flechten, wie z.B. die mähnenartig herunterhängenden Bartflechten entwickeln, ist das ein Zeichen für hohe Luftreinheit.
Jetzt verstehen Sie, warum ich zuvor von 10 Minuten geschrieben habe: Sie sollten einmal vor einem solchen alten Ahorn verweilen (nicht wie sonst vorbeigehen oder -fahren) und von ganz nah die Rinde betrachten: die Formen und Farben der Borkeschuppen, und ob Sie dort Flechten finden.
Und schauen Sie mal am Stamm hoch, wie sich die Borkenstruktur verändert – weiter oben sieht es dann manchmal aus "als wär der Lack ab". Im Frühjahr kann es zum "Bluten" aus abgeschnittenen Ästen und verletzter Rinde kommen – das ist der sog. Frühjahrssaft, der auch für Ahornsirup genutzt werden kann. Er tritt bei Verletzungen ab März bis zum Austriebzeitpunkt aus und enthält reichlich Zucker.
Die Wurzeln können bis 2 m Tiefe erreichen, erschließen den Oberboden intensiv und entwickeln eine flach herzförmige Gestalt.
Der Berg-Ahorn gehört zur Familie der iii. Das ist neu für Sie? War es für mich vor 3 Jahren auch. Seit kurzem hat man die Ahorngewächse nämlich zusammen mit der Rosskastanie in diese Familie eingeordnet, da sie bestimmte Ähnlichkeiten im Blütenaufbau aufweisen (Ausfall von Staubblättern). Weitere, vielen bekannte Ahornarten sind Spitz- und Feld-Ahorn sowie der nordamerikanische Zucker-Ahorn.
Der Berg-Ahorn wird auch als der jjj unter den heimischen Ahornarten
bezeichnet: er bevorzugt mehr die feuchten, kühlen Höhen. Über die natürliche Nordgrenze des Bergahorn-Areals wird noch diskutiert. Ohne Probleme wächst er heute auch in Südskandinavien und bis nach Schottland. Aber von selbst hat er die Rückwanderung nach den Eiszeiten wohl nur bis nach Norddeutschland geschafft, dann hat der Mensch weiter nachgeholfen. Es gibt Nachweise, dass er nahe der norddeutschen Küste vor 500 Jahren noch unbekannt war.
Der Verbreitungsschwerpunkt liegt jedoch in Mittel- und Südeuropa, dort vor allem im Bergland, in Mischbeständen mit Buchen, Tannen und Fichten. So kann er im Harz und Erzgebirge bis in 900 m Höhe vorkommen, in den Zentral- und Ostalpen bis in 2.000 m, und damit höher steigen als die meisten anderen Laubbäume. England und Irland hat der Berg-Ahorn nach seiner dortigen Einbürgerung durch den Menschen im 15. Jahrhundert komplett erobert, sich also von Anpflanzungen aus selbst verbreitet. Invasionspotenzial nennen das
Botaniker – der Berg-Ahorn ist aber weniger invasiv als der Spitz-Ahorn.
Seine Häufigkeit und Dominanz wird mit zunehmender Höhenlage immer deutlicher (Name Berg-Ahorn!), schließlich kann er dort sogar vereinzeltReinbestände bilden, da er oberhalb 800 m sehr konkurrenzstark wird.
Man bezeichnet ihn auch als die "Eiche der höheren Lagen". Besonders
wohl fühlt er sich an Steilhängen, auf Geröllhalden und in feuchten Tälern,
etwas sehr Schönes sind dort die Ahorn/Eschen-Schluchtwälder mit Silberblatt (kkk), einer eindrucksvollen krautigen Pflanze. Diese Hochleistungswälder mit Spitzenwuchsleistungen erinnern an tropische Hochland-Regenwälder, wegen des sehr dichten Bewuchses der Bäume mit Moosen und Flechten. Der Berg-Ahorn benötigt eine gewisse Feuchtigkeit, die im (Mittel-)Gebirge immer gegeben ist. Als Straßen- und Stadtbaum zeigt er aber im Flachland auf trockenen Standorten oder bei zu eingeengtem Wurzelraum Probleme.
Was meinen Sie: Wie wird der Berg-Ahorn nach all dem Gesagten mit dem Klimawandel klarkommen? Er wird in den Mittelgebirgen durch eine längere Wachstumsperiode davon profitieren, in der Stadt aber durch mehr Trockenstress Probleme bekommen. Letzteres kann man allerdings durch ausreichenden Wurzelraum (nach unten und zur Seite) entschärfen.
In der Jugend ist er sehr schattentolerant (fast wie die Buche, wächst also auch unter den Kronen anderer Bäume recht gut), im Alter benötigt er mehr Licht, aber nicht unbedingt volle Sonne. Daher ist er der ideale Alleebaum in mittleren Höhenlagen und waldigen Gebieten. Seine Frosthärte erreicht -35° C, nur in der Jugend ist er empfindlicher, vor allem gegenüber Spätfrösten im Mai. Der Berg-Ahorn kann eigentlich fast überall problemlos wachsen. Der Boden sollte nur nicht zu trocken und zugleich nährstoffarm sein, ansonsten hat er diesbezüglich aber keine besonderen Ansprüche.
Berg-Ahorne sind Lebensraum für viele Vogelarten, Insekten, Pilze und Misteln.
So gibt es z.B. Schmetterlinge mit den schönen Namen Ahorn-Eule und Ahorn-Spinner. Blattläuse mögen den Baum besonders wegen seines hohen Zuckergehaltes, und dementsprechend auch Ameisen (da sie die Blattläuse "melken"). Vögel und Mäuse ritzen gelegentlich die Rinde an, um an den zuckerhaltigen Frühjahrssaft zu gelangen – ich habe schon beobachtet, wie Meisen kopfüber unter einer Ahorn-Astwunde hingen und sich den Saft in ihren Schnabel tropfen ließen!
Die Samen werden von Eichhörnchen, Mäusen, Kernbeißern und anderen Tieren gefressen, so dass nach dem Winter nur noch ein kleiner Teil übrig ist (aber immer noch genug bei den großen Fruchtmengen). Auf die Spätfrostempfindlichkeit jüngerer Berg-Ahorne wurde bereits hingewiesen. Er wird gerne vom Wild verbissen und muss deshalb geschützt werden, wenn er selten vorkommt. Ansonsten ist die Baumart sehr robust und wird nicht ernsthaft von Schädlingen bedroht.
Bei ständigem Wassermangel kann es allerdings aufgrund des damit verbundenen Stresses zu Pilzerkrankungen kommen, was die Verwendung als Straßenbaum im Flachland und in der Stadt einschränkt. Er ist jedoch ziemlich gut streusalzverträglich. Überflutungen erträgt er nicht sehr lange (etwa bis zu 2 Wochen), sonst wird er in der Folge krankheits- bzw. pilzanfällig.
Das ist Ihnen sicher schon einmal aufgefallen: Die Blätter können im Spätsommer und Herbst viele schwarze Flecken bekommen, die sog. lll. Hervorgerufen wird sie durch einen Blattpilz. Diese kann zwar eindrucksvolle Ausmaße annehmen, schädigt die Blätter aber nur geringfügig.
Was Sie vielleicht auch schon gesehen haben: an Ahornblättern entwickeln sich bisweilen auffällige, merkwürdig geformte kugelige oder zapfenartige Anschwellungen. Das sind sog. Gallen, die von Gallmilben und -wespen hervorgerufen werden, indem sie in den Blattstoffwechsel eingreifen. Aus der Form der Gallen kann man auf eine bestimmte Insektenart schließen, meist befinden sich Larven darin und lassen es sich gutgehen. Für die Blätter hat das keinen Schaden zur Folge.
Bei den Förstern hat der Berg-Ahorn einen sehr guten Ruf, er gehört zu den sog. Edellaubhölzern. Sein Holz war bereits in der Stein- und Bronzezeit sehr geschätzt, heute vor allem bei Instrumentenbauern. So erzielte z.B. im Winter 2007/08 in Sachsen ein Stamm des Berg-Ahorns den höchsten Holzpreis, mit 8.600 Euro.
Es werden wichtige Teile von Musikinstrumenten daraus gefertigt, das sog. Klangholz z.B. von Streichinstrumenten, Lauten, Zithern und Gitarren, Panflöten und Fagott. (Sie kennen doch hoffentlich "mmm"?)
Eine Geigenbauerin berichtet:"Ohne den Berg-Ahorn gebe es den Geigenklang, wie wir ihn kennen, gar nicht. Dieses unübertroffene Klangholz hat unter dem Geigenlack zudem eine herrlich lebendig funkelnde Maserung wie kein anderes Holz. Deshalb ist auch die Geigenbaumeisterin Dorte Weishaupt Moinian aus Neu Meteln bei Schwerin immer auf der Suche nach dem klanglich passenden Berg-Ahorn für ihre Geigen, Bratschen und Celli. Hat sie das ideale Holz gefunden, muss es erst einmal mindestens 10 Jahre lagern, bevor sie den Berg-Ahorn aus Bosnien oder Bayern zu ihren Meisterinstrumenten verarbeitet."
Höchstpreise erzielen Flammen-/Riegel- und Vogelaugen-Ahorn, das sind Stämme mit welligem Holzfaserverlauf oder vogelaugenähnlichen Holzstrukturen, die dann im Furnier oder Edelholz besonders schön aussehen. Von den drei heimischen Ahornarten ist das Holz des Berg-Ahorns das begehrteste, auch weil es am hellsten ist.
Es ist hart und gut zu bearbeiten. Allerdings ist es nicht witterungsfest und muss im Freien sehr gut geschützt oder behandelt werden. Auch im Saft geschlagenes Holz verfärbt sich schnell durch Pilzbefall, weshalb unbedingt die Winterfällung zu empfehlen ist.
Berg-Ahornholz ist ein gesuchtes Möbel-, Ausstattungs-, Drechsler- und Schnitzholz und wird wegen seines hellen Farbtons für Küchengeräte und Tischplatten verwendet. Es ist gut geeignet für Werkzeugstiele, da es besser die Handwärme hält als z.B. Buchenholz. Wegen seines hohen Stärkegehaltes im Spätherbst und Winter kann es gemahlen zu Viehfutter verarbeitet werden. Das sollten Sie wissen, wenn mal nichts anderes zu bekommen ist…
Laub wird wegen des hohen Stickstoffgehaltes z.T. noch bis heute als Viehfutter verwendet. Aus jungen Blättern kann man "nnn" und Salatmischungen herstellen. Die Blätter fanden früher medizinische Verwendung vor allem als kühlende Auflage bei Geschwüren, geschwollenen Gliedern, Insektenstichen u.ä. Dazu quetscht man die Blätter etwas an und legt sie auf die erhitzten Stellen. Probieren Sie es doch beim nächsten Mückenstich einmal aus (wenn in der Nähe ein Ahorn steht).
Ähnlich wie beim nordamerikanischen Zucker-Ahorn kann man auch beim Berg-Ahorn im Frühjahr Saft zapfen, wenn er auch nicht ganz so ergiebig wie der nordamerikanische Bruder ist. Dazu wird der Stamm bis zum äußeren Holz, dem Splint, angebohrt. Der Frühjahrssaft tropft dann 3-4 Wochen lang bis zum Tag des Austreibens heraus. Dann hört er schlagartig auf, weil die Wasser ziehenden Blätter zu einem Unterdruck im Stamm führen, so dass der Saft dann in die Krone gesogen wird. Pro Baum können bis zu 50 l (beim Zucker-Ahorn 150 l) geerntet werden, der Zuckergehalt ist 1-3%. D.h. der Saft schmeckt süßlich, ist aber noch kein Sirup, so dass die Flüssigkeit hinterher durch Erhitzen zu Ahornsirup eingedickt wird. Im 1. Weltkrieg und zu anderen früheren Notzeiten war dies eine wichtige, wenn auch mühsame Zuckerquelle.
Bedeutung hat auch der starke Schattenwurf des Berg-Ahorns unter Alleen, in Parkanlagen und in Gärten, wenn man ihn nutzen will. Und im Gebirge ist er ein beliebter Hausbaum. Zeitweise zählte er dort früher sogar als Arbeitskraft mit, wegen seiner vielfältigen Nutzfunktionen. "Sobald er auftritt, verändert sich der ästhetische Eindruck der Landschaft und gewinnt einen Reichtum, eine laubige Fülle…" (Christ)
Es heißt in der Mythologie, dass der Ahorn für Harmonie, Ruhe
und Gelassenheit steht. Er vertreibt Hexen und böse Geister,
erfüllt Hoffnungen und Träume – was wollen Sie mehr?
Und zum Schluss noch eine Empfehlung aus einer 'Betrachtung' von
ooo (1993):
"Suche einen schönen Ahornbaum und betrachte ihn aufmerksam.
Pflücke vorsichtig ein Blatt und iss es langsam auf. Zuerst schmeckt es
säuerlich, aber nach längerem Kauen wird es süß. Nun stelle Dich unter
den Baum mit dem Rücken zum Stamm, und lege beide andinnenflächen
ebenfalls an den Stamm. Fühle, wie die Essenz des Baumes über
das Blatt und den Stamm von Dir aufgenommen wird…"
Im Jahr des Berg-Ahorns werden Sie hoffentlich diese Baumart kennen,
schätzen und lieben lernen – wenn Sie ihn nicht sowieso schon
mochten. Das Wandern durch die Wälder macht z.B. viel mehr Spaß,
wenn Sie dabei auf diese kühle Schönheit achten. Wie wäre es, wenn
Sie im Jahr 2009 extra zu Ehren des Berg-Ahorns dreimal eine Familienwanderung machen? Viel Spaß dabei, und schreiben Sie uns Ihre
Eindrücke, und ob Sie die Oskars gefunden haben…
Der Bergahorn ist gepflanzt bei Nord 51° 54.556 und Ost 10° 01.889
Finde die gesuchten Begriffe. Für die Errechnung der Finalkoordinate werden von den gesuchten Wörtern die Buchstabenwortwerte ermittelt. Umlaute und Satzzeichen ergeben Null aus den Buchstabenwortwerten und gefundenen Zahlen wird nun die IQS gezogen dabei gilt aaa = A usw.
Das Final findet Ihr bei Nord 51° ( A – D)( O – I).(N + L)(B + E)(F + H)
und Ost ( C + G )° (N – D).K(M+G)(J - H)
Mystery made by Kuschelkarotte
Wir möchten uns beim Vorstand der Stiftung „Baum des Jahres“ sowie bei
Herrn Prof. Dr. A. Roloff für die Genehmigung der Quellennutzung bedanken !
www.Baum-des-Jahres.de
Achtung Achtung !!!
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und die Rechnung angepaßt