Erebos, leidenschaftlicher Pendler oder doch nur leidgeplagter Pendler, fuhr mit dem Zug in die große Stadt am Main. Heute sollte ein großes Abenteuer beginnen. Und das Schicksal nahm seinen Lauf.
Erebos stieg in Frankfurt am Südbahnhof aus dem RB 47113 aus Glauburg-Stockheim aus und begann somit hier seine Reise. Er genoss bei bestem Großstadtlärm, die Abgase der unzähligen Autos. Hach, der Dörfler ist angekommen. Kurz entschlossen setzte er sich in die Straßenbahn 23. Hatte er doch heute ein Vorstellunggespräch. Dazu später mehr. Wie ein richtiger Profipendler, schlief auch Erebos in der Straßenbahn ein. Plötzlich wachte er auf und erschrak. Wo ist er? Er stieg aus und stand in Preungesheim vor der JVA. Meine Güte, hier wollte ich schon immer mal hin, scherzte er. Heute war er, Gott sei es gedankt, nur zu Besuch und konnte so Ausschau halten, ob nicht doch eine Straßenbahn zurück fährt. Schließlich wollte er erstmal zu seinem Vorstellungsgespräch.
Da kam sie ja. Im schönsten mintgrün der Frankfurter Straßenbahnen erschien sie. Die 21. Erebos stieg ein und fragte ein etwas ältere Frau, sie muss so um die 60 gewesen sein, ob er mit der 21 zum Ziel kommt. Die ungewöhnlich nette Dame sagte, „junger Mann, das dauert nicht lang.“ Und da kam endlich das Ziel. Erebos, jetzt kann man es ja sagen, hatte heute ein Vorstellunggespräch beim örtlichen Energieversorger, vor dessen Haus er jetzt stand. Ungefähr 2 Stunden später war auch das Gespräch schon grandios vergeigt. Sichtlich betrübt lief er ein paar Schritte. Er hätte jetzt gerne einen Äppler und erinnerte sich an eine alte Äppleiwoikneipe ganz in der Nähe. Dort war er früher immer mit seinen Eltern und seinen 3 Geschwistern. Er bog ein und stand in der Wiener Straße 13 direkt vor dem „Betrunkenem Apfel“. Zumindest seine einzige Schwester hatte hierüber früher schon gelacht.
Nach dem dritten Äppler bezahlte er und ging weiter. Sichtlich durch den feuchten Traum angeheitert ging er weiter. Er lief Richtung Innenstadt und setzte sich auf eine Bank. Er dachte kurz nach, „nun war er um genau ein Ergebnis reicher“. Es hilft nichts. Die Passanten warfen ihm mittlerweile schon Münzen zu. Er musste also weiter. Er nahm die 12 Euro mit und ging weiter Richtung Innenstadt. Dort stand er nun, mitten auf dem Rathausplatz. Wer Frankfurt kennt weiß, dass die Plätze alle etwas monoton sind. Er stand dort und dachte nach. Will ich hier arbeiten? Was ist wenn das Gespräch von heute Morgen doch positiv war? Egal, er gurrte mit den 3 Tauben zu seinen Füßen etwas und bildete sich ein, dass sie antworten.
Nun reicht es. Er wollte nach Hause. Nur wie kommt man von hier weg? Er sah unweit einen Taxifahrer, der mit 3 Personen diskutierte. Erebos gesellte sich dazu und lauschte. Ahhh, die 3 wollen alle in die gleiche Richtung. Sehr schön. Erebos klingte sich ins Gespräch mit ein. Hört mal, wir können doch zu 4. Mit dem Taxi nach Hause fahren? Sie stiegen ins Auto ein und fuhren nach Hause.
So war es ein doch versöhnlicher Besuch in Frankfurt, der dank Taxi auch noch als Gemeinschaft endete. Was will man mehr.
Final bei N 50°17.? / E 008°52.?
Es hilft sprichwörtlich das Brett vorm Kopf