[English short description: see below!]
Als die Anwohner die Sache selbst in die Hand nahmen…

Wir, Erwin und Elfie, heißen Euch herzlich willkommen in Bremens erster verkehrsberuhigter Wohnstraße. Setzt Euch gemütlich hin, genießt die Ruhe abseits des regen Treibens am Ostertorsteinweg, und wenn Ihr mögt, dann lasst Euch von uns erzählen, wie es dazu kam, dass die Straße zur Fußgängerzone wurde:
Kahlschlag im Viertel
Wir schrieben das Jahr 1972. Wegen des immer dichter werdenden Autoverkehrs planten Stadtplaner schon seit Ende der 1960er Jahre den Bau eines „Tangentenvierecks“ rund um die Bremer Innenstadt, um diese weitgehend von Autos freizuhalten. Die Osttangente, auch „Mozarttrasse“ genannt, sollte vom Rembertikreisel über die Mozartstraße verlaufen und über eine neu gebaute Brücke über die Weser bis in die Neustadt führen – gesäumt von 28-stöckigen Hochhäusern. :-( Dafür waren bereits große Teile des nördlichen Ostertorviertels dem Erdboden gleich gemacht worden. Wenn Ihr Euch mal im Bereich Rembertikreisel/Auf den Häfen umschaut (und dabei den Tradi Die Michaelkirche in Bremen von Mona51 loggt ;-)), wird Euch auffallen, dass dort kaum Altbauten stehen. Noch bis weit in die 1980er Jahre hinein war dort eine Dauerbaustelle.
Trassenkampf
Das gleiche Schicksal drohte nun auch dem südlichen Teil des Ostertorviertels. Doch die Städteplaner hatten die Rechnung ohne den Ortsverein und uns Anwohner gemacht, die wir zu 95 % gegen den Bau der Mozarttrasse und den damit verbundenen Totalabriss waren. Was folgte, war ein erbitterter Trassenkampf zwischen dem Bremer Senat und dem Ortsverein Altstadt, der sich über mehrere Jahre hinzog und Ende 1973 zu unseren Gunsten entschieden wurde. Die Trasse war gestorben.
So nicht!
Doch bereits im Jahr 1972 hatten wir Bewohner der Köpkenstraße die Nase voll vom Autoverkehr vor unserer Haustür. Vor allem die nächtlichen Taxifahrten der Gäste der „Bar Madame“, die sich damals auf der südlichen Straßenseite befand, sorgten für eine erhebliche Lärmbelästigung. So beschlossen wir, die Straße zu einer Fußgängerzone umzugestalten. Mit den Geräten und unter der fachlichen Anleitung des Amtes für Straßen- und Brückenbau nahmen wir das alte Pflaster heraus, ebneten die Straße ein und pflasterten sie neu. So entstand Bremens erste Fußgängerzone im Ostertorviertel.
Wenn Ihr Euch umschaut, seht Ihr im befahrbaren Teil der Straße die Köpken-Stiftung, die früher armen Frauen unentgeltlich ein Dach über dem Kopf bot und heute vor allem von Studentinnen der Hochschule für Künste bewohnt wird (natürlich inzwischen gegen eine geringe Miete). Auch befindet sich in dieser Straße das Tischlerei-Museum der Bremer Tischler-Innung, das an manchen Sonntagen geöffnet hat und auch Gruppenführungen anbietet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Öffnungszeiten und Ansprechpartner findet Ihr auf der Homepage.

Elfie, Erwin (hinten rechts) und die Nachbarn
Zum Cache:
Erwin freut sich auf Euren Besuch. Manchmal ist vielleicht auch Elfie da. Wenn Ihr Euch setzt und die Schnürsenkel zubindet, werdet Ihr einen von Beiden wahrscheinlich erblicken.
Bitte geht diskret vor und sucht nicht, wenn Muggelkinder in Sichtweite sind. Sonst ist der Cache schneller gemuggelt, als Euch lieb ist. Und nehmt bitte Rücksicht auf die Anwohner und sucht nicht nachts – und schon gar nicht mit Taschenlampe.
Aufgrund der geographischen Gegebenheiten ist der Cache am besten zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar.
Der Cache ist prinzipiell für Rollstuhlfahrer erreichbar, sofern sie sich aus dem Rollstuhl herauslehnen können und/oder lange Arme haben. Allerdings führen die Zuwege über Straßen mit Kopfsteinpflaster und schmale, oft zugeparkte Bürgersteige. Daher die T1,5-Wertung.
Wenn Ihr die Hauskatze der Ownerin herumlaufen seht, dürft Ihr sie gerne discovern. ;-)
Der Cache ist selbstverständlich kein Tauschgegenstand. ;-) Fotos sind willkommen, aber achtet bitte darauf, dass der Trackingcode der Katze nicht zu sehen ist.
English description:
Welcome to Bremen’s first traffic calmed zone. It was created in 1972 by the residents, who did not want to bear the noise and the exhaust emissions in their little street anymore.
Erwin and Elfie, two residents of the Köpkenstraße, are looking forward to seeing you. Sit down, tie your shoelaces, and you will probably meet one of them.
Please don’t search for the cache when muggle kids are in sight – otherwise it will not survive very long. And please pay regard to the residents and don’t search at night, and especially don’t use a torch.
Due to the geographical conditions the cache is best accessible on foot or by bike.
For wheelchair users: In principle, you can reach the cache if you are able to lean yourself out of your wheelchair or have a long arm. However, the streets are covered with cobblestones and the pavements are often narrow and obstructed by cars, so this is a T1,5.
If you see the housecat of the owner, feel free to discover her. ;-)
The cache is, of course, not a trade item. ;-) Pictures are welcome, but please pay attention that the tracking code of the cat is not visible.
Literatur und Quellen:
Wendelin Seebacher und Dieter Cordes, Ostertor; Hrsg.: Bremische Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Bremerhaven 1987
Eberhard Syring, Die Mozarttrasse als Sackgasse, Bremen History, 2016 (abgerufen am 03.06.2020)
Die Mozarttrasse bei Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017
Elfie gratuliert:
