Mein Großvater erzählte mir vor einigen Jahren eine Geschichte aus seiner Jugend.
Damals war ein niederländischer Zirkus in Vaihingen zu Gast gewesen. Ein großes Zelt und auch einige kleinere Buden standen auf dem heutigen Krehlplatz. Mit großen Augen war mein Großvater über den Platz mit den fremdländischen Schaustellern gegangen. Seine Eltern hatten ihn vor dem fahrenden Volk gewarnt, diese würden auch Kinder und Jugendliche entführen und auf ihre Reisen mitnehmen. Diese Warnungen hatten ihn jedoch nur noch neugieriger gemacht.
Fasziniert betrat er das Zelt einer Wahrsagerin, welche gerade einer Familie die Zukunft vorhersagen wollte. „Komm herein mein Junge“ raunte sie meinem Großvater zu. Dann zeigte sie den Anwesenden ihre gemischten Karten und teilte diese in zwei gleich große, verdeckte Stapel.

Danach ließ sie jedes der vier Mitglieder der Familie jeweils einmal von jedem Stapel abheben und anschließend verteilte sie vom ersten Stapel je eine Karte an den Vater, die Mutter, den Sohn und die Tochter. „Um Eure Zukunft zu erkennen, muss ich zunächst ein paar Informationen von Euch erfahren.“ verkündete die Wahrsagerin.
„Nennt mir jeweils Euer Alter auf Zehnerzahlen abgerundet.“ „Vierzig“, „Vierzig“, „Zehn“ und „Zehn“ antworteten die Angesprochenen. „Für eine Zukunftsvorhersage benötige ich auch Sternzeichen.“ „Ich bin Wassermann und unsere Tochter ist Krebs.“ antwortete der Vater. „Und wir beide sind Zwillinge.“ ergänzte die Mutter. „Wer hat denn eine Karte mit gelbem Hintergrund?“ fragte die Wahrsagerin, welche sich als Madame de Bruijn vorgestellt hatte. Die beiden Frauen meldeten sich. „Als letztes benötige ich noch zwei Tierarten.“ sagte die mit einem sternenverzierten Gewand bekleidete Wahrsagerin. Die beiden Kinder nannten Hund und Löwe, woraufhin Madam deBruijn die Karten einsammelte und den zweiten Stapel vor der Familie auf dem Tisch legte.
Auch diesmal hob jedes Familienmitglied einmal ab und danach zogen wiederum alle eine Karte, wobei diesmal die Tochter und der Sohn begannen und Vater und Mutter anschließend je eine Karte zogen. „Ich stelle Euch nun noch drei letzte Fragen, bevor ich Euch etwas über Eure Zukunft prophezeie.“ erklärte die Wahrsagerin, deren Alter mein Großvater nicht einschätzen konnte. „Zunächst benötige ich die Geburtszeit von Euch.“ „Bei mir war es mitten in der Nacht:“ antwortete der Vater. „ich meine so gegen Viertel vor Drei.“ „Die Kinder sind um 5 Uhr morgens und 1 Uhr mittags geboren, ich selbst am frühen Abend, sagen wir gegen sechs.“ entgegnete die Mutter. Auf die Frage nach einem blauen Hintergrund bejahten diesmal die beiden Kinder bevor Madame deBruijn ihre letzte Frage stellte: „Wer wurde an einem Wochenende geboren?“ Dieses Mal nickte der Vater und die Tochter freute sich: „Bei mir war es ein Sonntag.“
„Die Wahrsagerin“, fuhr mein Großvater fort, „sammelte darauf hin die Karten ein und während sie mischte raunte sie mir zu:“ „Die acht Zahlen, welche Du nun erfahren hast, führen Dich zusammen mit den Zahlen 48, 4 und 9 zu einem Ort an welchem Du einen Schatz finden kannst. Jetzt geh‘ und hole ihn Dir.“ „Darauf hin verließ ich verwirrt das Zelt. Die unwirkliche Szene habe ich nie vergessen, aber wie ich einen Schatz hätte finden sollen habe ich auch nie herausgefunden.“ beendete mein Großvater seine Geschichte.
Nun ich weiß nicht wie es Euch geht, aber irgendwie kommt es mir so vor als könnte etwas an dieser Geschichte dran sein.
Deine Ideen kannst Du hier prüfen:
-
-
