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Kalksteinbruch am Togdrang EarthCache

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Trooper1983: Hier ist Feierabend!

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Hidden : 8/16/2017
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Kalksteinbruch am Togdrang

 

Dieser Earthcache liegt in einer gesetzlich geschützten 

Naturlandschaft.

 

Das Naturschutzgebiet „Östlicher Teutoburger Wald“ ist 

ein rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet, in dem ein 

besonderer Schutz von Natur und Landschaft 

erforderlich ist. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, 

Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder

zu einer nachhaltigen Störung führen können, sind verboten.

   

 


In Deutschland gibt es wohl nur wenige Städte, die wie 

Bielefeld, ein so breites Spektrum an mesozoischen Schichten 

aufweisen. Das Gebiet der Stadt Bielefeld kann im Grunde in 

drei geologische Großstrukturen unterteilt werden. 

Der Teutoburger Wald (Osning) stellt das Hauptelement dar, 

welcher das Stadtgebiet fast mittig in Südost-Nordwest-Richtung 

teilt. Die flachhügelige Landschaft nördlich des Teutoburger 

Waldes bildet die Herforder Lias-Mulde eine eigenständige und 

zusammenhängende geologische Struktur. Die mesozoischen 

Schichten werden dort weitestgehend von Lößablagerungen 

abgedeckt. Auf der südlichen Seite des Osnings befindet sich der 

östliche Rand des Münsterländer Kreidebeckens. Geprägt wird das 

Landschaftsbild durch die überlagernde Verebenungsfläche 

der Sennesande. 



 

Am südlichen Rand des Teutoburger Waldes wurden die Schichten 

durch die gebirgsbildenden Vorgänge vor ca. 55 

Millionen Jahren steil aufgerichtet. Beckenwärts (südwestlich) 

hingegen fallen die Gesteine bei normaler Lagerung flach ein. 

Wenn man die Tafel im Steinbruch betrachtet, sieht man, 

dass die Steine sattelförmig herausgehoben sind. 

Es ergibt sich eine stratigraphische Abfolge.

 

 

Der zu besuchende Steinbruch wurde von der Stadt Bielefeld als 

Naturdenkmal ausgewiesen. Neben imposanten Steilwänden bietet 

dieser auch eine Erläuterungstafel. Besucht diesen fast 

vergessenen Ort und erhaltet einen guten Einblick in die Geologie 

der Region.

 

 Wand

 

Hier im aufgelassenen Kalksteinbruch tritt vor allem die 

Lamarcki-Schicht in überkippter Lagerung zu Tage.

Der Name stammt von der als Fossil darin haupsächlich 

vorkommenden dickschaligen Muschelart Inoceramus lamarcki. 

Diese Muscheln wurden vor etwa 90 Millionen Jahren im Kreidemeer 

abgelagert. Weitere, hier als Versteinerungen zu findende Arten, 

sind Seeigel, Brachiopoden und Cephalopoden. Die 

chronostratigraphische Stufe, in der diese Vorgänge stattfanden, 

nennt man Turonium (kurz: Turon). Das Turonium folgte auf das 

Cenomanium, ihm schließt sich das Coniacium an.

 

 

 

 



Kreide

 

 
Oberkreide

Maastrichtium

Vor 72–66 Mio. Jahren

Campanium

Vor 83,6–72 Mio. Jahren

Santonium

Vor 86,3–83,6 Mio. Jahren

Coniacium

Vor 89,7–86,3 Mio. Jahren

Turonium

Vor 93,9–89,7 Mio. Jahren

Cenomanium

Vor 100,5–93,9 Mio. Jahren

 

 
Unterkreide

Albium

Vor 112,9–100,5 Mio. Jahren

Aptium

Vor 126,3–112,9 Mio. Jahren

Barremium

Vor 130,7–126,3 Mio. Jahren

Hauterivium

Vor 133,9–130,7 Mio. Jahren

Valanginium

Vor 139,3–133,9 Mio. Jahren

Berriasium

Vor 145–139,3 Mio. Jahren

 

 

Das Turon kann in drei Abschnitte unterteilt werden: 


Unterturon:

 

- graue bis blaugraue Kalkmergel- bis Tonmergelsteine 

 

- rot bis rotbraune Färbung der Basis (Rotpläner

 

Mittelturon: 

 

-  karbonatreicher als die Schichten des Unterturon (70%)

 

-  flaserige Mergelkalksteine 

 

- sandig-glaukonitischer Horizont (Bochumer Grünsand) 

 

- glaukonitischer Kalkarenit (Grünsand von Rothenfelde) 

 

Oberturon: 

 

- noch karbonatreicher als die unteren Schichten 

 

- dunkelgrau bis bläulichweißer Plänerkalkstein 

 

- sandig-glaukonitischer Horizont (Anröchter oder Soester 

  Grünsand) 

 

- kalkig-mergelige Normalfazies

 

 

 Turonium

Oberturon

Striatoconcentricus-Schichten

Mittelturon

Lamarcki-Schichten

Unterturon

Labiatus- Schichten

 

 

Der im Steinbruch abgebaute Plänerkalk wurde vermutlich zur 

Gewinnung von Straßenschotter und vielleicht auch zur Herstellung 

von Branntkalk genutzt.

 

 

Begriffserklärungen:

 

Lößablagerungen - homogenes, ungeschichtetes, überwiegend vom 

                                Wind abgelagertes Sediment

 

Verebenungsfläche - durch planierende Abtragung entstandene 

                                 Ebene

 

stratigraphisch - dem Prinzip der Ausdehnung von 

                          Gesteinsschichten, horizontalen Ablagerung 

                          von Sedimenten und dem Prinzip der 

                          Lagerungsabfolge entsprechend 

                          (Naturforscher Nicolaus Steno 1638–1686)

 

chronostratigraphische - gliederung von Gesteinskörpern nach dem 

                                       Alter ihrer Entstehung (Unterdisziplin der 

                                      geologischen Stratigraphie) 

 

Pläner - historische bzw. traditionelle summarische Bezeichnung für 

             eine Reihe von marinen Sedimentgesteinen der Oberkreide  

 

Fazies - alle Eigenschaften eines Gesteins vorhanden, die aus seiner 

              Entstehungsgeschichte herrühren 

 

glaukonitisch - soviel wie Glaukonit enthaltend 

 

mesozonisch - aus dem Erdmittelalter oder dem Erdmittelzeit stammend

 

Branntkalk - gebrannter und anschließend (mit Wasser) gelöschter Kalk

                     (auch Calciumoxid oder Ätzkalk genannt) 

 

Glaukonit - häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse

                   der „Silikate und Germanate“

 

Kalkarenit - Kalkstein in dem fossile Bruchstücke mit Bruchstücken

                   anderer Kalkgesteine vermischt sind 

 

flaserig - Bezeichnung für ein Gesteinsgefüge mit gelängten,

               gezerrten Gesteinskomponenten


 

 

Fragen und Aufgaben:

 

1. Wie verlaufen die Schichtfugen an der Felswand? Was glaubt Ihr, 

wie die zu sehenden Schichtfugen entstanden sind?

 

2. Versucht den Begriff "sattelförmig", im Zusammenhang mit den

geologischen Begebenheiten vor Ort, mit eigenen Worten zu erklären.

 

Optional: Macht ein schönes Foto von der Umgebung.

 

 

Logbedingungen:

 

Nachdem Ihr mir Eure Antworten über die Nachrichtenfunktion

oder direkt per E-Mail an mich gesendet habt, dürft Ihr diesen

Cache loggen.

Sollten die Antworten fehlerhaft sein, werde ich mich bei Euch

melden.

 

 

 

Allgemeines:

 

Postet bitte keine Fotos von der Infotafel!


Haltet Euch bitte an die bestehenden Gesetze (u.a. BNatSchG, 

Naturdenkmalverordnung der Stadt Bielefeld), betretet nicht das 

eingezäunte Areal und hinterlasst keine Spuren!

 

Jeder handelt auf eigene Gefahr!

 

 

Quellen:

Literatur: 

 

"Erläuterungen zu den geologischhydrogeologischen Verhältnissen

im Stadtgebiet von Bielefeld" -Umweltamt der Stadt Bielefeld - PDF 

 

"Geologie des Teutoburger Waldes bei Bielefeld" -Naturkunde-Museum

Bielefeld - PDF

 

"Stadt Bielefeld - Landschaftsplan Bielefeld-Senne" -Stadt Bielefeld -PDF

 

"Naturparktrails Bielefeld" - Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge - PDF

 

"Die Oberkreide Westfalens" -  Olaf Otto Dillmann - PDF

 

"Jahreswarven im Sennesander?" - Adolf Deppe und Fritz Fezer - PDF

 

Internet: 

 

www.wikipedia.org;

 

www.bgu-geoservice.de;

 

www.naturpark-teutoburgerwald.de; 

 

www.zeno.org




Viel Spaß bei einem schönen Spaziergang und einer 

erfolgreichen Recherche wünscht ...


Trooper1983

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