Dort, wo wir heute in der idyllischen Mittelgebirgslandschaft des Taunus über sanfte, bewaldete Hügel, auf ganz schön steile, aussichtsreiche Berge und durch liebliche Täler wandern können, bestand im Erdaltertum ein tropisches Urmeer.
Durch plattentektonische Vorgänge vor 300 - 400 Millionen Jahren im mittleren Paläozoikum, falteten unvorstellbar gewaltige Kräfte den Meeresboden zu einem Gebirge auf, das im Laufe der Zeit teilweise durch Erosion abgetragen wurde. Die Erosionsvorgänge setzen sich bis heute fort.
Im ehemaligen Steinbruch an der Postbrücke zwischen Kröftel, Heftrich und Oberrod kann man diese Verfaltungen im unteren, aus Festgestein bestehenden Teil der Abbruchwand deutlich erkennen.
Das Festgestein entstand im Zuge der Orogenese (Gebirgsbildung) des mittleren Erdaltertums.
Der kompakten Steinbasis liegt eine relativ dünne, wesentlich jüngere Lockermaterialdecke flächenhaft auf. Diese "Hangschuttdecke" bildete sich erst in der letzten Eiszeit vor ca. 2,5 Mio. Jahren bis vor ca. 11.560 Jahren. Besonders das oberflächennahe Festgestein war während der Eiszeit häufigen und extrem stark schwankenden Temperaturen ausgesetzt. Bei Tautemperaturen sammelte sich Wasser in Spalten, Klüften und Rissen, welches bei sinkenden Temperaturen wieder gefror. Permanente Prozesse des Auftauens und Gefrierens führten zur Frostsprengung und damit zur sukzessiven Auflockerung und Zerklüftung des Gesteins bis hin zu der, im Steinbruch ersichtlichen Frost-Schuttzone.
Erstaunlicherweise fanden sich neben Löss (einem feinkörnigen Sediment) im obersten Bereich der Schuttzone auch Lavapartikel von Vulkanasche.
Bitte beachtet zu eurer Sicherheit unbedingt
in Steinbrüchen kann es jederzeit zu lebensgefährlichem Steinschlag kommen
- schaut euch deshalb den Steinbruch nur vom Weg aus an
- begebt euch keinesfalls näher an die Abbruchkanten
- betretet keinesfalls die Höhle.
Bitte mailt mir die Antworten zu folgenden Fragen über das Nachrichtencenter. Die Lösungen findet ihr durch Besichtigen des ehemaligen Steinbruchs vom Weg aus und durch die Ausführungen auf einer Infotafel vor Ort. Loggen könnt ihr natürlich sofort. Über Fotos am Steinbruch freue ich mich.
1. Im Listing ist erwähnt, dass der Schuttdecke Lavapartikel von Vulkanasche aufliegen. Aus welchem Vulkan stammen diese Lavapartikel?
2. Wie im Listing beschrieben, zeigt der Aufschluss des Steinbruchs deutlich zwei unterschiedlich ausgebildete Gesteinszonen. Bitte beschreibt die Unterschiede zwischen dem Festgestein im unteren Teil der Felswand und der Hangschuttdecke im oberen Teil des Steinbruchs hinsichtlich - Farbe - Struktur - Höhe.
3. Wie im Listing beschrieben, sind im unteren Teil der Abbruchwand, also im Festgestein, Verfaltungen erkennbar. Verlaufen diese eher waagrecht, senkrecht, schräg oder wellig?
4. Links direkt über dem Boden könnt ihr eine Höhle entdecken. Die Stuktur des Gesteins über dem Höhlenmundloch unterscheidet sich signifikant von den Gesteinsstrukturen der übrigen Steinbruchbereiche. Bitte beschreibt das Aussehen der Gesteinsstruktur über dem Höhlenmundloch.
Quelle: Infotafel vor Ort