Kurz zum vorgefundenen Gestein:
Granite (von lat. granum „Korn“) sind massige und relativ grobkristalline magmatische Tiefengesteine (Plutonite), die reich an Quarz und Feldspaten sind, aber auch dunkle (mafische) Minerale, vor allem Glimmer, enthalten. Der Merkspruch „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergesse ich nimmer“ gibt die Zusammensetzung von Granit vereinfacht wieder. Granit entspricht in seiner chemischen und mineralogischen Zusammensetzung dem vulkanischen Rhyolith. Granit tritt gewöhnlich massig auf und kann durch horizontal und vertikal verlaufende Klüfte (dreidimensionales Kluftnetz) in Blöcke zerlegt sein, seltener ist Granit in der Nähe der oberen Grenze der Intrusion plattig ausgebildet.
Granite entstehen durch die Erstarrung von Gesteinsschmelzen (Magma) innerhalb der Erdkruste, meistens in einer Tiefe von mehr als zwei Kilometern unter der Erdoberfläche. Im Gegensatz dazu stehen die vulkanischen Gesteine, bei denen das Magma bis an die Erdoberfläche dringt. Granit ist deshalb ein Tiefengestein (Fachausdruck: Plutonit). Gesteine, die sehr nahe der Erdoberfläche (weniger als zwei Kilometer) erstarren, nennt man hingegen Subvulkanite, Übergangsmagmatit oder Ganggestein, werden aber oft auch unter dem Begriff Vulkanit subsumiert. Die Schmelztemperatur von granitischen Magmen unter Atmosphärendruck liegt bei 960 °C, bei Fluidreichen Magmen verringert sich die Schmelztemperatur auf bis zu 650 °C.
Granite entstehen in den meisten Fällen nicht aus Material des Erdmantels, sondern aus aufgeschmolzenem Material der unteren Erdkruste. Für die Entstehung von Magmakammern muss mit Zeiträumen von 10 bis 15 Millionen Jahren gerechnet werden.
Kommen wir nun zur hier zu sehenden Wollsackverwitterung:

Die Wollsackverwitterung (seltener auch Matratzenverwitterung genannt) ist eine typische Verwitterungsform der Granite. Die Entstehungs-vorgänge fanden im Tertiär statt als weite Teile Europas vom feuchtwarmen Klima beherrscht wurden.
Im Gegensatz zu „säulenformig“ erstarrendem Basalt, kam es während der Erstarrung des Granits in Folge von Schrumpfungsvorgang zur Ausprägung von Gesteinsfugen, die im Winkel von ca. 90 Grad aufeinander stehen (würfel- und quaderförmig).
Ursache der Wollsack-Entstehung sind an oder nahe der Geländeoberfläche ablaufende Verwitterungsprozesse. Eine wichtige Voraussetzung ist das Vorhandensein eines Netzes aus mehr oder weniger rechtwinklig zueinander orientierten Trennflächen, die das Gestein in Blöcke gliedern. Für die Entstehung oder Akzentuierung der Klüfte kann Frostsprengung eine bedeutende Rolle spielen.
An Schichtkontakten und Klüften können chemisch aggressive Lösungen (Regenwasser oder mit Huminsäuren angereichertes Bodenwasser) in das Gestein eindringen und damit beginnen, entsprechend anfällige Minerale zu zersetzen. Das geschieht besonders schnell an den Ecken und Kanten der einzelnen Blöcke, da dort das Verhältnis von Angriffsfläche zu Gesteinsvolumen deutlich größer ist als an den übrigen Stellen.
Die Ecken und Kanten der Gesteinskörper rundeten sich auf diesem Wege ab und es entstanden „wollsackähnliche“ Quader, die wie Kissen, Matratzen oder eben wie Wollsäcke übereinander gestapelt liegen.
Der bildliche Begriff „Wollsack“ leitet sich dabei von mit Wolle gefüllten groben Säcken ab, die insbesondere historisch sowohl als Schlaf-unterlage als auch zum Transport von Wolle verwendet wurden.
Während der Kaltzeiten des Quartärs bildeten sich, mit fortschreitender Verwitterung, schließlich die typisch rundlichen Formen aus, wobei Gestein, dessen Verwitterung im oberflächennahen Untergrund eingesetzt hat, dazu erst durch Erosion freigelegt werden musste, sodass die Verwitterungsrückstände (Grus) fortgetragen wurden.
Im fortgeschrittenen Stadium können sich durch Wollsackverwitterung Wackelsteine ausbilden.
Entstehung der Felsenburgen

Wasser dringt durch Klüfte in das Granitmassiv ein und zermürbt das Gestein durch Tiefenwirkung (Pfeile).

Im Laufe der Zeit bildet sich über dem unverwitterten Granit ein Mantel aus Granitgrus, in dem noch einzelne Kerne aus festem Gestein eingelagert sind.

Das Verwitterungsmaterial wird abgetragen, und die Blöcke aus festem Gestein tauchen als Felsenburgen aus dem Boden auf.
ACHTUNG --- ACHTUNG --- LANDSCHAFTSSCHUTZGEBIET --- ACHTUNG --- ACHTUNG

VERHALTET EUCH BITTE ENTSPRECHEND RÜCKSICHTSVOLL GEGENÜBER NATUR UND TIEREN
Begebt Euch an die im Listing angegebenen Koordinaten, dort befindet sich eine Infotafel mit Erläuterungen zum dortigen Aufschluss.
Um diesen Earthcache zu loggen, löst bitte folgende Aufgaben/Fragen:
Aufgabe 1
Referenzpunkt 1
Nord 50° 48.846 Ost 10° 22.885
Die Wollsackverwitterung hat ihre Spuren hinterlassen!
Von der Tafel aus rechts blickt ihr direkt auf die Vorderseite der Felsenformation.
Nehmt das Gestein in Augenschein und beschreibt, mit eigenen Worten, was ihr seht.
Wie stellt sich die Gesteinsformation am Aufschluss dar? (Oberflächenstruktur, Form, Farbe).
Könnt ihr Spuren von verwittertem Gestein (Grus) entdecken?
Aufgabe 2
Referenzpunkt 2
Nord 50° 48.859 Ost 10° 22.868
Begebt euch nun zum Referenzpunkt 2 und betrachtet den dort solitär stehenden Felsen.
Er weist eine deutliche „Verletzung“ auf.
Lasst eure Phantasie spielen – wodurch entstand diese Verletzung wohl?
Welche Farbe kommt hier markant zum Vorschein?
Aufgabe 3
Auf der Infotafel findet ihr auch einen Abschnitt über die Entstehung des Bodenprofils vor Ort.
Findet heraus, wo durch die Verbraunung des Verwitterungshorizontes hervorgerufen wurde.
Bitte schickt mir eure Antworten über mein Profil.
Ihr müsst nicht auf eine Logfreigabe warten.
Falls etwas nicht in Ordnung sein sollte, melde ich mich per Mail bei euch.
Geloggte Besuche, von denen ich keine Mail bekommen habe, werden gelöscht.
Stellt bitte ein Foto als Nachweis des Besuches mit ein, dies ist eine Logbedingung.
Bitte fotografiert nicht direkt die Wollsackverwitterung oder die Infotafel!
Viel Spaß beim Erkunden wünscht
Herbalwitch1965
Quellenangaben
Bilder: eigene und Infotafel vor Ort
Text: Wikipedia, Geologische Infotafel vor Ort