Von den Ortsansässigen werden die Hügelgräber als "Römergräber" bezeichnet, was aber definitiv falsch sein dürfte. Stammen sie doch nachweislich aus der Stein- bzw. La-Tène-Zeit, was der folgende Auszug aus dem Buch "Fundstätten und Funde im Großherzogtum Baden; Zweiter Teil: Das badische Unterland, Tübingen 1911, S. 112 und 113" über die Grabhügel oberhalb von Sprantal belegt.
"Auf dem "Schänzle", einer östlich von Sprantal das übrige Gelände überragenden Kuppe, machte im Frühjahr 1883 G. Wörner auf zwei Grabhügel aufmerksam, die ich im April 1883 untersuchte.
Der erste Hügel (ca. 27 m Ø und 3,8 m Höhe) war schon früher zur Anlage einer Waldhütte angegraben worden, ohne übrigens das Innere wesentlich zu stören. Er bestand aus lehmigem Grund, zerstreut fanden sich Kohlenreste von Nadel- und Eichenholz. In 65 cm Tiefe 4 m östlich von der Mitte lag ein stark von Rost angegriffenes Eisenschwert (Länge noch 61 cm) mit Resten vom Griff und von der Eisenscheide. Letztere bezeugte mit ihrem bogenförmigen Ende unterhalb des Griffes die Form der La-Tène-Periode. Etwas tiefer erschien nördlich vom Schwert ein Ring, 1,1 cm Ø, von silberhaltigem Golddraht. Dazu kamen wenige zerstreute Tonscherben, ein Knollen und drei kleine Splitter (einer mit Spuren von Verarbeitung) von braunem Feuerstein, und in der Nähe der Mitte in 1,5 m Tiefe eine noch 15,5 cm lange Eisenspitze von einem Schwert oder Speer. In der Hügelmitte selbst zeigten sich in der Tiefe des gewachsenen Bodens Knochen eines von Süden nach Norden gerichteten Skeletts, in seiner Nähe noch das unkenntlich gewordene Stück eines Eisenknopfes. Da die weit auseinanderliegenden Fundstücke doch zu einer Bestattung zusammenzugehören schienen, so mag deren Grabesruhe zu irgend einer Zeit gestört worden sein. Sie unzweifelhaft in die La-Tène-Periode zu versetzen.
Der zweite, kleinere, abgeflachte Hügel (16 – 17 m Ø, 60 cm Höhe) stand 50 m westlich von dem ersteren entfernt. Wenig unter seiner Oberfläche stieß man auf einen großen ovalen, von Südosten nach Nordosten gerichteten (5,5 auf 7 m) Steinring von aufrechten, wenig nach außen geneigten, ca. 30 cm hohen Steinplatten, der eine ziemlich tief gehende Steinsetzung umschloß. Innerhalb desselben zeigte sich in der Gegend der Hügelmitte eine zweite langgestreckte (3,7 m auf 1,3 m), fast rechteckige, ebenfalls von Südwesten nach Nordosten gerichtete Steinumgrenzung, wieder bis 60 cm Tiefe mit zum Teil großen Steinen gefüllt, welche ein auf dem gewachsenen Boden liegendes, noch in den Großen Knochen erhaltenes, in derselben Richtung gelegtes Skelett deckten, während merkwürdigerweise die Schädelreste in die Beckengegend zu liegen gekommen waren. Den einzigen Schmuck bildeten zwei massive dünne offene Bronzeringe um die Unterschenkelknocken mit kaum bemerkbaren Endknöpfen; beiseite neben dem rechten Oberschenkelknochen lag noch ein kleiner Eisenring von 3 cm Durchmesser. Holzreste, die unter den Schenkelknochen deutlich sichtbar waren, ließen annehmen, daß die wahrscheinlich weibliche Leiche auf einem Holzbrett gelegen hatte.

Ebenfalls auf dem gewachsenen Boden, zwischen der Ostgrenze der inneren Steinumgrenzung und der der äußeren, erschienen dann, wenig von der Hügelmitte entfernt, von Westen nach Osten gelegt, die Reste des Skelettes einer zweiten Bestattung. In der Brustgegend lagen drei Steinwerkzeuge, ein schönes geschliffenes Beil von hellgrünem Jadeit (Fig. 107b), ein kleineres geschliffenes (c) und ein ebenfalls geschliffenes durchgebohrtes (a), beide letztere aus hellgrauem Tonschiefer. Bei den Füßen fanden sich leider nur noch kleine schnurverzierte Scherben (d) eines erdfarbigen Tongefäßes etwa von der Form des Fundes von Gemmingen. Damit gibt sich die Bestattung als eine der jüngeren Steinzeit (Schnurkeramik) angehörige kund, wie sie aus den umliegenden Gegenden mehrfach bekannt sind. Ob die Leiche in der dabei gewöhnlichen Hockerstellung niedergelegt war, ließ sich bei der Spärlichkeit der Knochenreste nicht mehr feststellen. Bemerkenswert ist, daß sie nicht tiefer als der gewachsene Boden eingesenkt erschien und so das angrenzende La-Tène-Grab mit ihr auf dasselbe Niveau zu liegen kam."
Quelle: Stadtarchiv der Stadt Bretten
Heute finden wir hier vermutlich die Überreste der Ausgrabung, geteilt durch einen darüber liegenden großen Baumstamm. Folge der Richtung des Baumstammes ca. 20m nach Nord-Ost und suche an der Wurzel einer frisch geschlagenen Buche. Die liegenden Baumstammreste zeigen Dir den Weg. Dornenfreier Zugang vom Keltengrab. 