Findlinge sind ein typisches geologisches und geomorphologisches Erkennungsmerkmal für Landschaften, die von Gletschern geformt worden sind. Findlinge sind die häufigste Form erratischer Blöcke. In den Geowissenschaften werden mit "erratischem Block" diejenigen Steinblöcke bezeichnet, die durch seltenere geophysikalische Prozesse oder menschliches Zutun nicht dort liegen, wo man sie erwarten würde. Man spricht auch von ortsfremdem Gestein.
Wie entstehen Findlinge ?
Ein Gletscher als fester Körper sortiert das durch ihn beförderte Material nicht. Dies gilt für die Aufnahme des Gesteins (durch Abtragung oder Sturz auf den Gletscher), den Transport und die Ablagerung. Die Abtragung großer Gesteinsbruchstücke geschieht entweder durch die Aufnahme bereits gelockerter Steine, wenn der Gletscher sie überfährt, oder durch das Anfrieren und Herausbrechen von Blöcken am Gletschergrund. Als festem Körper ist es dem Gletscher möglich, Material von der minimalen Korngröße der Tonminerale bis hin zu Brocken von über zehntausend Tonnen Masse zu bewegen.
Durch die Bewegung im Gletscher und dem Abrieb zeigen Findlinge in der Regel ein mehr oder weniger gerundetes Profil. Bei Gesteinen, die auf den Gletscher gestürzt sind, wirken sich diese Kräfte weniger aus. Die Bruchkanten sind dann schärfer und weniger abgerundet.
Bei großen Findlingen handelt es sich im nördlichen Mitteleuropa meist um magmatische Gesteine, wie Granit, oder um metamorphe Gesteine. Sedimentgesteine sind auf Grund ihrer geringeren Widerstandsfähigkeit deutlich seltener.
Das Nordschwarzwälder Granitmassiv wird westlich von der Oberrheintalspalte bis Baden-Baden und Offenburg, im Osten durch das Tal der Enz bei Enzklösterle und Bad Wildbad und südöstlich durch Offenburg und Schönmünzach begrenzt.
Betrachten wir im nächsten Schritt die hier vorkommende Granitarten. Diese unterscheiden sich in Korn, Farbe und Textur sowie der Anordnung der Minerale.
Zum Nordschwarzwälder Granitmassiv zählen die folgenden Granit-Arten:
- Friesenberg-Granit
- Bühlertal-Granit
- Forbach-Granit
- Raumünzach-Granit
- Wildbad-Granit
- Sprollenhaus-Granit
-Oberkirch-Granit
- Seebach-Granit
Auf drei dieser Arten sei im folgenden näher eingegangen, denn unser Findling lässt sich einer davon eindeutig zuordnen.
Raumünzach-Granit:
Dieser ist etwa 305 Millionen Jahre alt. Seine Grobkörnigkeit deutet auf ein verhältnismäßig langsames Erkalten der Schmelze hin. Es handelt sich um einen hellen, grau bis rosa gefärbten Zweiglimmergranit. Biotit verleiht diesem Granit ein deutlich strukturiertes Gefüge. Es ist ein mittel- bis grobkörniges Gestein, in dem die Alkalifeldspäte bis zu 5 cm groß sind. Neben einem Quarzanteil von 26 Prozent, deutlich als fettglänzende Einlagerungen erkennbar, ist der enthaltene Alkalifeldspat, der Orthoklas, rötlich gefärbt und verleiht diesem Naturstein seine typische Farbe. Der Alkalifeldspatanteil beträgt 44 Prozent und der Anteil der Plagioklase 20 Prozent, der Anteil der beiden Glimmer Biotit und Muskovit jeweils 5 Prozent. Anteile unter 1 Prozent haben opake Mineralien und Apatit, selten Monazit und Xenotim.

Raumünzach-Granit
Seebach-Granit:
Dieser zeigt ein regellos-gleichförmiges Gefüge und ist mit den Hauptgemengteilen Quarz, Feldspat, Biotit und Muskovit ebenfalls ein Zweiglimmergranit. Er ist hellgrau und hat im Gegensatz zum Raumünzach-Granit nur wenige fleischfarbene Kalifeldspäte. Die geringe Korngröße der Minerale spricht für ein schnelles Erkalten und demnach für einen raschen Aufstieg der hochdifferenzierten (Quarz-reichen) Schmelze in ein hohes Krustenniveau von weniger als 12 Kilometer. Der Seebach-Granit ist etwas jünger als der Raumünzach-Granit.

Seebach-Granit
Bühlertal-Granit:
Rote bis fleischrote Kalifeldspäte (Orthoklase) sind die Hauptkomponente dieses Granits (bis 40 % Vol.). Die Kalifeldspäte liegen meist als Individuen vor. Stellenweise durchdringen sich zwei Kalifeldspatkristalle. Farbloser, transparenter Quarz ist das zweithäufigste Mineral (ca. 30 % Vol.). Der unscheinbar weißlich-graue Plagioklas erreicht bis zu 25 % Vol. Gesteinsanteil und zeigt stellenweise grünliche Umwandlungserscheinungen im Kern. Der schwarze Biotit und der silberweiß glänzende Muskovit sind mit ca. jeweils 5 % Vol. etwa gleichmäßig vertreten.

Bühlertal-Granit
Quelle:
Wikipedia
Info Vereinigte-Schwarzwald-Granit-Werke GmbH & Co.KG Bühl
Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.): Naturwerksteine aus Baden-Württemberg, Freiburg 2013
Um diesen Cache zu loggen beantworte bitte die folgenden Fragen:
1. Der 6 Tonnen schwere Findling weist die oben beschriebenen, typischen Abrundungen auf. An seiner Oberfläche befindet sich in der Formgebung eine Auffälligkeit. Beschreibe diese. Wie mag diese entstanden sein ?
2. Betrachte nun näher die Gesteinsstruktur. Um welche der im Listing beschriebenen Granitarten (vgl. auch die Abbildungen) handelt es sich ? Von woher wurde demzufolge der Findling durch den Gletscher nach Gaggenau transportiert ?
3. Links und rechts neben unserem Findling liegen zwei weitere Blöcke. Handelt es sich dabei auch um Findlinge ? Begründe deine Auffassung.