Der Schmalborn tritt am rechten Ufer der Werra aus. In der Umgebung ist er auch unter dem Namen „Stahlquelle“ bekannt.
Das farblose Wasser hat auf seinem Weg in die Werra die Sande und Kiese der Uferböschung rostbraun gefärbt und betonartig verfestigt. Diese Verfestigung bezeichnet man als Inkrustation oder Krustenbildung. Im Vergleich zu Süßwasserquellen in der Werraaue besitzt das Wasser des Schmalborn deutlich größere Anteile der Elemente Kalzium, Kalium, Mangan und Eisen sowie höhere Sulfat- und Chloridmengen. Es handelt sich also um eine Mineralquelle, die durch Lösung von Zechsteinsalzen aus dem Untergrund entstanden ist. Der Zechstein liegt im beschriebenen Gebiet unter den Kiesen der Werratalaue und Resten des Buntsandsteines. Die Aufstiegsröhre aus dem Zechstein ist durch das mineralische Wasser inkrustiert. Eine Vermischung mit Wässern aus dem Buntsandstein und den Ablagerungen der Werraaue wird damit verhindert.
Die chemische Zusammensetzung des Quallwassers ist vergleichbar mit den entsprechenden Bestandteilen der Quellen von Bad Liebenstein und Bad Pyrmont. Der Geschmack des Wassers ist prickelnd, säuerlich. Das Prickeln ist auf den Gehalt an Kohlensäure zurückzuführen. Vor etwa 250 Jahren hat man den Schmalborn auch als „Frischbierquelle“ bezeichnet. Zeitweise wurde das Wasser wegen seiner Verträglichkeit und Heilwirkung in Fässern und Krügen weithin versandt, bis „ein gelehrter Doktor“ Kalk im Wasser feststellte, der dem menschlichen Körper schädlich sein sollte. Daraufhin verlor der Schmalborn an Bedeutung. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde man jedoch wieder auf ihn aufmerksam. Ärzte der Umgebung verordneten damals das Wasser Herzkranken und Blutarmen mit gutem Erfolg. Heute erfolgt keine medizinische Nutzung mehr.
Ursprünglich lag die Wasseraustrittsstelle des Schmalborn ca. 50 m weiter östlich, unweit des heutigen Rastplatzes. Von dort lief das Wasser in einem offenen Gerinne zur Werra. In diesem Gerinne ausgeflockte und noch nicht verfestigte Bestandteile des Mineralwassers wurden von findigen Schwallunger Bauern mit Ton vermischt und dazu genutzt, um daraus sehr feste Tennen in ihren Scheunen herzustellen. Der Schmalborn ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Das Quellwasser läuft ungenutzt in die Werra.
Herausgeber: Arbeitskreis Bodendenkmalpflege Altkreis Schmalkalden