Delwahna goes fishing
Unendlicher Reichtum der Meere?!
Wer zu Beginn des 20. Jahrhunderts behauptet hätte, der Fisch in den Meeren könne einmal so gut wie verschwinden, wäre für verrückt erklärt worden. In den 1950er Jahren, nach der Zwangspause der beginnenden industriellen Fischerei durch den Zweiten Weltkrieg, erschienen die Fischbestände noch unendlich. Viele glaubten sogar, dass das Meer die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung auf Dauer sichern könnte. Man müsse den Fisch nur heraus fangen.
Doch der technische Fortschritt eroberte nicht nur die Kontinente, sondern auch die Meere. Innerhalb weniger Jahrzehnte breitete sich der industrielle Fischfang von den klassischen Fischereigebieten auf der Nordhalbkugel über alle Meere aus.
Auf dem freien Meer können große Fischschwärme geortet, umfahren und bis auf das letzte Exemplar erbeutet werden. Selbst die Tiefsee wird davor nicht mehr verschont: Die Fischer lassen ihre Netze heute bis zu 2000 Meter hinab in die Tiefe.
Gefährliche Gier nach Fisch
Innerhalb der vergangenen 60 Jahre hat sich die Menge des gefangenen Fisches vervielfacht – von 12,8 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 80 Millionen Tonnen pro Jahr seit der Jahrtausendwende.
Die Folge: Der Bestand der großen Speise- und Raubfische wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai ist um 90 Prozent zurückgegangen. Gerade die für die Fortpflanzung so wichtigen Altfische, die durch ihre Größe viele Nachkommen zeugen könnten, fehlen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gelten mehr als die Hälfte aller Fischbestände als bis an die biologische Grenze befischt. Weitere 30 Prozent sind bereits völlig erschöpft.
Wie viel Beifang ungenutzt wieder über Bord geht, weiß man bis heute nicht. Viele Staaten liefern nach wie vor nur sehr lückenhafte oder falsche Informationen über ihre Fischbestände und Fangmengen. Schätzungen von Wissenschaftlern gehen von durchschnittlich einem Drittel des Fanges aus. Beim Fischen von Scholle, Seezunge oder Krabben werden weit mehr als die Hälfte der gefangenen Lebewesen wieder ins Meer geworfen.
Hoffnungsschimmer am Meereshorizont
Jahrzehntelang wichen die Fischer auf immer neue, weiter entfernte Fischbestände aus, um ihre Netze zu füllen. Doch dies ist mittlerweile kaum mehr möglich, weil weltweit so gut wie keine wenig befischten Gebiete mehr gibt. Nach Berechnungen des UN-Umweltprogramms Unep ist spätestens 2050 weltweit keine kommerzielle Fischerei mehr möglich - werden die Fischbestände nicht stärker geschont.
In der Europäischen Union sieht eine im Frühjahr 2013 beschlossene Fischereireform vor, dass der Beifang in EU-Gewässern von 30 Prozent auf fünf Prozent gesenkt wird. Außerdem sollen bis 2015 die Bestände auf ein Niveau gebracht werden, das das langfristige Überleben der Fischarten sichert. Um eine nachhaltige Fischerei zu gewährleisten, werden zudem die Fangquoten in der EU nicht mehr nur auf ein Jahr festgesetzt. Stattdessen geben langfristig geplante Ziele den Tieren eine echte Chance zur Erholung.
∞∞∞∞∞∞∞∞∞∞∞∞∞∞∞∞∞
Dies ist Fischkopf-Petling Nr. 24 aus der Fischkopf-Reihe, die anlässlich des „Fischteich-Event III“ gegründet wurde. In jedem der 40 Petlinge findest du entweder die Nord- oder die Ostkoordinate zum „Extra-Cache“ der Reihe:
Fischkopf-Petling: LOST!!! (GC7C6DG)