Der Anzenberg ist ein Basaltkegel 593 m ü. NN und liegt zwei Kilometer östlich von Kemnath. Er gehört zu den tertiären Vulkanen der nördlichen Oberpfalz und besteht aus einer Schlotbrekzie. Ein Kreuz ziert auf dem Felsengipfel die spitzige Felsgruppe, die als Anzenstein bezeichnet wird.
Nur der Gipfel besteht aus tertiärem Basaltgestein, der Rest des Berges aus Benker Sandstein.

An den Koordinaten stehst du vor dem Gipfel, wo sich auch noch ein kleiner Gesteinsbrocken aus selbigem Material zeigt. Es ist Sandstein, was vor die steht, auch wenn man das hier nicht vermutet.
Hier am Anzenberg gibt es gleich 2 geologische Besonderheiten. Der Gipfel ist eine Brekzie und am Fuß des Gipfels verläuft eine Störungszone. Beides möchte ich dir mit diesem Cache gern näher bringen und dich bitten dich damit etwas zu befassen.
Was ist eine Brekzie (Breccie)?
Eine Brekzie oder Breccie (vom italienischen breccia: Schotter) ist ein Gestein, das aus eckigen Gesteinstrümmern besteht, die durch eine feinkörnige Grundmasse verkittet sind. Brekzien sind ähnlich aufgebaut wie die Konglomerate bei denen jedoch im Unterschied zur Brekzie abgerundete Gesteine in einem Bindemittel eingeschlossen sind. Die Korngröße übersteigt zwei Millimeter, Gesteine mit eckigen Körnern kleinerer Korngröße werden als Mikrobrekzie bezeichnet. Unterschieden werden Brekzien nach ihrer Entstehung. Bestehen die Bruchstücke aus nur einem Gesteinstyp, ist die Brekzie monomikt, sind es unterschiedliche, dann ist sie polymikt.
Sedimentäre Brekzien… Die Entstehung sedimentärer Brekzien erfolgt meistens in geringer Entfernung von jenem Ort, an welchem die Zertrümmerung des Ausgangsmaterials stattgefunden hat. Dies ist von der groben, kantigen Form der verbackenen Bruchstücke abzuleiten, da weite Transportwege in der Regel zu einer Abrundung der Kanten führen. Anlass zur Entstehung einer Brekzie ist meistens eine Massenbewegung, wie zum Beispiel bei einem Bergsturz, einer Hangrutschung oder untermeerische Trümmermassen vor einem Riff.
Vulkanische Brekzien … (auch Diatrembrekzie genannt) …die eine Entstehung von Brekzien durch Explosionsereignisse, wie etwa bei Vulkanausbrüchen werden so bezeichnet. Hier bilden sich Eruptionsbrekzien, oder bei Ablagerung noch im Vulkanschlot so genannte Schlotbrekzien. Sind die groben Komponenten in Tuff eingebettet, spricht man auch von Tuffbrekzien. Die Oberfläche von zähflüssigen Lavaströmen löst sich, durch die Fließbewegungen und Autobrekziierung, oft in Blocklava auf.
Diagenetische Brekzien … Weniger häufig sind diagenetische Brekzien, die sich während des Prozesses der Gesteinsentstehung und -verfestigung bilden. Diese entstehen durch das Zerbrechen von schon verfestigten Gesteinsschichten durch Erdbeben oder dadurch, dass eine schon verfestigte Gesteinsschicht durch hohen Porenwasserdruck infolge zunehmender Überlagerung mit neuem Sediment zerbricht.
Tektonische Brekzien … Nicht selten sind Brekzien, die durch das Zerbrechen von Gestein aufgrund einer Störung entstehen. Tektonische Brekzien weisen je nach Entstehungsbedingungen, vor allem Druck und Temperatur, unterschiedliche Gefüge auf.
Impaktbrekzien … Das Vorkommen von Brekzien kann in manchen Fällen ein indirekter Nachweis für ein Impaktereignis sein, bei dem ein Meteorit die Gesteine zertrümmert und durch hohe Drücke verdichtet und zusammengebacken hat. In Deutschland kommen solche Impaktbrekzien zum Beispiel in den Meteoritenkratern des Nördlinger Ries und im Steinheimer Becken vor.
Ein weiteres geologisches Phänomen ist die in der Nähe befindliche Störung. Hierzu befindet sich eine Infotafel vor Ort. Deshalb möchte ich hier nicht so viel davon erzählen. Bitte schaut sie euch auf dem Rückweg vom Gipfel an und beantwortet die dazugehörigen Fragen.
Um diesen EC loggen zu dürfen, beantwortest du bitte folgende Fragen. (Stichpunkte sind völlig ausreichend). Benutze dazu die 2 Informationstafeln und deine Beobachtungen am Gipfel.
1. Betrachte dir das Gipfelgestein ganz genau, was kannst du über die Form der der Einzelkörner aussagen.
2. Welche Größe haben diese ca.?
3. Was ist es deiner Meinung nach das Ursprungsgestein dieser Brekzie?
4. 4. Betrachte die Oberfläche und versuche festzustellen, ob der „Zement“ (Bindemittel zwischen den Gesteinskörnern) vulkanischem oder sedimentären Ursprungs ist?
5. Ist die Oberfläche sehr hart oder eher weich?
6. Kannst du Frittungen erkennen? Wenn ja, sind diese härter als der Rest?
7. Um was für eine Form der Brekzie handelt es sich beim Gipfel des Anzenberg, dem Anzenstein?
8. wie nennt man das ausgeworfene Trümmergestein, welches am Kraterrand abgelagert wurde?
9. In welchem Gestein liegt die Störung?
10. Wie groß ist der Höhenunterschied der Verschiebung?
11. Nenne bitte die geologischen Einheiten!
12. (neu ab August 2022) Fügt eurem Log bitte ein nichtspoilerndes Foto von vor Ort an!
Kleine Hilfe für Frage 5 und 6:
In Anlehnung an die Mohsskala werden Minerale der
⇒ Härte 1 bis 2 als weich eingestuft,
⇒ solche der Härte 3 bis 6 als mittelhart,
⇒ Härten von über 6 als hart sowie
⇒ über 8 als sehr hart bzw. als Minerale mit Edelsteinhärte eingeordnet.
Als Schnelltest eignen sich aber auch Gegenstände aus dem Alltag.
So sind beispielsweise weiche Minerale (Talk - 1, Gipsspat - 2) mit dem Fingernagel ritzbar.
Mittelharte Minerale (Calcit - 3, Fluorit - 4, Apatit - 5) sind der Härte nach aufsteigend schwerer mit einem Messer ritzbar.
Minerale mit einer Härte von 6 (Orthoklas) lassen sich von Stahlfeilen ritzen, die Härte 7 (Quarz) ritzt Fensterglas.
Bei harten Mineralen bieten sich Vergleichsmineralien zur Bestimmung an. Topas mit einer Härte von 8 ritzt Quarz problemlos, Korund (Härte 9) ritzt wiederum Topas.
Der Diamant mit einer Härte von 10 hingegen ist nicht ritzbar.
Nach dem Absenden der Antworten per Mail an mich dürft ihr sofort loggen. Sollte irgendetwas nicht korrekt sein melde ich mich bei euch.
Bitte lasst euch von den 11 Fragen nicht abschrecken und schreibt keine geologischen Romane, das ist nicht der Sinn. Eine Antwort deiner Beobachtungen in Stichpunkten ist völlig ausreichend, denn das Verständnis und der Naturgenuss stehen im Vordergrund!
Viel Spaß bei diesen Earthcache wünscht der Sandsteinschinder!
Quellenangabe: verschiedene Internetseiten und die Infotafeln vor Ort