
"Es erschreckt mich ein wenig wie gleichgültig mir diese ganzen Hinrichtungen sind. Ich empfinde keine Abscheu, Ekel oder Schockierung mehr. Ich kann mich auch nicht daran erfreuen, wie manche der Schaulustigen. Es ist eine Arbeit wie jede andere geworden. Als erstes holt man den Gefangenen aus seinem Verschlag, dann geleitet man ihn in Ketten zum Galgen, der Henker oder der Vorgesetzte verließt die Anklage und lässt ihn noch seine letzten Worte sprechen. Und dann ... war's das eigentlich auch schon.
Wenn man das dutzende Male gemacht hat, lässt man sich ein dickes Fell wachsen. Ich meine viele dieser Halunken haben es auch nicht besser verdient! Was bestehlen sie auch ihre Nachbarn oder vergehen sich an dessen Frauen? Sollen sie das doch Übersee machen, wie jeder andere Pirat. Aber eigentlich war es nie mein Wunsch derartige Drecksarbeit zu vollrichten. Ich habe mir meinen Dienst viel ruhmreicher und glanzvoller vorgestellt. Aber vermutlich mangelte es mir an Courage.
Aber dieser Bursche hatte welche! Im Vorfeld hörte ich davon. Er war auch kein unbeschriebenes Blatt aber seine letzte Tat war es die ihm dieses Schicksal einbrachte. Er habe wohl die Krone bestohlen. Einen Goldtransport hat er angeblich ausgenommen. Für gewöhnlich zweifle ich nicht an den Anklagen, aber hier wurden so viele Stimmen laut. Natürlich nicht in der Öffentlichkeit. Aber in den Kneipen sagt man sich, dass er das Gold für einen Geheimauftrag bekam. Nur habe er den Fehler gemacht und eine andere Verwendung dafür gefunden.
Ich fühlte mich sehr unwohl, als ich ihn dort hängen sah. Es war irgendwie falsch, ihn dort zu lassen. Er hat nichts von dem Gold mit sich geführt. Natürlich schweigt sich jeder dazu aus, wo es geblieben ist. Und er selbst hat bis zum Schluss nichts verraten. Er hat nur gemeint "Bringen wir es hinter uns, es ist das Beste für alle".
Aber so wie ich die Sache einschätze, ist er nicht umsonst gestorben.
Die Nächte danach lag ich wach und wusste, dass ich so nicht weiter machen konnte. Ich erinnerte mich an meine Kindheit und dass ich eigentlich immer Imker werden wollte. Ich stelle mir ein schönes Leben ohne Hinrichtungen vor. Fernab der Armen. Ja, ich werde mir eine schöne Wiese suchen.
Aber vorher nehme ich diesen Mann vom Galgen. Dank ihm kenne ich nun meinen Weg. Und damit ich diesen nicht vergesse, wird er dort einen Grabstein bekommen. So zu sagen als Denkmal!"
Zum Cache:
Dies ist der Bonus-Cache zu "Der Rane und die Honigwiese". Ihr benötigt die Losung für die Spelunke, in der der Rane den Auftrag erhalten hat. Diese gibt er euch in dessen Final preis.
Viel Spaß beim Suchen!

Update 23.02.2022
Wegen Owner-Wechsel gibt es ab heute einen neuen Checker. Stand des alten Checkers:

